Saarteich (auch Kleipütte oder Spittdobben genannt) ist in Ostfriesland die gebräuchliche Bezeichnung für einen an der Binnenseite der Deiche befindlichen flachen Wasserteich, der durch das Abgraben von Erde zur Verstärkung und Ausbesserung der Deiche entstanden ist.Wilhelmshavener Heimatlexikon, Band 3, Brune-Mettcker Druck- und Verlags-GmbH, Wilhelmshaven 1987, Seite 7

Entstehung Die Entnahme von Klei für den Deichbau erfolgte laut Deichordnung normalerweise aus dem Vorland der Deiche, denn nur dort wurden die Entnahmestellen durch Aufschlickung von den Gezeiten wieder geschlossen. Stand im Vorland der Deiche nur noch wenig Kleimaterial zur Verfügung, so musste der Klei für Deicherhöhungen und -reparaturen direkt in einem schmalen Streifen hinter dem Deich entnommen werden. Die Entnahmestellen wurden in der oberen Bodenschicht bis in Tiefen von ein bis drei Meter gegraben, wodurch die mit Grundwasser und/oder Regenwasser gefüllten „Saarteiche“ entstanden. Sie weisen eine wertvolle Binsen- und Röhricht-Vegetation auf.NLWKN: Küstenschutz – Kleipütten in Ostfriesland, September 1997; abgerufen am 2. Februar 2026.

Auswahl Standorte mini|Kleipütte Heiselhusen Im Zuge des Abbaus von Klei und Sand für den Deichbau an der ostfriesischen Küste und an der Ems sind in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Feuchtgebiete, Tümpel und Seen entstanden, die sich mittlerweile zu wertvollen Biotopen entwickelt haben. Im Kleipüttenbericht des Staatlichen Amtes für Wasser und Abfall Aurich (Stand 9/1997), das im Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz aufgegangen ist, wurden die folgenden ausgewählten 40 Standorte genauer untersucht:

Nr. Name Fläche Lage1 Kleipütte im Wybelsumer Polder ca. 27 ha 2 Kleipütte Heiselhusen 3,7 ha 3 Kleipütte bei Upleward 4 Fischteich am Hamswehrumer Leeshaus 5 Angelteiche Dyksterkrug 6 Kleipütten bei Hauen ca. 47 ha 7 Feuchtbiotop Utlandshörn ca. 4,5 ha 8 Teiche am Langen Weg ca. 6,4 ha 9 Feuchtbiotop Kugel ca. 6 ha 10 Feuchtbiotop Petersbörg 6,2 ha 11 Kleipütte im Lütetsburger Polder ca. 3 ha 12 Angelteich Ostbense 13 Kleipütte Ostbense ca. 5,5 ha 14 Margenser Kuhle ca. 5,1 ha 15 Fischteich Addenhausen 16 Kleipütte im Iheringsgroden ca. 15 ha 17 Kleipütte im Kanalpolder ca. 3 ha 18 Kleipütte im Heinitzpolder ca. 19 ha 19 Fischteich Pogum 20 Badesee Marina-Bingum 21 Angelsee Plumenhörn 22 Spülfläche Coldam 7,5 ha 23 Angelsee Kirchborgum 24 Marker Insel 25 Kolk am Holthuser Tief 26 Baumanns Kolk 27 Erlensee Halte ca. 13 ha 28 Baggersee Vellage 29 Mahlbusen Schöpfwerk Diele 30 Spülfläche Woltersterborg ca. 1,8 ha 31 Angelsee Terborg 32 Angelsee Kleihusen 33 Spülfläche am Veenhuser Sieltief ca. 3,8 ha 34 Kleipütte Jemgumerfähre 35 Kleipütte am Heisfelder Siel 36 Angelsee Horst 37 Sandentnahmestelle Heyenhörn 38 Angelteiche Driever 39 Kleipütte Weekeborg ca. 2 ha 40 Angelteich Mitling

Literatur Karl-Ernst Behre: Ostfriesland – Die Geschichte seiner Landschaft und ihrer Besiedelung. Brune-Mettcker Druck- und Verlags-GmbH, Wilhelmshaven 2014, ISBN 978-3-941929-09-8, Seite 188

Weblinks NLWKN: Küstenschutz – Kleipütten in Ostfriesland, September 1997

Einzelnachweise

Kategorie:Biotoptyp Kategorie:Geographie (Ostfriesland)