mini|hochkant|Wappen der Schuwe im Wappenbuch des Westfälischen Adels Schuwe (auch Schuwen, Schuve o. ä.) ist der Name eines erloschenen westfälischen Uradelsgeschlechts.

Geschichte Das Geschlecht stammte aus Ostwestfalen, wo es eng mit dem Hochstift Paderborn verbunden war und u. a. Burgmänner auf Burg Borgholz stellte.Spießen (1901–1903), S. 116. Ritter Berthold Schuwe (urkundlich 1295–1349) gehörte zur frühesten Gruppe von Rittern, die vom Paderborner Bischof Otto von Rietberg († 1307) ein Burglehen auf Borgholz empfingen. Er wird 1295 in einer Aufzählung der Burgmänner zu Borgholz als Erster genannt.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 214u / Kloster Marienfeld / Urkunden, Nr. 313, abgerufen am 4. Februar 2026.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, U 202u / Gesamtarchiv von Spiegel (Dep.) / Urkunden, Nr. 8, abgerufen am 4. Februar 2026. Der „aus dem Raum Warburg stammende“ Dietrich von Schuwe war 1356 Amtmann im Amt Medebach und 1357 Amtmann zu Nordenau.Anton Führer: Geschichtliche Nachrichten über Medebach und seine Nachbarorte. Naumburg 1938, Nr. 292 und 296. 1393 war ein Johann Schuwe Paderborner Kanoniker.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, Hel.A.Uk / Helmern A, Urkunden, Nr. Hel.A.Uk - VII 6, abgerufen am 4. Februar 2026. Heinrich Schuwe (urkundlich 1401–1441; erscheint 1444 als †), verheiratet mit Mette (urkundlich 1444), war 1430 Bürgermeister in Wiedenbrück. Er sicherte 1420 der Marienkapelle zu Wiedenbrück eine Rente zu, weil dieselbe ihm einen Weg hinter einem Haus gelassen hatte. 1441 leistete er Verzicht auf ein Haus am Osttor zu Wiedenbrück, das er bereits 1434 zusammen mit einem Kamp vor dem Tor verkauft hatte.Stadtarchiv Soest, A / Stadtarchiv Soest, Bestand A (1166-1750), Nr. 9575, abgerufen am 4. Februar 2026.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 905u / Kollegiatstift Wiedenbrück / Urkunden, Nr. 90, Nr. 92, Nr. 100, Nr. 102, Nr. 103, Nr. 110, Nr. 113, abgerufen am 4. Februar 2026.

Doch sind die Schuwe nicht nur als landesherrliche Vasallen und Amtsträger überliefert, sondern auch als Besitzer umfangreicher Güter und Rechte sowie als Urkundenzeugen und Bürgen, wie eine Vielzahl von Urkunden aus dem 14. und 15. Jahrhundert belegt. Besitz hatte die Familie dabei nicht nur auf Burg Borgholz und in Borgentreich selbst. Tatsächlich waren sie zwischenzeitlich alleine oder zusammen mit anderen Personen im Besitz von mehreren anderen Burgen:

1330 trat der bereits erwähnte Bertold Schuve zusammen mit seinem Bruder Friedrich als Bürge für den Knappen Johann von Essentho auf.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 614u / Kloster Wormeln / Urkunden, Nr. 53, abgerufen am 4. Februar 2026. 1332 ließen Ritter Bertold genannt Schuwen und seine Brüder, die Knappen Friedrich und Dietrich, dem Knappen Sander von Escheberg die Hälfte des Zehnten in Beynvilt auf, den sie von ihm zu Lehen getragen hatten, und baten um erneute Belehnung.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 602u / Kloster Dalheim / Urkunden, Nr. 75, abgerufen am 4. Februar 2026. Dietrich Scuwe der Ältere (erscheint 1356 als †) räumte 1336 dem Kloster Hardehausen das Recht ein, einen ihm überlassenen großen und kleinen Zehnten in beiden Dörfern Roden (Rhöda) zurückzukaufen. Auch ein Wener genannt Schuwe sowie die Brüder Dietrich und Sander genannt Schuwen, Knappen, erscheinen 1360 bzw. 1364 in Hardehausener Urkunden.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 604u / Kloster Hardehausen / Urkunden, Nr. 521, Nr. 593, Nr. 606, Nr. 617, abgerufen am 4. Februar 2026. Ritter Bertold Schuwe und seine Söhne Johann und Wilhelm erwarben 1349 zusammen mit Dietrich Schuwe dem Älteren und Bertolds Bruder, dem Knappen Friedrich Schuwe, sowie anderen Personen vom Stift Corvey für 460 Mark lötigen Silbers die Burg Kogelenberge und den Corveyer Anteil an der Stadt Volkmarsen.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, V 501u / Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Münster (Dep.) / Urkunden, Nr. 52, abgerufen am 4. Februar 2026. Danach verpflichtete sich Bertolds Sohn Wilhelm Schuwe 1351 zusammen mit dem Corveyer Abt und anderen gegenüber dem Ritter Dyderiche van Uslacht, Amtmann des Landgrafen Heinrich II. von Hessen auf dem Kogelnberg, den Burgfrieden zu wahren.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, A 036u / Amt Kogelnberg-Volkmarsen / Urkunden, Nr. 3, abgerufen am 4. Februar 2026. Derselbe Wilhelm Schuwe erscheint 1367 auch als Urkundenzeuge für den Paderborner Bischof Heinrich von Spiegel zum Desenberg († 1380). 1358 bekam Ritter Bernhard Schuwe vom Paderborner Bischof Balduin von Steinfurt († um 1362) das Schloß tho dem Bredinborne für 307 Mark lötigen Silbers Warburger Währung versetzt. 1363 reversierten die Brüder Dietrich, Werner und Alexander (Thideryk, Werner und Sander) Schuwe über die von Bischof Heinrich für 130 Mark geschehene Verpfändung der Burg Peckelsheim. 1371 verkauften die Brüder Wicherus und Tidericus von Schuwen, Knappen, und ihre Frauen Conegudis und Petronella eine Rente.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, W 151u / Sammlung Westfälische Familien (z.T. Dep.) / Urkunden, Nr. 661, abgerufen am 4. Februar 2026. 1384 empfingen Johann Schuwe und seine beiden Söhne Bertold und Johann vom Paderborner Bischof Simon von Sternberg († 1389) für 125 Mark Göttinger Währung die Korngulde genannt de schepelhure in dem Aldewode vor Borgentreich und den dortigen Hauszins als Pfandbesitz. 1385 erhielten derselbe Simon und die Schuwes vom Corveyer Abt Bodo von Pyrmont († 1395) und dem dortigen Kapitel die Zustimmung für ein Übereinkommen zur Einlöse von Beverungen. Die 80 Mark Einlöse sollten die Schuwes an Johann von der Malsborg auszahlen, was Johann Schuwe 1386 urkundlich bestätigte. 1388 schließlich lösten Knappe Johann Schuwe und seine Söhne Bertold und Johann die Schuldverschreibung des Hochstifts Paderborn auf das Amt Beverungen in Höhe von 80 Mark ein. Bischof Simons Nachnachfolger Johann von Hoya (1355–1424) verpfändete 1394 dem Johann Schuwe und seinen Söhnen Bertold und Johann für 1500 Rheinische Gulden den alten Corveyschen Anteil von Beverungen. Ein Jahr später bekundete Bischof Johann die Gründung eines Hospitals in Borgentreich durch Johann Schuwe, dessen Söhn und den Paderborner Priester Heinrich von Swedekessen.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 401u / Fürstbistum Paderborn / Urkunden, Nr. 791, Nr. 828, Nr. 874, Nr. 1126 - a, Nr. 1126 - b, Nr. 1127, Nr. 1158, Nr. 1135, Nr. 1191, Nr. 1277, Nr. 1278 - a, Nr. 1279 - a, abgerufen am 4. Februar 2026.

