mini|Netzplan mit aktuellen Stadtbahnstrecken und Planungen von 1975 an Rhein und Ruhr Die Geschichte der Düsseldorfer Stadtbahn zeigt die Entwicklung der Stadtbahn in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf seit 1988. Betrieben wird sie von der Rheinbahn und teilweise der Duisburger Verkehrsgesellschaft.
Planung Mit einer Kehrtwende bezüglich der Einschränkung des Individualverkehrs im Ruhrgebiet, das immer weniger Bedeutung in der Förderung von Braunkohle besaß, rückte der Ausbau des Straßenbahnnetzes in den Fokus. Damit einhergehend schaute man sich an Beispielen wie New York und London, aber auch Berlin an, wie man den Schienenverkehr verbessern konnte. So entschied sich Düsseldorf noch im Jahr 1969 zur Schaffung eines U-Bahnamtes.
Zunächst unterschieden sich die Vorschläge deutlich von dem aktuellen Netz und man dachte noch an eine Voll-U-Bahn, die nur unter der Erde verlief. Da dies allerdings nicht finanzierbar war, entschied man sich für eine andere Lösung, vorwiegend dort, wo man ein größeres Potenzial erwartete. Zunächst fing man deshalb schnell mit dem Bau des ersten Stadtbahnabschnitts unter der Fischerstraße an.
Entwicklung zur Stadtbahn Schon in den ersten Jahren des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr waren die ersten zwei Stammstrecken (Stammstrecke 1 Duisburg – Düsseldorf und Stammstrecke 2 Neuss/Krefeld – Düsseldorf) bereits annähernd auf Stadtbahntypischem Niveau. So waren hier bereits auf den Fernbahnstrecken der ehemaligen Linien D und K die Linien 76 und 79 als hochflurige Stadtbahnen im Einsatz.
Noch ohne die offizielle Bezeichnung als Stadtbahn fuhren seit 1981 die Linien 79, 711 und 718 schon im unterirdischen Stadtbahntunnel zwischen Kennedydamm und Opernhaus. Der am 3. Oktober 1981 eröffnete Tunnel war der erste seiner Art für den innerstädtischen Schienenverkehr in Düsseldorf und bestand zunächst nur aus zwei Halten: Klever Straße und Nordstraße. Die hier verkehrenden Linien fuhren zunächst nur im Vorlaufbetrieb. Dies sollte sich später noch ändern. + 1981 betriebene Straßenbahnlinien Linie Linienweg 76 Krefeld – Osterath – Büderich – Lörick – Belsenplatz – Opernhaus – Jan-Wellem-Platz – Hauptbahnhof 79 Duisburg Hauptbahnhof – Wittlaer – Kaiserswerth – Golzheim – Opernhaus – Graf-Adolf-Platz – Hauptbahnhof 701 Rath S – Jan-Wellem-Platz – Wersten – Holthausen – Benrath Btf 702 Unterrath S – Jan-Wellem-Platz – Kirchplatz 703 Bahnhof Gerresheim – Grafenberg – Jan-Wellem-Platz – Kirchplatz – (Holthausen) 704 Derendorf – Hauptbahnhof – Stoffeln 705 Hauptbahnhof – Belsenplatz – Hauptbahnhof Neuss – Neuss, Stadthalle 706 Merowingerplatz – Brehmplatz – Jan-Wellem-Platz – Am Steinberg 707 Unterrath S – Hauptbahnhof – Eller 708 Heinrichstraße – Uhlandstraße – Hauptbahnhof – Hamm 709 Grafenberg – Hauptbahnhof – Südfriedhof – Neuss, Theodor-Heuss-Platz 710 Lörick – Belsenplatz – Jan-Wellem-Platz – Oberbilk – Eller 711 Kaiserswerth – Golzheim – Opernhaus – Jan-Wellem-Platz 712 Ratingen – Oberrath – Uhlandstraße – Jan-Wellem-Platz – Volmerswerth 713 Gerresheim Mitte – Jan-Wellem-Platz – Kirchplatz 714 Rath S – Derendorf – Jan-Wellem-Platz – Am Steinberg 717 Rheinbahnhaus – Belsenplatz – Jan-Wellem-Platz – Hauptbahnhof – Holthausen 718 Rheinstadion – Golzheim – Opernhaus – Jan-Wellem-Platz – Hauptbahnhof 719 (Oberrath) – Hauptbahnhof – Südfriedhof – Neuss, Stadthalle – Hauptbahnhof Neuss Erste Strecken Innenstadttunnel
