Georg Schall (* 8. Februar 1886 in Steinenkirch; † 31. Januar 1966 in Stuttgart) war der 50. Apostel der Neuapostolischen Kirche. Von 1938 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1965 war er zudem Bezirksapostel für die neuapostolischen Gemeinden in Württemberg.
Leben Georg Schall wuchs als ältestes von neun Kindern auf dem Bauernhof der Familie auf. Sein Vater betrieb zusätzlich noch eine Küferei. Als ältestes Kind musste er oft auf seine jüngeren Geschwister aufpassen oder in harter Arbeit in den Betrieben der Familie aushelfen, was ihm oft die Kräfte raubte. Als 13. Jähriger verlor er seine Mutter. Oft hatte diese an Sonntagabenden aus der Bibel vorgelesen und ihren Kindern Worte daraus in Herz und Seele geschrieben. Der Tod der Mutter prägte den jungen Georg stark.
Nach seine Schulzeit begann er im benachbarten Geislingen an der Steige eine Ausbildung in einem Malerbetrieb. Mit 17 Jahren erfuhr er durch einen Arbeitskollegen von der Neuapostolischen Kirche. Fortan besuchte er die Gottesdienste und fand dort nach eigener Aussage Trost, Frieden und Freude. Am 21. Oktober 1903 versiegelte Apostel Georg Ruff ihn und so wurde Georg Schall Mitglied der Neuapostolischen Kirche. Sein Vater wiederum hatte kein Verständnis für die Entscheidung des jungen Mannes und warf ihn aus dem elterlichen Haus. Daraufhin allein und mittellos zog es ihn nach Ulm, wo er seine schwersten Tage erleben musste. Um 1905 herum fand er eine gute Anstellung in einem Malerbetrieb, in dem er zuletzt als Geschäftsführer tätig war. 1911 folgte die Aussöhnung mit dem Vater, die dieser angestrebt hatte. Ein Jahr später heiratete Georg Schall seine Margarete Junginger, aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.
1914 sendete Stammapostel Hermann Niehaus die Familie Schall nach Frankfurt am Main um den dortigen Apostel Johann Gottfried Bischoff zu unterstützen, ehe 1927 der Rückzug nach Württemberg folgte.
Am 31. Januar 1966 verstarb Georg Schall nach kurzer Krankheit in Stuttgart. Die Trauerfeier hielt Stammapostel Walter Schmidt in der Kirche Stuttgart-Süd. Beigesetzt wurde er auf dem Waldfriedhof Stuttgart.
Tätigkeiten in der Neuapostolischen Kirche
Nachdem Georg Schall im Jahr 1903 versiegelt wurde, wurde er am 2. April 1907 zum Unterdiakon gesetzt. Am 15. November desselben Jahres empfing er das Amt eines Priesters. Damit verbunden war der Auftrag als Vorsteher der Nachbargemeinde Blaubeuren zu dienen und jene Gemeinde zu gründen.
Stammaposten Niehaus holte die Familie Schall 1914 nach Frankfurt am Main. Georg Schall, inzwischen seit 1911 im Amt eines Bezirksevangelisten empfing dort verschiedene weitere Amtsstufen. 1916 wurde er zum Gemeindeältesten, 1920 zum Bezirksaltesten und schließlich im September 1923 zum Apostel ordiniert.
1927 verzog er wieder nach Württemberg um Bezirksapostel Karl Gutbrod zu unterstützen. Als diese 1938 aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand trat, übernahm Apostel Georg Schall das Bezirksapostelamt. In Bayern und Württemberg gab es zu dieser Zeit 390 Gemeinden der Neuapostolischen Kirche. Als Bezirksapostel Schall in den Ruhestand trat, zählte man 500 Gemeinden.
Im August 1965 trat Bezirksapostel Schall mit 79 Jahren krankheitsbedingt in den Ruhestand. Seine Nachfolge trat der spätere Stammapostel Ernst Streckeisen an.
Weblinks Sophie Berg: Ein Mann nach dem Herzen Gottes. Porträt auf der Website nac.today vom 30. Januar 2026
Einzelnachweise
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