Karl Sebastian von Clais (* 27. Juli 1800 in Winterthur; † 22. Januar 1858 ebenda; heimatberechtigt ebenda) war ein Schweizer Unternehmer und Zürcher Kantonsrat.

Leben und Wirken Karl Sebastian von Clais war der Sohn des Unternehmers und Erfinders Johann Sebastian Clais und dessen Ehefrau Maria Ursula Sulzer (1766–1813). Er wuchs nach dem Tod des Vaters 1809 unter der Vormundschaft des Onkels Johann Heinrich Sulzer (ab 1814 von Sulzer-Wart) auf. Nach dem Besuch der Schulen in Winterthur und Zürich studierte er 1820 Philosophie in Würzburg, 1821 Rechtswissenschaften in Heidelberg und im folgenden Jahr Kameralwissenschaften in Würzburg.  Clais, der sich im Unterschied zu seinem Vater stets «von Clais» nannte, heiratete Louise, Tochter des Kavalleriekapitäns Johann Caspar Schweizer. Das Ehepaar hatte drei Söhne, die die Unternehmen des Vaters übernahmen. Die Tochter Louise heiratete 1852 den pfälzischen Revolutionär und späteren amerikanischen Vizekonsul Friedrich Hilgard.

mini|Spinnerei Hard, um 1820 Von Clais übernahm 1841/1842 die durch die Wirtschaftskrise von 1837 angeschlagene Spinnerei Hard bei Wülflingen. Diese zählte zu den grössten Spinnereien des Kantons Zürich und umfasste eine mechanische Weberei, eine Werkstatt zur Fabrikation von Textilmaschinen, eine Mühle und einen landwirtschaftlichen Betrieb. Im Konjunktureinbruch 1847/1848 nach dem Sonderbundskrieg liquidierte er das ererbte Bankgeschäft und veräusserte die Villa Lindengut zur Vermeidung eines Konkurses. Unter seiner Führung blühte das Unternehmen in den 1850er Jahren wieder auf und beschäftigte 1855 205 Personen in der Hard. In der Wirtschaftskrise von 1857 stand das Textilunternehmen erneut knapp vor dem Konkurs. Clais’ Söhne verkauften 1865 den Betrieb.

Von Clais nahm 1832 Einsitz im Winterthurer Stadtrat, dem er bis 1842 angehörte. Von 1842 wirkte er bis zu seinem Tod als liberaler Zürcher Kantonsrat. Von 1832 bis 1842 war er Forstamtmann und anschliessend bis 1848 Mitglied der städtischen Forstkommission. Als Oberst kommandierte er von 1837 bis 1846 die Kavallerie des Kantons. In den letzten Lebensjahren widmete sich von Clais besonders der Modernisierung seiner landwirtschaftlichen Güter. Er war aktives Mitglied des Vereins für Landwirtschaft und Gartenbau im Kanton Zürich und veröffentlichte Beiträge zur Viehhaltung.

Schriften Kantonsrath Ernst, Oberst [Carl] v[on] Clais, J[ohann] C[onrad] Wirth: Ueber Nachzucht und Behandlung des Rindviehes, eine Volkschrift. Herausgegeben zur Feier des landwirtschaftlichen Festes in Winterthur von dem landwirthschaftlichen Vereine des Kantons Zürich. Zürich 1846.

Literatur Nekrolog: In: Schweizerische Zeitschrift für Landwirtschaft. 1858. S. 17–21. Emauel Dejung: Spinnerei, Weberei und mechanische Werkstätte Hard bei Wülflingen 1800–1924. In: Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur. Nr. 270 (1937). S. 50–66. Der Schweizerische Generalstab. Band 3. Helbing und Lichtenhahn, Basel/Frankfurt am Main 1983. S. 38.

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