mini|hochkant|Familienwappen Del Vasto und der Markgrafschaft Saluzzo Ludwig I. von Saluzzo (Ludovico I. Del Vasto, Ludovico I. di Saluzzo) (Saluzzo, 1405 – Saluzzo, 15. April 1475) war Markgraf von Saluzzo. Er regierte die Markgrafschaft 59 Jahre lang und gilt damit als einer der langlebigsten Herrscher der Geschichte.
Leben Er war der einzige überlebende eheliche Sohn des Markgrafen Thomas III. von Saluzzo und dessen Ehefrau Margarete von Roucy (Pierrepont-Roussy). Beim Tod seines Vaters im Oktober 1416 war Ludwig noch ein Kind von neun oder zehn Jahren und daher nicht regierungsfähig. Die Regentschaft über die Markgrafschaft übernahm zunächst sein älterer Halbbruder Valeriano (Valerano) von Saluzzo, ein illegitimer Sohn Thomas’ III., der bereits zuvor als Kastellan von Manta und Verzuolo eingesetzt worden war. In ihrem Testament vom April 1419 bestätigte Margarete von Roucy Valeriano ausdrücklich als Regenten, bis ihr Sohn die Regierung selbst übernehmen konnte.
Zwar leistete Ludwig am 16. Januar 1419 dem Herzog von Savoyen, Amadeus VIII., den Lehenseid und wurde dadurch formell dessen Vasall, aber eine tatsächliche Kontrolle über die piemontesischen Täler durch den Herzog bestand keineswegs und er war auf den Markgrafen angewiesen. Diese relative Unabhängigkeit bildete die Grundlage, auf der Ludwig später als neutraler Vermittler zwischen den größeren Mächten Norditaliens agieren konnte.
Nach Erreichen der Volljährigkeit übernahm er die Herrschaft selbst und regierte bis zu seinem Tod im Jahr 1475. Seine nahezu sechzigjährige Regierungszeit gilt als Höhepunkt der politischen und wirtschaftlichen Bedeutung Saluzzos.
Ludwig I. pflegte ausgesprochen gute Beziehungen zu seinen mächtigen Nachbarn, insbesondere zum Haus Savoyen, in dessen Diensten er als Generalleutnant im Piemont tätig war. Als Zeichen dieser engen Verbundenheit wurde ihm 1434 das Rittercollier des höchsten savoyischen Ordens der Allerheiligsten Verkündigung verliehen.
Auch zur Markgrafschaft Montferrat knüpfte er enge dynastische sowie politische Bande und heiratete 1436 Isabella Palaiologina (1419–1475), die Tochter des Markgrafen Gian Giacomo von Montferrat. Nach dem Tod seines Schwiegervaters wurde Ludwig 1446 Statthalter von Montferrat, weil dessen Sohn Johann IV. von Herzog Amadeus von Savoyen inhaftiert wurde.
Zwischen 1436 und 1454 war Norditalien von den Lombardischen Kriegen geprägt, in deren Verlauf sich insbesondere Mailand, Venedig und Florenz wiederholt militärisch und diplomatisch gegenüberstanden. Nach dem Tod Filippo Maria Viscontis im Jahr 1447 und dem daraus resultierenden Machtvakuum in Mailand, das erst mit dem Aufstieg Francesco Sforzas beendet wurde, blieb die politische Lage auch nach dem Frieden von Lodi (1454) angespannt. In diesem Kontext wurde Ludwig I. von Saluzzo aufgrund seiner Neutralität und Umsicht zu einem besonders geschätzten Vermittler zwischen den konkurrierenden Mächten: Er verfolgte keine aggressive Expansionspolitik, unterhielt gute Beziehungen zu Savoyen, Montferrat und Frankreich, war politisch erfahren, aber zugleich nicht bedrohlich für seine Nachbarn. Zudem lag seine Markgrafschaft geografisch zwischen den großen Machtblöcken, was ihn zu einem neutralen Schiedsrichter prädestinierte und es ihm ermöglichte, in Auseinandersetzungen zu vermitteln, ohne eigene Vorteile erzwingen zu wollen.
Als Frankreich seine seit 1409 verlorene Oberhoheit über Genua 1458 wiederherstellte, wurde Ludwig zunächst von König Karl VII. als möglicher Gouverneur der Stadt in Betracht gezogen. Er lehnte dieses Amt jedoch ab, woraufhin Johann II. von Lothringen, Herzog von Kalabrien, mit der Regierung Genuas betraut wurde.
Mit dem Tod Ludwigs im Jahr 1475 endete die glanzvollste Epoche der Geschichte der Markgrafschaft Saluzzo. Die Herrschaft ging auf seinen ältesten Sohn Ludwig II. von Saluzzo über; in der Folgezeit begannen sich die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes jedoch allmählich zu verändern.
Familie und Nachkommen Ludovico heiratete am 7. August 1435 Isabella Palaiologa von Monferrat (1419–1475), Tochter von Gian Giacomo von Monferrato. Ihre Großeltern väterlicherseits waren Teodoro II. von Monferrato und dessen zweite Ehefrau Johanna von Bar. Mütterlicherseits war sie die Enkelin von Graf Amadeus VII. von Savoyen und dessen Ehefrau Bona von Berry. Ihre Kinder waren:
Ludovico II., Graf von Carmagnola, Markgraf von Saluzzo und Vizekönig von Neapel (1438–1504); Federico († 1481), Bischof von Carpentras von 1476 bis zu seinem Tod; Margherita († 1478); Gian Giacomo († 1512); Antonio († San Secondo, 1482), Baron von Anton, gefallen bei der Belagerung von San Secondo im Krieg der Rossis Carlo Domenico († 1510), Abt von Santa Maria di Staffarda, Casanova del Villar San Costanzo in Saluzzo, von San Pietro dell’Olmo; Bianca († 1487), heiratete Vitaliano II. Borromeo (1451–1493); Amedea; Luigia.
Ludovico hatte außerdem zwei illegitime Kinder:
Tommaso, Herr von Bonvicino, heiratete Lucia Bernezzo, Tochter und Erbin von Giovan Filippo, Herrn von Rossana; Pietro († nach dem 16. September 1535), Apostolischer Protonotar, Herr von San Giorgio di Monferrato.
Literatur Rinaldo Comba, SALUZZO, Ludovico I da, marchese di Saluzzo, in Dizionario biografico degli italiani, vol. 89, Istituto dell'Enciclopedia Italiana, 2017. Rinaldo Comba (Hrsg.), Ludovico I marchese di Saluzzo: un principe tra Francia e Italia (1416-1475), Società per gli studi storici, archeologici ed artistici della provincia di Cuneo, Cuneo 2003. Delfino Muletti, Carlo Muletti Memorie storico-diplomatiche appartenenti alla città ed ai marchesi di Saluzzo, volume V, livre 13 (1416-1475) Domenico Lobetti-Bodoni, Saluces, 1883. Anthony Stokvis, Manuel d'histoire, de généalogie et de chronologie de tous les États du globe, depuis les temps les plus reculés jusqu'à nos jours, préf. H. F. Wijnman, éditions Brill, Leyde 1890-1893, réédition 1966. Volume III, chapitre XII, § 11 « Saluces » et tableau généalogique no 16 p. 731-732
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