Der Kern des Düsseldorfer Stadtbahnnetzes ging erst 1988 in Betrieb. Die Unterirdische Strecke von der Tonhalle bis zum Hauptbahnhof (Stammstrecke 2) verband erst einmal den Tunnel vom Kennedydamm bis zum Hauptbahnhof und später auch die linksrheinischen Stadtteile im unterirdisch mit der Innenstadt. Dabei wurde der bereits existierende ab dem Opernhaus verlängert und es entstand in der Nähe des Hofgartens der neue unterirdische Knotenpunkt Heinrich-Heine-Allee, der dem noch damaligem weiter östlich gelegenem Jan-Wellem-Platz an Bedeutung abrang. Im Zuge des Tunnelbaus mussten nun alle hier verkehrenden Linien mit Hochflurfahrzeugen verkehren. Ab diesem Punkt konnte man das Netz als Stadtbahn bezeichnen. + Stadtbahnlinien seit Oktober 1988LinieLinienwegStammstreckenHaltestellenTaktMo–Fr/Sa/So Neuss, Stadthalle – NE-Hauptbahnhof 13px|S-Bahn – NE-Am Kaiser 13px|S-Bahn – D-Heerdt – Oberkassel – Heinrich-Heine-Allee 13px|Stadtbahn – Steinstraße/Königsallee 13px|Stadtbahn – Düsseldorf Hauptbahnhof 13px|Stadtbahn 13px|S-Bahn 18px – D-Oberbilk 13px|S-BahnII2710 / 10 / 15 (Meerbusch, Hoterheide –) D-Lörick – Oberkassel (Rheinbahnhaus) – Heinrich-Heine-Allee 13px|Stadtbahn – Steinstraße/Königsallee 13px|Stadtbahn – Düsseldorf Hauptbahnhof 13px|Stadtbahn 13px|S-Bahn 18px – D-Oberbilk 13px|S-Bahn – Werstener Dorfstraße – HolthausenII30k. A. Krefeld, Rheinstraße – KR-Hauptbahnhof 18px – Meerbusch – D-Lörick – Oberkassel – Heinrich-Heine-Allee 13px|Stadtbahn – Steinstraße/Königsallee 13px|Stadtbahn – Düsseldorf Hauptbahnhof 13px|Stadtbahn 13px|S-Bahn 18pxII1820 /– /– Krefeld, Rheinstraße – KR-Hauptbahnhof 18px – Meerbusch – D-Lörick – Oberkassel – Heinrich-Heine-Allee 13px|Stadtbahn – Steinstraße/Königsallee 13px|Stadtbahn – Düsseldorf Hauptbahnhof 13px|Stadtbahn 13px|S-Bahn 18pxII2620 / 20 / 30 Messe/Rheinstadion – Stockum – Golzheim – Nordstraße 13px|Stadtbahn – Heinrich-Heine-Allee 13px|Stadtbahn – Steinstraße/Königsallee 13px|Stadtbahn – Düsseldorf Hauptbahnhof 13px|Stadtbahn 13px|S-Bahn 18pxIII1510 / 10 / 15 Duisburg Hauptbahnhof 13px|S-Bahn 18px – DU-Kesselsberg – D-Wittlaer – Lohausen – Stockum – Golzheim – Nordstraße 13px|Stadtbahn – Heinrich-Heine-Allee 13px|Stadtbahn – Steinstraße/Königsallee 13px|Stadtbahn – Düsseldorf Hauptbahnhof 13px|Stadtbahn 13px|S-Bahn 18pxIII3510 / 10 / 15 Anbindung des Seesterns mini|Wendegleise ohne den nördlicher gelegenen Bahnsteig Im Zuge des immer stärkeren Zuwachs des Gewerbegebiets Am Seestern in Düsseldorf-Lörick wurde die Linie 717 bis hierhin verlängert. Da dies eine kurze Neubaustrecke war, die auf keinen Bestand zurückzuführen war, wurden an den Haltestellen Am Seestern und Prinzenallee (vorher Amboßstraße) Hochflurbahnsteige gebaut. Die 717 fuhr deshalb ersatzlos nicht mehr bis Meerbusch. Trotzdem blieb die Liniennummer erst einmal erhalten.
Verlängerung nach Eller Der nächste Schritt auf dem Weg zu einer höherwertigen U-Bahn war die Verlängerung des Innenstadttunnels ab dem Hauptbahnhof bis nach Lierenfeld. Bis jetzt fuhr die Straßenbahnlinie 707 aus Unterrath kommend über die Oststraße, genau über dem Tunnel, zum Hauptbahnhof und ab da am Worringer Platz vorbei nach Lierenfeld und mit der 715 nach Eller. Problematisch war bei der Umsetzung deshalb die Tatsache, dass sich die Stadtbahn die Strecke in Eller mit der Straßenbahn teilen musste, was einen hochflurigen Betrieb als Mischbetrieb mit Niederflur von der Sicht der Barrierefreiheit stark erschwerte. Dennoch wurde mit dem Bau angefangen.
