Die elektrischen Tagebaulokomotiven vom Typ 27E wurden von 1984 bis 1989 bei Škoda in 90 Exemplaren für die im Nordwesten Tschechiens gelegenen Tagebaubetriebe Sokolovská uhelná (SU, 25 Exemplare) und Mostecká uhelná společnost (MUS, 65 Exemplare) gefertigt. Die Lokomotiven waren die Weiterentwicklung der Baureihe Škoda 26Em, die seit 1972 in beiden Abbaugebieten verwendet wurden.
2025 wurden bei beiden Betrieben noch 15 Exemplare verwendet. Eine Lokomotive, die 127 700-3, Fabriknummer 8500, ist seit Ende 2018 im Podkrušnohorské technické muzeum erhalten.
Geschichte mini|links|Lokomotive 127.707 mit Nummer aus dem nationalen tschechischen Baureihenschema Nachdem von 1972 bis 1975 bei Škoda mehrere dreiteilige, sechsachsige Tagebaulokomotiven vom Typ Škoda 26Em bei der Mostecká uhelná společnost und den Sokolovská uhelná geliefert wurden, machte sich für den weiteren Bedarf bei dem Hersteller eine Überarbeitung der bisher eingesetzten Lokomotivkonstruktion erforderlich. Daher wurde bei gleichbleibender Grundkonzeption anstelle der älteren Widerstandssteuerung eine aus Kanthal verwendet. Dadurch konnte das Gewicht der Lokomotiven deutlich verringert werden. Dafür musste die Belüftung der elektrischen Anlage wesentlich vergrößert werden, dafür hat die Škoda 27E gegenüber ihrer Vorgängervariante mehr Lüfterklappen in den Seitenteilen.
Die Lokomotiven waren zunächst eine Ergänzung für die Vorgängervariante, für beide Kohlefahrbetriebe wurden Maschinen mit einer Gesamtmasse von 155 bzw. 165 t angeboten. Dabei ist es aus den Lieferungen ersichtlich, dass auch beide Gewichtsgruppen für beide Kohlefahrbetriebe geliefert wurden.Internetseite über die Lokomotivlieferungen der Škoda 27E auf spz.logout.cz Die ersten Lokomotiven wurden 1984 für den Kohlefahrbetrieb in Komořany geliefert. 1989 erhielten auch die Sokolovská uhelná ihre Lokomotiven. Sie wurden in den Tagebauen Jiří und Družba eingesetzt.
Im Zuge des Umsatzrückganges bei der Braunkohlenförderung durch sinkende Nachfrage und Umstellung des Tagebaubetriebes auf Förderbandtechnologie ist heute nur noch ein Bruchteil der Fahrzeuge in Betrieb. Im Gebiet von Most und Sokolov wurden einige Maschinen, die äußerlich an ihrer grünen Farbgebung zu erkennen sind, modernisiert. Dabei haben sie eine Überarbeitung der elektrischen Anlage und eine Steuerung mit Joystick erhalten.Bericht über die Modernisierung der letzten Lokomotiven Škoda 27E auf suas.cz Die nicht mehr benötigten Lokomotiven wurden abgestellt. Einige von ihnen wurden verschrottet, andere werden als Ersatzteilspender verwendet. Dabei betraf es auch Lokomotiven mit dem Baujahr 1989, somit haben manche Lokomotiven ein Dienstalter von lediglich 12 Jahren erreicht.
Technik mini|links|Führerstand einer Škoda 27E in der ursprünglichen Ausführung Die Lokomotiven entsprechen vom mechanischen Aufbau der Škoda 26Em als dreiteilige Maschinen, um den Betrieb auf unebenen Gleisanlagen in den Braunkohlentagebau sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung besser auszugleichen. Die Lokomotiven sind gegenüber ihrer Vorgängervariante mit einem niedrigeren Schwerpunkt ausgestattet, was die Gefahr des Umkippens bei einer Entgleisung deutlich verringert. Ihre Hauptkomponenten sind besser zugänglich angeordnet. Auch wurde für die Dimensionierung einiger Hauptrahmenplatten ein geringeres Maß verwendet, was zusätzlich zu einem geringeren Gewicht führt. Um die Kurvenfahrt zu verbessern, wurden die Verbindungsglieder zwischen den einzelnen Antriebselementen überarbeitet. Die Verbindung der einzelnen Sektionen besteht bei der Škoda 27E aus Zwischen- und Ausgleichgabeln, die die Relativbewegungen der einzelnen Sektionen bei abrupten Steigungs- und Richtungswechseln besser ausgleichen können.
Die Änderungen der Škoda 27E gegenüber den Vorgängerlokomotiven betreffen besonders die elektrische Ausrüstung. Durch die Verwendung der Kanthal-Widerstandssteuerung war eine völlig neue Belüftung der Anlage zu konstruieren, was äußerlich durch die zahlreicheren Lüftungsschlitze bemerkbar ist. Jedes Teil der Lokomotive ist unabhängig und verfügt über eine eigene Hauptsteuerung, einen eigenen Lüfter und eine eigene Widerstandssteuerung. Die Luftverdichter und die Hauptluftbehälter befinden sich in den äußeren Teilen. Im Mittelteil sind der Hauptschalter und das Führerhaus mit den Steuerelementen für den Lokomotivbetrieb untergebracht. Die Lokomotiven sind wie die Vorgänger mit diagonal gelegenüberliegenden Führerständen ausgeführt. Ursprünglich besaßen sie eine Steuerung über herkömmliche Fahrschalter mit Steuerhandrad und eine mechanische Verbindung der Bremshebel. In der Praxis sind die Lokomotiven so gesteuert, dass sie ihre Höchstgeschwindigkeit nicht erreichen können; es existiert eine Sperre zwischen der Umschaltung Reihe / Parallel.Internetseite über die technischen Daten der Škoda 27E auf spz.logout.cz Nach der Renovierung haben sie die geänderte Führerstandsform mit der Joystick-Bedienung und elektronischer Steuerung. Außerdem erhielten sie bei der Gelegenheit eine Mikroprozessorsteuerung. Dadurch wurde besonders der Energieverbrauch minimiert.
Siehe auch
Liste von Elektrolokomotiven von Škoda
Weblinks
Internetseite über Škoda-Lokomotiven vom Typ 27E auf spz.logout.cz
Einzelnachweise
Kategorie:Elektrolokomotive für Gleichstrom 1500 V Kategorie:Tagebaulokomotive Kategorie:Schienenfahrzeug (Škoda) Kategorie:Triebfahrzeug (Tschechoslowakei) Kategorie:Triebfahrzeug (Tschechien)