Im folgenden Chronikartikel werden zentrale Pressekonferenzen, Statements und ausgewählte Interviews im Zusammenhang mit der Operation Metro Surge dokumentiert. Der Fokus liegt auf öffentlichen Äußerungen von kommunalen Verantwortlichen, wie der Stadtverwaltung von Minneapolis sowie St. Paul, den involvierten Bundesbehörden wie dem DHS und ICE, dem Bundesstaat Minnesota sowie weiteren Akteuren wie zivilgesellschaftlichen Beobachtergruppen und Betroffenenvertretungen, wie der ACLU. Erfasst werden jeweils Datum und Ort der Äußerung, die Kernaussagen und – soweit aus den Quellen rekonstruierbar – die unmittelbaren Reaktionen in Medien und Öffentlichkeit. Die Zusammenstellung dient der nachvollziehbaren Einordnung des Diskursverlaufs und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Vorfeld der Operation

Am 24. Oktober 2025 gab die Ministerin für Heimatschutz Kristi Noem anlässlich eines Besuchs Büros von ICE im Whipple Federal Building in Minnesota eine Pressekonferenz. Dort baute sie das Narrativ auf, es ginge bei den ICE-Einsätzen um „the worst of the worst“ und berichtete für die generelle Personalaufstockung für ICE und stelle eine Ausweitung der Einsätze an diesem Standort in Aussicht. Im Zuge der Pressekonferenz wurden Plakate mit Fotos von verhafteten Personen mit plakativem Stempel „arrested“ gezeigt und darunter Tatvorwürfe. In der Rede nannte sie auch die Namen dieser Personen. Der Besuch von Noem wurde von Protesten vor dem Gebäude begleitet. Am 19. November 2025 hielten Vertreter der Stadt St. Paul sowie dem US-Bundesstaat Minnesota eine Pressekonferenz vor der Firma Bro-Tex Paper and Cloth in St. Paul mit Bezug zu einer Razzia durch ICE, die am Vortag, den 18. November 2025 dort stattfand und bei der neben dem Einsatz von Tränengas und Pfefferspray auch eine Person mit einem Auto angefahren wurde. Zu den Rednern gehörten neben der zu dem Zeitpunkt bereits neu gewählten Bürgermeisterin von St. Paul Kaohly Her, Edwin Torres Santiago vom Immigrant Defence Network, Ryan Perez Santiago der Organisation „Comunidades Organizando el Poder y la Acción Latina“ (COPAL), Marco Hernandez als Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft von Minnesota, Hwa Jeong Kim (Vizepräsidentin des Stadtrats von St. Paul), Zaynab Mohamed (Senatorin des Bundesstaats Minnesota), den Abgeordneten des Repräsentantenhauses Lee Finke und Athena Hollins sowie Vertreter der Bürgerrechtsorganisationen ACLU of Minnesota, The Advocates for Human Rights sowie Ayada Leads. Die Redner kritisieren die Schäden, welche durch die Einsätze in der Bevölkerung entstehen, durch die Trennung von Familien und den negativen Einfluss auf die Wirtschaft. Kaohly Her kritisierte insbesondere die Kennzeichnung der US-Bundesbeamten als „POLICE“, was zu Verwechslungen mit der lokalen Polizei führen kann und die verurteilt die fehlende Zurechenbarkeit der Handlungen durch die Maskierung der ICE-Beamten. Dies untergrabe das Vertrauen der lokalen Communities zur Polizei. Jeder Beamte solle mit Namen und Organisation gekennzeichnet sein. Am 2. Dezember 2025 gaben offizielle Vertreter der Stadt Minneapolis, darunter auch der Bürgermeister Jacob Frey eine Pressekonferenz, in der sie deutlich machten, mit den Aktivitäten der US-Bundesregierung in Bezug auf die lokale Gemeinschaft der somalischen Einwanderer in Minneapolis nicht einverstanden sind. Sie hätten davon lediglich aus einem Artikel in der New York Times vom 2. Dezember 2025 erfahren.

Nach der Tötung von Renée Nicole Good Am 7. Januar 2026 ereignete sich die Tötung von Renée Good.

Am 10. Januar 2026 gab der Bürgermeister von Minneapolis Jacob Frey eine Pressekonferenz, in der sich dafür bedankte, dass die Bürger friedlich demonstrieren. Gemeinsam mit dem Polizeichef O’Hara berichtet er von Funden, bei denen offenbar vorher durch die US-Bundesbeamten nach Verhaftungen mitten auf der Straße Fahrzeuge der inhaftierten Personen offen stehen gelassenen wurden, bei denen noch der Gang eingelegt war und machte damit deutlich, worin die Gefährdungen bestehen, die durch das achtsame Handeln im Rahmen der Operation Metro Surge besteht.

