Gottlob Friedrich Türsch (* 20. Juli 1709 in Cämmerswalde; † 12. November 1779 in Salzwedel) war ein deutscher Kantor und Komponist.
Leben Gottlob Friedrich Türsch war der Sohn des Schulmeisters Friedrich Türsch und seiner Gattin Maria Elisabeth John. Über seine frühe Ausbildung ist nichts weiter bekannt. Im Sommersemester 1739 immatrikulierte er sich an der Universität Leipzig. Von 1739 bis 1744 übernahm Türsch eine Bassistenstelle bei Johann Sebastian Bach.Booklet zu Johann Sebastian Bach (1685-1750) Cantatas and Arias for Bass. Dominik Wörner, Ensemble Zefiro, Alfredo Bernardini. Outhere Music France 2019, S. 17. Im Jahr 1740 bewarb er sich für ein Stipendium des Leipziger Rates. Dafür erteilte ihm Johann Sebastian Bach am 25. August des Jahres ein handschriftliches Zeugnis, welches erst 2026 wieder aufgefunden wurde.Website der Stadt Leipzig, abgerufen am 5. Februar 2026. Im Jahre 1743 schlug er eine Anstellung als Kantor in Prenzlau aus, bei seiner Rückreise von Prenzlau nach Leipzig besuchte er seinen Freund, den Verleger Johann Justinus Gebauer in Halle.Bach-Jahrbuch 2017. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2017, ISBN 978-3-374-05298-1, S. 77.
Danach wurde er auf Vermittlung Bachs am 1. August 1744 als Kantor an der Altstädter Kirche (damals auch Schulkirche genannt) in Salzwedel bestallt, mit einem jährlichen Salär von 100 Talern. Bach hatte am 16. Mai 1744 an den Salzwedeler Bürgermeister Joachim Valentin Ludolph Niedt ein Schreiben gesendet, in dem er Türsch empfahl.Bach-Archiv Leipzig (Hrsg.): Bach-Dokumente: Supplement zu Johann Sebastian Bach „Neue Ausgabe Sämtlicher Werke“. Band 5. Bärenreiter, Kassel 1963, ISBN 3-7618-0557-8, S. 271. Eigentlich hatte Bach im Mai 1743 seinen Schüler Johann Friedrich Doles für das Salzwedeler Kantorat empfohlen, was dieser aber ausschlug.
Zu seiner offiziellen Amtseinführung am 11. September 1744 komponierte Türsch die achtsätzige Kantate Ihr Herzen seyd nicht müde. Am 25. Januar 1747 heiratete er die Tochter des Salzwedeler Ratsherren Piest, Anna Luisa Maria, die am 4. Februar 1768 verstarb. Er selbst verstarb 11 Jahre später und wurde am 14. November 1779 in der Altstädter Kirche begraben.
Literatur Steffen Langusch: ... auf des Herrn Kapellmeister Bach recommendation ... In: Bach-Jahrbuch 2007 Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2007, ISBN 978-3-374-02579-4, S. 9–43.
Weblinks Neue Bach-Dokumente in Leipzig entdeckt. Artikel in der FAZ über den Fund des Bach-Zeugnisses für Türsch, abgerufen am 6. Februar 2026.
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