mini|Selbstporträt des spanischen Malers kubanischer Herkunft Manuel Ussel de Guimbarda (1870/1875) Manuel Ussel de Guimbarda (auch Manuel Wssel de Guimbarda bzw. Ussel de Guimbarda y Malibrán; * 26. November 1833 in Trinidad de Cuba, Kuba; † 9. Mai 1907 in Cartagena, Spanien) war ein spanischer Maler.

Leben Manuel Wssel de Guimbarda war der Sohn eines in Cartagena geborenen Kavallerieoffiziers und einer kubanischen Grundbesitzerin. Er verbrachte seine frühe Kindheit in Trinidad de Cuba. Nach dem Tod seiner Mutter kehrte er im Jahr 1841 mit seinem Vater nach Spanien zurück. Zunächst ließen sie sich in Jerez de la Frontera nieder, später dann in Cádiz. In Cádiz erhielt er Malunterricht und lernte unter anderem Federico Madrazo y Kuntz sowie Juan Antonio Ribera y Fernández kennen. Von 1843 bis 1845 studierte er an der Real Academia de Bellas Artes de San Fernando in Madrid bei Leonardo Alenza y Nieto und Rafael Tejeo. Anschließend trat er in Cartagena in das Militär ein und wurde Offizier der Infantería de Marina. 1854 erreichte er den Rang eines Leutnants. mini|Miguel de Cervantes, um 1880 1856 entstand sein erstes bedeutendes Gemälde, La Batalla de Lepanto, das vom Staat angekauft wurde. 1857 hielt er sich für mehrere Monate in Frankreich auf. 1860 wurde er Mitglied der Sociedad Económica de Amigos del País. 1866 nahm er an der Exposición Nacional de Bellas Artes in Madrid teil und stellte das Gemälde Murillo en Capuchinos, pintando la Virgen conocida con el nombre de la Servilleta aus. Es folgten weitere Ausstellungen in Sevilla im Jahr 1867 und in Cádiz im Jahr 1868. Zwischen 1867 und 1886 lebte Wssel de Guimbarda überwiegend in Sevilla. In dieser Zeit begann er, seine Werke mit dem Namen „Wssel“ zu signieren. Er übte mehrere öffentliche Ämter aus, darunter 1874 das eines Stadtratsmitglieds und das eines Verantwortlichen für öffentliche Bauangelegenheiten. 1877 wurde er als Nachfolger von Domínguez Béquer Mitglied der Real Academia de Bellas Artes de Santa Isabel de Hungría in Sevilla. Er war Professor an der Escuela de Bellas Artes in Cádiz sowie von 1879 bis 1887 an der genannten Akademie in Sevilla.

Für seine Leistungen wurde er 1877 zum Comendador des Real Orden de Isabel la Católica sowie zum Caballero des Real y Distinguida Orden de Carlos III ernannt, 1878 folgte die Ernennung zum Comendador de Número des Real Orden de Isabel la Católica. 1886 ließ sich Wssel de Guimbarda schließlich in Cartagena nieder, wo er zahlreiche öffentliche und private Aufträge ausführte und in seinem Atelier Unterricht erteilte.

Werk Das Werk von Ussel de Guimbarda umfasst vorwiegend Porträts und Genrebilder. Während seiner Zeit in Sevilla etablierte er sich als Porträtmaler und erhielt Aufträge von Mitgliedern des Adels sowie von städtischen und akademischen Institutionen. Er unterrichtete zeitweise in seinem Atelier im Alcázar von Sevilla. Zu seinen Schülern zählten José Cañaveral y Pérez, José Villegas y Cordero und Joaquín Turina y Areal. Im Jahr 1870 beauftragte ihn die Universität mit der Anfertigung einer Porträtserie von Gelehrten für das Vicerrectorado und das Rectorado. Weitere Porträtaufträge erhielt er unter anderem von den Herzögen von Montpensier sowie von den Prinzen von Frankreich; darunter befanden sich Bildnisse der späteren Königin María de las Mercedes de Orleans y Borbón und von König Alfonso XII. Für die Stadt Sevilla übernahm er dekorative Aufgaben, unter anderem in der Sala Capitular, und leitete Restaurierungsarbeiten an dem Gemälde San Antonio von Bartolomé Esteban Murillo in der Kathedrale von Sevilla.

Zu seinen bekannten Werken zählen andalusische Genreszenen wie Vendedoras de rosquillas en un rincón de Sevilla (1881). Nach seiner Rückkehr nach Cartagena widmete er sich verstärkt der religiösen Kunst. Er gestaltete den Altar der Kirche Santa María de Gracia, dekorierte die Kuppel und die Wände der Sakramentskapelle der Basilika de la Caridad und schuf Fresken für den Palacio Huerto Ruano in Lorca, die die vier Jahreszeiten sowie Industrie, Handel und Landwirtschaft darstellen. Werke von Wssel de Guimbarda befinden sich unter anderem in Museen und Sammlungen in Logroño, Madrid, Sevilla und Murcia.

Werke (Auswahl)

Literatur

José Rodríguez Cánovas: Ussel de Guimbarda, el hombre y el pintor, Murcia, 1972. Édouard Dizy Caso: Les orientalistes de l’école espagnole, Paris 1997. Pintura andaluza en la coleccion Carmen Thyssen-Bornemisza (Andalusian Painting in the Carmen Thyssen-Bornemisza Collection), Ausstellungskatalog, Madrid 2004. Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 13: Sommer – Valverane. Paris, 2006. Allgemeines Künstlerlexikon – Internationale Künstlerdatenbank – Online, hrsg. von Andreas Beyer, Bénédicte Savoy und Wolf Tegethoff, De Gruyter, 2009.

Weblinks

Manuel Wssel de Guimbarda Artsdot Museo del Prado

Einzelnachweise

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