Im weiteren Verlauf kam es vermehrt zum Verkauf von Familiengütern: Im April 1393 verkaufte Frederich Schuwe, Wernhers Sohn, seine Hälfte des Hofs zu Niedernatzungen. Dietrich Schuwe und sein Sohn Frederich geben ihre Zustimmung, da es sich um ihr Samtgut handelte. Auch Johann Schuwe, Bertold Schuwe und der Paderborner Kanoniker Johann Schuwe willigten als Ganerben in den Verkauf ein. Neben dem Aussteller siegeln auch Frederich Schuwe, Dietrichs Sohn, Johann, Bertold und Johann Schuwe. Im November desselben Jahres tilgten Dyderek Schuwe und sein Sohn Frederek Schuwe eine Schuld durch Verschreibung einer Rente aus ihrer Hälfte der Hufen zu Niedernatzungen vor Borgholz. Die andere Hälfte gehörte ihrem Vetter Frederke Schuwe, Sohn des verstorbenen Wernher Schuwe. Neben den drei Genannten wurde die Urkunde auch noch von Johann Schuwe dem Älteren und dessen Söhnen Bertold und Johann besiegelt, da das Land ihr Samtgut war. Fünf Jahre später, 1398, versetzten der Knappe Vrederik Schuwe, seine Frau Ermegard und sein Sohn, der Knappe Diderik Schuwe, eine Kornrente aus ihrem halben Hof zu Niedernatzungen. Im selben Jahr gaben dieselben ihre Zustimmung zum Verkauf eines Rentenbriefs. 1400 folgte durch Vrederich Schuwe, Dideriks Sohn, und Vrederich Schuwe, Werhers Sohn, ein gemeinsamer Verkauf ihres Viertels am Zehnten to hoen Baddinhusen vor Peckelsheim.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Hel.A.Uk / Helmern A, Urkunden, Nr. Hel.A.Uk - VII 6, Nr. Hel.A.Uk - VII 9, Nr. Hel.A.Uk - VII 10, Nr. Hel.A.Uk - VII 11, Nr. Hel.A.Uk - VII 13, abgerufen am 4. Februar 2026.

1403 hatten die Schuwe ihren Burgmannsitz auf Borgholz verloren. Ihre Lehnsnachfolger waren die Herren von Westphalen.Rainer Decker: Die Ritterschaft des Hochstiftes Paderborn. In: Heimatkundliche Schriftenreihe der Volksbank Paderborn 13, Paderborn 1982, S. 9.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 605 / Stift Heerse (Neuenheerse) / Akten, Nr. 0 - Lehen Nr.32, abgerufen am 4. Februar 2026. Laut Max von Spießen erlosch die Familie um 1470.

Wappen Blasonierung: In Silber drei (1:2) rote Bärentatzen, die eine aus dem oberen, die anderen aus dem unteren Schildrand rechts und links hervorwachsend (teilweise auch aus den drei Winkeln hervorwachsend). Auf dem Helm mit rot-silbernen Helmdecken zwei rote, nach außen gebogene Bärentatzen.

Literatur Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 116 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 289 (hhu.de).

Einzelnachweise

Kategorie:Westfälisches Adelsgeschlecht