Erich Moritz Krämer (nach Namensänderung später: Moshe Keren, ; * 18. Oktober 1900 in Berlin; † 8. August 1955 in Düsseldorf) war ein deutsch-israelischer Publizist, Journalist und Diplomat.
Leben und Tätigkeit Krämer war ein Sohn des Bankiers Bernhard Krämer (1864–1955) und seiner Ehefrau Charlotte, geb. Glaserfeld (1874–1962). Außer ihm gehörten noch die Schwester Lilli, verheiratete Herzfeld (1898–1972), und der Bruder Walter (1908–1955) zur Familie. Diese war jüdischer Konfession.
Krämer studierte Philosophie, Archäologie und Griechisch an der Universität Göttingen. 1921 wurde er promoviert. Anschließend war er als Angestellter beim Bankhaus I. Loewenherz in Berlin tätig. Später trat er als Redakteur in die Redaktion des Berliner Börsen-Courier ein.
Von 1928 bis 1933 war Krämer als Redakteur und Leitartikler für die Vossische Zeitung tätig. 1933 ging er als Auslandskorrespondent für den Ullstein-Verlag nach Rom.
Die Etablierung der NS-Diktatur in Deutschland veranlasste Krämer dazu noch im Jahr 1933 ins britische Mandatsgebiet Palästina zu reisen. Während er seine Frau und sein Kind dort zurückließ, kehrte er noch einmal nach Europa zurück. Dort war er von 1933 bis 1934 als Korrespondent für die Jüdische Rundschau tätig, bevor er 1934 endgültig nach Palästina übersiedelte.
Von 1934 bis 1935 war Krämer als Kreditbearbeiter und Einwanderungsberater für H.O.G. tätig. Zugleich steuerte er Beiträge für die I.O.M.E-Zeitung (MB-Mitteilungsblatt) bei. Nachdem er von 1935 bis 1936 eine Ausbildung zum Buchhalter durchlaufen hatte, war er von 1936 bis 1941 als Buchprüfer für das Palestine Orchestra tätig.
Von 1941 bis 1945 gehörte Krämer der britischen Armee an, zuletzt mit dem Rang eines Hauptmanns. Nach dem Krieg war er bis 1946 Leiter der Abteilung für die Unterstützung ehemaliger Soldaten bei der Jewish Agency in Tel Aviv.
Von 1946 bis 1949 war Krämer stellvertretender Redakteur und Leitartikler der Tageszeitung Haaretz.
1948 trat Krämer in die IDF und in den Nachrichtendienst des israelischen Außenministeriums ein. 1949 wechselte er in den diplomatischen Dienst des Staates Israel: Von 1949 bis 1951 war er als Botschaftsrat bei der israelischen Botschaft in Washington und anschließend in gleicher Stellung bei der israelischen Botschaft in London tätig.
1953 kehrte Krämer in den Journalistenberuf zurück: Von 1953 bis 1955 war er Redakteur und Leitartikler für die Haaretz. Er starb 1955 während einer Reise nach Deutschland, die er auf Einladung der israelischen Handelsmission in Köln unternahm.
Ehe und Familie Krämer heiratete 1928 Miram Mayer (* 1906 in Berlin). Aus der Ehe gingen der Sohn Michael (* 1931 in Berlin) und die Tochter Yehudith Elkana (* 1935) hervor.
Krämers Frau emigrierte 1933 mit ihm nach Palästina, wo sie als Englischlehrerin und Sozialfürsorgerin in Yehudiyah arbeitete. Sie war von 1953 bis 1967 in der Abteilung für Integration der Jewish Agency und von 1967 bis 1974 Mitarbeiterin von I.O.M.E. Jerusalem.
Krämers Sohn war seit den 1950er Jahren beim israelischen Ministerium für Handel und Industrie tätig, während seine Tochter an der Hebrew University im Fach Chemie promoviert wurde und später an der Hadassah-Universitätsklinik tätig war.
Schriften Der Gefühlsbegriff, 1921 (Dissertation). Was ist Technokratie?, 1933.
Literatur Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933, Bd. I (Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben), München/New York 1999, S. 361.
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