Karin Jacobs ist eine deutsche Physikerin und Professorin für Experimentalphysik an der Universität des Saarlandes. Sie gehört seit 2021 dem Präsidium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als Vizepräsidentin an und wurde am 2. Juli 2025 für eine zweite Amtszeit bestätigt.
Leben und Wirken Jacobs studierte von 1986 bis 1992 Physik an der Universität Konstanz und wurde 1997 in Experimentalphysik promoviert. Von 1997 bis 1999 war sie Postdoktorandin am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, das damals in Berlin-Adlershof ansässig war. Es folgten Stationen als wissenschaftliche Assistentin an der Universität Ulm (1999–2001) und als Projektleiterin in der Zentralen Forschung der Bayer AG in Leverkusen (2001–2002). Im Jahr 2002 wurde sie an die Universität des Saarlandes auf eine C3-Professur für Experimentalphysik berufen und 2009 zur W3-Professorin ernannt. Sie ist seit 2015 ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, und seit 2022 korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.
Jacobs wissenschaftliche Arbeit befasst sich mit der Physik weicher Materie an Benetzungs- und Haftphänomenen sowie der Adhäsion von Biomolekülen; ihre Gruppe nutzt dabei Rasterkraftmikroskopie und Kraftspektroskopie. Sie koordinierte das DFG-Schwerpunktprogramm SPP 1164 „Nano- und Mikrofluidik“ und war bis 2025 Mitglied des Vorstands des Sonderforschungsbereichs 1027 „Physikalische Modellierung von Nichtgleichgewichtsprozessen in biologischen Systemen“ an der Universität des Saarlandes. Im Jahr 2020 zeigte ihre Arbeitsgruppe, warum Krankenhauskeime wie Staphylococcus aureus an hydrophoben Oberflächen besonders stark haften und an hydrophilen schlechter, was Ansatzpunkte für antibakterielle Materialien liefert. Für ihre Beiträge zur Adhäsions- und Benetzungsphysik hielt sie 2015 die Beller Lectureship der American Physical Society. Im Wissenschaftssystem engagierte sie sich im DFG-Präsidium seit 2021 mit Schwerpunkten auf Nachwuchsförderung, Präsidial-AG „Nachhaltigkeit“ und Ad-hoc-AG des Senats zum Digitalen Wandel und wurde 2025 im Amt bestätigt. Seit 2025 ist sie eine der Herausgeberinnen des PhysikJournal der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und rief das Schulprojekt Lab-in-a-Box zur experimentellen Physikvermittlung ins Leben.
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Einzelnachweise
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