mini|Evangelische Kirche Allmannsweier Die Evangelische Kirche Allmannsweier ist eine barocke Saalkirche in Allmannsweier, einem Ortsteil der Gemeinde Schwanau im Ortenaukreis in Baden-Württemberg. Sie gehört zur evangelischen Kirchengemeinde Allmannsweier im Kirchenbezirk Ortenau der Evangelischen Landeskirche in Baden und ist für ihre Orgel von Blasius Schaxel bekannt.

Geschichte Eine erste Kirche in Allmannsweier wurde wohl um das Jahr 1200 errichtet. 1419 wird sie als St. Nikolaus erwähnt und war Filiale der Ottenheimer Johannespfarrei. Mit dem Anwachsen der Bevölkerung erwies sich dieses frühe Gotteshaus nach geraumer Zeit als zu klein, sodass es im Jahr 1470 fast vollständig abgerissen und in vergrößerter Form neu aufgebaut wurde. Auch dieses Bauwerk genügte jedoch nach einiger Zeit nicht mehr den räumlichen Anforderungen der Gemeinde.

In der Folge entschloss sich die Dorfgemeinschaft zum Bau eines neuen Gotteshauses. Die damaligen Entscheidungsträger verfolgten dabei das Ziel, einen Sakralbau zu errichten, der nicht nur den praktischen Bedürfnissen entsprach, sondern zugleich als Zierde und Schmuck für Allmannsweier und die umliegende Landschaft gelten sollte. Nach einem Bericht des damaligen Pfarrers Schweickhardt begannen im Frühjahr 1781 die Bauarbeiten am neuen Kirchengebäude. Über nahezu zwei Jahre hinweg waren Handwerker und Helfer mit dem Bau beschäftigt. Die Einweihung der Kirche fand am ersten Adventssonntag des Jahres 1783 statt. Über den Abschluss des Kirchenbaus informiert eine Relieftafel über dem Kirchenschiff, die Auskunft über die Personen gibt, die den Bau der Kirche veranlasst haben.

2020 wurde die Kirche saniert.

Architektur und Ausstattung mini|Innenraumansicht 1971 Die Kirche ist im Barockstil erbaut und besitzt einen Chor mit Fünfachtelschluss. Ein markanter doppelter Schieferkuppelhelm auf dem Kirchturm prägt das Ortsbild und ist das Wahrzeichen von Allmannsweier. Altar, Kanzel und Orgel stehen gemäß dem protestantischen Gottesdienstverständnis im Mittelpunkt des Innenraumes.

Altar Im Mittelpunkt des Kirchenraums steht der Altar, um den sich die Gemeinde versammelt. Dieser ist aus fleischfarbenem Stuckmarmor gefertigt und in seiner Mitte durch ein Zylinderrohr durchbrochen. In diesem befindet sich ein vergoldetes Lamm mit Kreuz und Fahne.

Kanzel Ebenfalls aus Stuckmarmor ist die Kanzel gestaltet, die 1783 von Ignaz Speckler aus Offenburg 1783 gefertigt wurde. An ihren vier Seitenfeldern sind die vier Evangelisten mit ihren jeweiligen Symbolen dargestellt. An den vier Ecken der Kanzel sind vergoldete Holzurnen angebracht, aus denen Flammen emporsteigen. Der Kanzeldeckel besteht ebenfalls aus Stuckmarmor. Auf ihm stehen in weißen Wolkengebilden zwei goldene Engel, die mit einer Hand die Tafeln mit den zehn Geboten halten, von denen Strahlenbündel ausgehen, während sie mit der anderen Hand in die Ferne weisen. Ursprünglich hielt nur ein Engel diese Gesetzestafeln, während der zweite unter der Kanzel befestigt war. Im Zuge von Renovierungsarbeiten wurde der zweite Engel nach oben versetzt; den unteren Abschluss der Kanzel bildet heute eine Goldkugel. Aus den Wolken blickt zudem ein Engelkopf in den Kirchenraum hinab.

Orgel mini|Blasius-Schaxel-Orgel (Foto von 1971) Die Orgel der Kirche mit ihren 22 Registern auf zwei Manualen und Pedal ist ein Werk des Orgelbaumeisters Blasius Schaxel aus Herbolzheim, die bis spätestens 1804 vollendet war. 1818 verbesserte er die Orgel nochmals, wobei nicht bekannt ist, welcher Art die Verbesserungen waren. 1855 erweiterte Josef Schaxel die Orgel um zwei Register; 1875 erweiterte die Orgelbaufirma Beck & Weiser die Orgel nochmals um vier Register. 1965 wurde sie von Ernest Mühleisen in den Ursprungszustand restauriert. 2020 fand eine Instandsetzung durch Orgelbau Vier statt.

Die Orgel wird nicht nur in den Gottesdiensten, sondern auch für regelmäßig stattfindende Orgelkonzerte genutzt. Die Disposition lautet: I Positiv/Recit C–d313.Gedeckt8′14.Montre4′15.Waldflöte2′16.Sesquialter II′17.Zimbel III18.Vox humana8′II Hauptwerk C–d31.Bourdon16′2.Prinzipal8′3.Bourdon8′4.Oktave4′5.Flöte4′6.Quinte′7.Oktave2′8.Terz′9.Kornett V10.Mixtur IV(′)11.Cimbal III(′)12.Trompete 8′ (B/D)Pedal C–d119.Subbass16′20.Oktavbass8′21.Trompete8′22.Clairon4′

Koppeln: I/II, II/P, I/P Effektregister: Tremulant

Glocken Im Kirchturm befinden sich vier Glocken, die zusammen das Wachet auf-Motiv ergeben. Die jüngste Glocke wurde 2016 anlässlich des 1000-jährigen Jubiläums von Allmannsweier durch die Glockengießerei Voegele gegossen. Der erste Guss öffentlich vor Ort misslang jedoch, da die Glocke einen Riss hatte. Grund dafür war eine falsche Zusammensetzung der Metalllegierung. Ein zweiter Guss erfolgte dann in der Werkstatt der Firma Voegele. NameSchlagtonGussjahrGlockengießerChristusglockee'1949RinckerLutherglockeg'Paulusglockeh'1859Karl Rosenlächer, KonstanzJubiläumsglockecis"2016Glockengießerei Voegelé, Straßburg

Weblinks

Website der Kirchengemeinde Informationen zur Orgel auf OrganIndex

Einzelnachweise

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