mini|Evangelische Stadtkirche Sulz am Neckar Die Evangelische Stadtkirche in Sulz am Neckar, Landkreis Rottweil, Baden-Württemberg ist die evangelische Pfarrkirche für Sulz am Neckar und steht unter Denkmalschutz.

Geschichte Sulz war bis 1503 Filial der Muttergemeinde in Bergfelden. Die Stadtkirche wurde 1513–1517 anstelle eines Vorgängerbaus erbaut und erhielt das Patrozinium der Heiligen Fabian und Sebastian. Sie ist mit Sandstein aus Steinbrüchen in Renfrizhausen erbaut. Die Baumeister kamen vermutlich von der Wimpfener Bauhütte.

Unter Herzog Ulrich wurde 1534 die Stadtkirche von Sulz mit der württembergischen Reformation unter Ambrosius Blarer evangelisch. Bis zum Jahr 1542 befand sich um die Kirche herum auch der Friedhof. Der Friedhof wurde 1542 vor die Stadt ans Siechenhaus bei der Liebfrauenkapelle verlegt. Bei den beiden großen Stadtbränden 1581 und 1794 gehörte die Kirche zu den wenigen Bauten, die erhalten blieben.

1742 erbaute der Orgelbauer Johann Carl Sigmund Haussdörffer in der Stadtkirche eine neue Orgel mit 18 Registern auf zwei Manualen und Pedal.

1817 wurde das Langhaus erneuert.

Bei einer gründlichen Innenerneuerung 1955 bis 1956 wurden nahezu alle seit dem Bau der Kirche vorgenommenen Veränderungen rückgängig gemacht. So wurden sechs große hölzerne Stützsäulen im Kirchenschiff und die an sie angebauten Seitenemporen entfernt, später angebrachte Fenster und eine Tür an der Südwand wieder zugemauert, die Orgel von der Westempore an ihren ursprünglichen Standort im Chor versetzt und die Übermalung des Triumphbogens, des Netzgewölbes im Chor und des Taufsteins entfernt. 2016 wurde die Stadtkirche umfassend saniert.

Architektur und Ausstattung mini|Kirchturm mit Dämonenskulpturen Die Sulzer Kirche ist eine einschiffige, spätgotische Saalkirche. Romanische Stilelemente und Dämonenskulpturen, vermutlich noch vom Vorgängerbau, finden sich am Kirchturm. So entdeckt man auf der Westseite einen bärenartigen Kopf mit einem aus dem Maul wachsenden Geweih. An den Ecken rechts und links sind zwei einander zugekehrte Drachen zu erkennen. Hundskopf, Steinbock, Entendrache und zwei Monster verkörpern auf der Lauer liegende Dämonenmächte.

Die Schlusssteine des spätgotischen Netzgewölbes des Chors zeigen Maria mit dem Kind, die Heiligen Fabian und Sebastian, unter deren Patrozinium die Kirche stand, Anna selbdritt und die heilige Katharina mit den Attributen Rad und Schwert. Um den Schlussstein mit den Kirchenpatronen finden sich kranzförmig angeordnete Wappen alter Sulzer Familien.

Die Wappenschilder an der Wand neben der Kanzel im Langhaus verweisen auf Herzogin Sabina von Bayern, Herzog Ulrich von Württemberg und Hans von Weitingen, der während der Bauzeit der Kirche Obervogt von Sulz war.

Das Kruzifix über dem Altar stammt aus dem 17. Jahrhundert. und folgt dem Typus Großer Schmerzensmann.

Die Kanzel von 1956 ist mit Reliefs von Ulrich Henn geschmückt, die das Gleichnis vom barmherzigen Samariter, das Gleichnis vom verlorenen Sohn und das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner darstellen. Der Altar stammt ebenfalls aus den 1950er-Jahren. Der Taufstein stammt aus der Erbauungszeit der Kirche.

Epitaphe mini|Epitaph im Chor der Stadtkirche Sulz am Neckar über Magnus Friedrich Roos (1727–1803) Epitaph für Anna von Hohengeroldseck geb. Gräfin von Lindow und Ruppin und ihren Sohn Walther, 1528, Bronzeplatte, die mit einer steinernen Einfassung versehen ist Zwei steinerne Grabplatten für Zacharias Hesch (Stadtschreiber und Untervogt in Sulz) und seiner Ehefrau Catharina Hesch geb. Moser, 17. Jahrhundert Epitaph für Untervogt Philipp Zweiffel Steinernes Epitaph des Obervogts Daniel von Anweil, 1598 Epitaph von Magnus Friedrich Roos

Farbglasfenster Die farbigen Glasfenster im Chor wurden 1885 und 1903 eingebaut.

Das Metropolitan Museum of Art in New York ist im Besitz zweier Kirchenfenster der Evangelischen Stadtkirche Sulz aus dem Jahr 1518. Sie sind in The Cloisters zu finden. Abgebildet sind das Stifterpaar Wilhelm von Weitingen und seine Frau Barbara von Zimmern.

Orgel Die heutige Orgel wurde 1959 mit 21 Registern von der Orgelbaufirma Gebr. Link erbaut und an der nördlichen Chorwand aufgestellt, um den freien Blick in den Chor möglichst wenig zu stören. Der Prospekt wurde vom Architekten Albert Stenzel aus Musberg entworfen.

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Einzelnachweise

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