Schließlich wurde der Tunnel im September 1993 eröffnet und die Linie 705 in U75 umbenannt, ein Jahr später die 717 in U77. Nunmehr verliefen nur noch als Stadtbahnlinien eingeordnete und entsprechend bezeichnete Linien durch den Tunnel. + Stadtbahnlinien seit 1993LinieLinienwegStammstreckenHaltestellenTaktMo–Fr/Sa/So Krefeld, Rheinstraße – KR-Hauptbahnhof 18px – Meerbusch – D-Lörick – Oberkassel – Heinrich-Heine-Allee 13px|Stadtbahn – Steinstraße/Königsallee 13px|Stadtbahn – Düsseldorf Hauptbahnhof 13px|Stadtbahn 13px|S-Bahn 18pxII1720 /– /– Neuss, Stadthalle – NE-Hauptbahnhof 13px|S-Bahn – NE-Am Kaiser 13px|S-Bahn – D-Oberkassel – Heinrich-Heine-Allee 13px|Stadtbahn – Steinstraße/Königsallee 13px|Stadtbahn – Düsseldorf Hauptbahnhof 13px|Stadtbahn 13px|S-Bahn 18px – Kettwiger Straße 13px|Stadtbahn – D-Eller Mitte 13px|S-Bahn – Eller, Vennhauser AlleeII3310 / 10 / 15 Krefeld, Rheinstraße – KR-Hauptbahnhof 18px – Meerbusch – D-Lörick – Oberkassel – Heinrich-Heine-Allee 13px|Stadtbahn – Steinstraße/Königsallee 13px|Stadtbahn – Düsseldorf Hauptbahnhof 13px|Stadtbahn 13px|S-Bahn 18pxII2720 / 20 / 30 D-Lörick, Am Seestern – Oberkassel – Heinrich-Heine-Allee 13px|Stadtbahn – Steinstraße/Königsallee 13px|Stadtbahn – Düsseldorf Hauptbahnhof 13px|Stadtbahn 13px|S-Bahn 18px – D-Oberbilk 13px|S-Bahn – Werstener Dorfstraße – HolthausenII2310 / / 15 Messe/Rheinstadion – Stockum – Golzheim – Nordstraße 13px|Stadtbahn – Heinrich-Heine-Allee 13px|Stadtbahn – Steinstraße/Königsallee 13px|Stadtbahn – Düsseldorf Hauptbahnhof 13px|Stadtbahn 13px|S-Bahn 18pxIII1510 / 10 / 15 Duisburg-Duissern 13px|Stadtbahn – Duisburg Hauptbahnhof 13px|Stadtbahn 13px|S-Bahn 18px – DU-Kesselsberg – D-Wittlaer – Lohausen – Stockum – Golzheim – Nordstraße 13px|Stadtbahn – Heinrich-Heine-Allee 13px|Stadtbahn – Steinstraße/Königsallee 13px|Stadtbahn – Düsseldorf Hauptbahnhof 13px|Stadtbahn 13px|S-Bahn 18pxIII3810 / 10 / 15 Einführung der Linie U74
Nach der Verlängerung der U77 bis Am Seestern wurde der Abschnitt bis Meerbusch nur noch von den Linie U76 (und zur HVZ auch U70) bedient. Deshalb entschied man sich dazu, die Fahrten der U77 aus Holthausen alle 20 Minuten nach Lörick und zu bestimmten Zeiten auch nach Meerbusch, Görgesheide als U74 zu verlängern. Sonntags fuhr die U77 jetzt nicht mehr. LinieLinienwegStammstreckeHaltestellenTaktMo–Fr/Sa/So (Meerbusch, Görgesheide – MB-Haus Meer –) D-Lörick – Oberkassel – Heinrich-Heine-Allee 13px|Stadtbahn – Steinstraße/Königsallee 13px|Stadtbahn – Düsseldorf Hauptbahnhof 13px|Stadtbahn 13px|S-Bahn 18px – D-Oberbilk 13px|S-Bahn – Werstener Dorfstraße – HolthausenII3120 / 20 / 15 Verlängerung nach Oberbilk
1996, bei Beginn der Bauarbeiten für die dritte Verlängerung fuhren jegliche Stadtbahnen im Stadtzentrum unterirdisch. Vom Stadtzentrum ausgenommen, aber dennoch stark frequentiert war allerdings noch der Abschnitt auf der Kölner Straße in Oberbilk, direkt hinter dem Hauptbahnhof. Hier schlängelten sich die Bahnen noch durch den dichten Verkehr, der immer wieder mal zum Erliegen kam, was sich negativ auf die Fahrzeit auswirkte. Die Lösung dafür brauchte aber noch weitere sechs Jahre.
Für einen kurzen Zeitraum musste in den Jahren 2000 bis 2002 die oberirdische Bahnstrecke hier teilweise gesperrt werden. Wer dann beispielsweise aus der Innenstadt nach Holthausen musste, musste dann am Hauptbahnhof die Stadtbahnen oberirdisch von der Straße aus erreichen.
Am 16. Juni 2002 konnte der Betrieb im Tunnel aufgenommen werden und die oberirdische Haltestelle Stahlwerkstraße entfiel. Gleichzeitig wurde die U79 dann zur neuen Wendeanlage an der Kaiserslauterner Straße verlängert.