In einer Pressekonferenz vom 12. Januar 2026 zum Anlass der offiziellen Bekanntgabe einer Klage des Staates Minnesota gegen das US-Heimatschutzministerium (DHS) fordern die Vertreter der klagenden Städte Minneapolis und St. Pauls ein sofortiges Ende der Intervention durch die US-Bundesregierung. Sie betrachten die Klage als notwendiges Mittel, um die Souveränität des Bundesstaates zu schützen und die gemäß ihrer Wortwahl „unamerikanischen“ Taktiken zu stoppen. Minnesota würde ihrer Meinung nach als politisches Schlachtfeld missbraucht. Der rechtliche Schritt sei eine Reaktion auf den massiven und als unrechtmäßig empfundenen Einsatz von US-Bundesagenten in den Städten Minneapolis und St. Paul. Auslöser waren eskalierende Spannungen, Berichte über gewaltsame Festnahmen ohne Haftbefehl und die Tötung von Renée Nicole Good am 7. Januar 2026. Die Redner erklären geschlossen, dass die US-Bundesregierung das Einwanderungsrecht als Vorwand nutzt, um eine Atmosphäre der Angst zu schaffen, die den sozialen Zusammenhalt in Minnesota direkt angreife. Der Generalstaatsanwalt Keith Ellison argumentiert, dass der Einsatz der Bundesbehörden in Minnesota rechtlich nicht haltbar sei und gegen den 10. Verfassungszusatz. Er betont, dass Minnesota nicht aufgrund einer Sicherheitsgefahr, sondern aufgrund seiner politischen Haltung und kulturellen Vielfalt gezielt von der Bundesregierung ins Visier genommen werde. Er wirft den Agenten „Wildwest-Methoden“ vor, da diese ohne richterliche Beschlüsse agieren und durch Einschüchterung in Schulen, Kirchen und Krankenhäusern das öffentliche Leben sowie die Wirtschaft des Staates lähmen würden. Der Bürgermeister von Minneapolis Jacob Frey betont die praktischen und finanziellen Folgen für die Stadt Minneapolis. Er stellt klar, dass dieser Einsatz keine Maßnahme zur Erhöhung der öffentlichen Sicherheit sei, in der die Kriminalitätsraten faktisch bis zum Beginn der Operation Metro Surge sanken, sondern ein Akt politischer Vergeltung gegen demokratisch geführte Regionen. Frey hebt hervor, dass die Stadt enorme Summen für Polizeieinsätze und Überstunden aufbringen musste, um das durch die Bundesagenten verursachte Chaos und die daraus resultierenden Unruhen zu bewältigen. Er kritisiert die Unverhältnismäßigkeit, mit der Dutzende US-Bundesbeamte für die Festnahme einzelner Personen mobilisiert werden. Die Bürgermeisterin Kaohly Her der Stadt St. Paul ergänzt die Debatte um die menschliche Komponente und das Thema Racial Profiling. Sie wirft den Bundesbehörden vor, Bürger gezielt aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Herkunft zu schikanieren. Da sie selbst Flüchtling war betont sie, dass diese „Besatzung“ das fundamentale Vertrauen zwischen den Bürgern und dem Staat zerstöre.

Am 12. Januar 2026 gab der Polizeichef von Minneapolis Chief Brian O’Hara ein Interview für den Podcast „The Daily“ der New York Times, worin er den Hergang vom 7. Januar 2026 und den Tagen danach schildert. Er berichtet, dass Fahrzeuge mit eingelegtem Gang, teils noch mit Kindern oder Tieren von Bürgern in den Straßen von Minneapolis gefunden wurden, um die sich die lokale Polizei kümmern musste. Am 19. Januar 2026 gab der General Attorney Keith Ellison ein Interview für The Slate, in dem er bekräftigt, die Taten von ICE durch die lokale Strafverfolgung zur Anklage zu bringen.

