mini|hochkant=1.5|Die Westricher Hochfläche (farblich hervorgehoben) im westlichen Anschluss an den Pfälzerwald nebst südlicher Fortsetzung nach Lothringen

Als Westricher Hochfläche,Helmut Beeger u. a.: Die Landschaften von Rheinhessen-Pfalz – Benennung und räumliche Abgrenzung. In: Berichte zur deutschen Landeskunde. Band 63, Heft 2, Trier 1989, S. 327–359. auch als Zweibrücker WestrichSo z. B. im Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. oder Südwestpfälzische HochflächeHeinz Wittner: Großer Pfalzführer. S. 479.Emil Heuser: Neuer Pfalzführer. S. 6. wird eine Landschaft bezeichnet, die größtenteils im Bundesland Rheinland-Pfalz, zu kleineren Anteilen auch im Saarland (Saarpfalz-Kreis) liegt. Ihr Kerngebiet im Südwesten der Region Pfalz ist Teil der historischen Region Westrich.August Becker: Die Pfalz und die Pfälzer. S. 347–354, S. 363–368, S. 369–385.

Geographie Struktur und Grenzen mini|links|Sickinger Stufe: Anstieg von Landstuhl (links) auf die Sickinger Höhe hinauf (rechts)

Die Westricher Hochfläche besteht in erster Linie aus der Sickinger Höhe im Norden und dem Zweibrücker Hügelland im Süden, das morphologisch eigentlich mehr zum nordöstlichen Lothringen (Frankreich) gehört.Michael Geiger: Die Landschaften der Pfalz. S. 102–103.

Nach Nordwesten, zum Homburger Becken, und vor allem nach Norden, zum Landstuhler Bruch, fällt die Kern-Hochfläche in einer markanten Schichtstufe, der Sickinger Stufe, ab, während der östliche Westrichrand einen eher fließenden Übergang des Muschelkalk­plateaus in den Buntsandstein des Pfälzerwaldes darstellt. Die unten angegebenen Teilflächen an der Moosalbe und bei Eppenbrunn ragen auch bis in die Bewaldungen des Naturparks Pfälzerwald hinein. Nach inzwischen gängiger Einstufung bilden demgegenüber das Queidersbach- und das Moosalbtal, der östliche Besiedlungsrand von Pirmasens sowie die Trualbe den eigentlichen Ostrand.Helmut Beeger u. a.: Die Landschaften von Rheinhessen-Pfalz – Benennung und räumliche Abgrenzung. In: Berichte zur deutschen Landeskunde. Band 63, Heft 2, Trier 1989, S. 336–338.

Nach Süden findet das Zweibrücker Hügelland eine Fortsetzung nach Frankreich hinein.

Die mittlere Westgrenze zum Sankt Ingbert-Kirkeler Waldgebiet und, weiter südlich, zum Bliesgau, verläuft nach der Bundesanstalt für Landeskunde (Blatt Saarbrücken) wie auch nach landläufiger Auffassung knapp westlich der saarländischen Landesgrenze und übertritt das Tal der Blies nicht, welches hiernach als Abgrenzung zur erstgenannten Landschaft gilt. Dem steht eine rein saarlandinterne Gliederung nach Quasten (siehe Gliederung nach Quasten 1992) gegenüber, die auch einen schmalen Teil der Landschaft südwestlich Blieskastels (rechts = westlich der Blies) noch zum Zweibrücker Westrich zählt.Systeme Schneider/Werle (Blätter Saarbrücken und Trier/Mettendorf) vs. Quasten auf einer Karte. (PDF, 2,0 MB)

Naturräumliche Gliederung mini|hochkant=1.5|Naturräume der Westricher Hochfläche

Naturräumlich gliedert sich die Hochfläche wie folgt: (PDF; 1,78 MB).Verschiedene Autoren: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten in Einzelblättern 1:200.000. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1952–1994. → Online-Karten Blatt 159: Saarbrücken (Helga Schneider 1972; 154 S.) Blatt 160: Landau i. d. Pfalz (Adalbert Pemöller 1969; 47 S.)