Nach der Tötung von Alex Pretti

Am 24. Januar 2026 ereignete sich die Tötung von Alex Pretti. Am Abend dieses Tages gab die Stadt Minneapolis mit dem Bürgermeister Jacob Frey, dem Polizeichef Brian O’Hara, den Senatorinnen Amy Klobuchar und Tina Smith, sowie der Krisenmanagerin Rachel Sayre, die Direktorin des Minneapolis Emergency Management Department eine Pressekonferenz. In dieser Veranstaltung kritisierten sie das Vorgehen der US-Bundesregierung scharf. Jacob Frey machte ICE und CPB direkt für das Chaos in der Stadt verantwortlich und forderte den Abzug der US-Bundesagenten aus der Stadt. Bei dem Vorgehen der US-Bundeseregierung handele es sich um politische Vergeltung gegen eine demokratisch geführte Stadt. Er erläuterte das Vorgehen der Stadt in Form von juristischen Schritten, unter denen die Stadt einstweilige Verfügungen beantragt hat um Zugang zu dem Tatort zu erhalten sowie die Operation Metro Surge stoppen zu lassen. Er habe die Nationalgarde angefordert, um die Polizei von Minneapolis zu unterstützen, da die Beamten durch die chaotische Lage erschöpft wurden. Der Polizeichef Brian O’Hara berichtet von den Ausschreitungen, die sich in der Folge der Tötung von Alex Pretti gebildet hatten. Es seien Barrikaden errichtet worden, aus denen Flaschen und Eisbrocken geworfen worden wären. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt um den Abzug der Beamten im Einsatz aus der Situation zu ermöglichen und es sei eine Sicherheitszone für Fahrzeuge zu schaffen und um Rettungswege frei zu halten. Die Senatorin Amy Klobuchar ergänzte ihre politische Botschaft, ICE müsse raus aus Minnesota. Als Beispiel für die Willkür der US-Bundesbehörden führte sie die Abführung eines trotz des kalten Wetters nur leicht bekleideten älteren Mann im Zuge einer Verhaftung in den Vortagen an, obwohl sich später herausstellte, dass die eigentlich gesuchte Person sich bereits längst im Gefängnis befand. Während die Politiker sich auf die rechtlichen und verfassungsrechtlichen Aspekte konzentrierten, lieferte die Krisenmanagerin der Stadt Minneapolis Rachel Sayre die Fakten zur Lage der Zivilbevölkerung. Die Stadt würde die Kriterien einer Schutzkrise erfüllen, ein Begriff, der normalerweise von der UN oder dem Roten Kreuz in Kriegsgebieten verwendet würde. Demgemäß könne der Staat nicht mehr für die Sicherheit der Bürger garantieren, sondern werde selbst zur Bedrohung für deren Rechte und Würde.

Am 29. Januar 2026 gab Tim Walz ein Interview für den Atlantic, in dem er aus seinem Gespräch mit dem US-Präsidenten vom 26. Januar 2026 berichtete. Obwohl er das Gespräch als produktiv bezeichnete, forderte er ein Ende der Operation. Für den Fall, dass dies nicht zeitnah geschehe, werde Minnesota weiter den juristischen Weg beschreiten. Am 30. Januar 2026 gab der Gouverneur Tim Walz ein Interview für NPR, in dem er die Position des Bundesstaats Minnesota bekräftigt, dass die Situation einseitig durch die US-Bundesregierung verursacht wurde. Am 31. Januar 2026 gab der Bürgermeister Jacob Frey ein Interview für die New York Times, in dem er weiterhin bekräftigte, dass die Operation durch die US-Bundesregierung beendet werden sollte. Er fügt hinzu, bei dem was sich beobachten ließe, handele es sich nicht um die Erfüllung typischer Aufgaben, welche ICE auszuführen habe, stattdessen ergebe sich eher der Eindruck einer Invasion. In Bezug auf den Vorwurf der US-Bundesregierung einer fehlenden Kooperation betont er, die lokale Regierung sei nicht zuständig für die Abschiebung von Einwanderern und muss sich auf eigene Aufgaben konzentrieren, hätte aber bisher durchaus gut mit Behörden der US-Regierung, wie dem FBI oder dem DEA zusammen gearbeitet.

Nach der Freilassung des fünfjährigen Liam Conejo Ramos

Am 31. Januar 2026 wurde der fünfjährige Liam Conejo Ramos mit seinem Vater nach einer richterlichen Anordnung aus dem ICE-Gewahrsam im Dilley Immigration Processing Center im US-Bundesstaat Texas entlassen und am Folgetag zurück nach Minneapolis geflogen.

Am 3. Februar 2026 kritisierten Vertreter von Minnesota scharf das Vorgehen der US-Bundesbehörden, insbesondere die Inhaftierung von Kindern, wie im Fall des 5-jährigen Liam. Die Präsenz von bewaffneten ICE-Bundesbeamten in der Nähe von Schulen und Bushaltestellen würden die lokale Bevölkerung einschüchtern.