180 Zweibrücker Westrich (632,9 km² in Rheinland-Pfalz [RP] sowie kleinere Anteile im Saarland [SL]) 180.0 Sickinger Stufe (36,1 km² plus Anteile im SL) 180.1 Östlicher Westrichrand (135,5 km², ganz in RP) 180.10 Moosalb­talgebiet (87,2 km²) 180.11 Eppenbrunner Hügelland (48,3 km²) 180.2 Sickinger Höhe (212,0 km², ganz in RP) 180.3 Zweibrücker Hügelland (249,3 km² plus Randanteile im SL) 180.30 Untere Schwarzbach­talweitung (91,2 km² plus Randanteile im SL) 180.31 Pirmasenser Hügelland (107,0 km², ganz in RP) 180.32 Schwalb­hügelland (51,1 km² plus Anteile im SL)

Fließgewässer Die Sickinger Höhe, die hauptsächlich durch die Wallhalb (17,9 km; 100,2 km² Einzugsgebiet) und den Auerbach (16,5 km; 80,4 km²) entwässert wird, reicht im Süden bis unmittelbar vor die Talweitung des Schwarzbachs. Der Osten des Zweibrücker Hügellandes (Pirmasenser Hügelland) wird vor allem durch die Felsalb (17,7 km; insgesamt 76,0 km²) entwässert, der Westen (Schwalbhügelland) durch Schwalb (114,5 km²) und Bickenalb (78,8 km²), wobei gerade vom namensgebenden Flüsschen nur ein kleiner Mündungsabschnitt auf deutschem Boden liegt. Vom Hornbach, dem Vorfluter von Felsalb, Schwalb und Bickenalb, liegt ebenfalls nur der kürzere Mündungsabschnitt in Deutschland und dieser fast komplett in der unteren Schwarzbachtalweitung. Im Norden entwässert der Lambsbach direkt zur Blies hin die Sickinger Höhe.

Nah dem Nordrand der Sickinger Höhe verläuft die Pfälzische Hauptwasserscheide zwischen dem Ober- und dem Mittelrhein (Mosel), wobei fast die gesamte Hochfläche über den Schwarzbach zu Blies, Saar und letztendlich Mosel entwässert wird.

Geschichte Eine wichtige historische Person der Gegend war der Ritter Franz von Sickingen (1481–1523), der zur Zeit des Übergangs vom Mittelalter zur Neuzeit Anführer der rheinischen und schwäbischen Ritterschaft war. Als Unterstützer von Anhängern der Reformation stritt er für die Säkularisation der kirchlichen Güter und führte seine Standesgenossen im Ritterkrieg an.

Sehenswürdigkeiten und Kultur mini|Der Krähenberg-Meteorit Lokale Sehenswürdigkeiten werden beispielsweise im Artikel Mühlenweg behandelt. 1869 sorgte der Krähenberg-Meteorit für überregionale Beachtung.

Die Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben widmet sich intensiv der Pflege der Pfälzer Mundart und veranstaltet seit 1991 den Sickinger Mundartwettstreit.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Straße mini|Schwarzbachtalbrücke der A 62

Erschlossen wird die Westricher Hochfläche durch die im Südteil von West nach Ost (zwischen Zweibrücken und Pirmasens) verlaufende Autobahn 8 sowie die Autobahn 62, die – teilweise erst zweispurig ausgebaut – Landstuhl im Norden mit Pirmasens im Süden verbindet.

Parallel zur Autobahn 8 verläuft die alte Bundesstraße 10, und von Kaiserslautern nach Pirmasens führt am Ostrand der Hochfläche die Bundesstraße 270.

Schiene Ebenfalls etwa parallel zur A 8 verläuft die Bahnstrecke Zweibrücken–Pirmasens-Nord, die Teil der Verbindung Saarbrücken–Karlsruhe ist.

Besiedelung Die Westricher Hochfläche ist nur dünn besiedelt. Größere Städte gibt es lediglich an Randlagen mit Zweibrücken im südlichen Westen und Pirmasens im südlichen Osten sowie – westlich außerhalb der Sickinger Höhe und jenseits der Schichtstufe – Homburg.Michael Geiger: Die Landschaften der Pfalz. S. 103.

Literatur

Weblinks BfN-Landschaftssteckbriefe Sickinger Höhe und Zweibrücker Hügelland Östlicher Westrichrand und Sickinger Stufe

Einzelnachweise

Kategorie:Landschaft in Rheinland-Pfalz Kategorie:Westpfalz