mini|hochkant|Wappen derer von der Schulenburg im Wappenbuch des Westfälischen Adels Von der Schulenburg (auch Schulenborch, Sculenborch, Sculenborgh o. ä.) ist der Name eines erloschenen niederrheinischen Uradelsgeschlechts.
Die Familie ist zu unterscheiden von dem wappenverschiedenen markbrandenburgischen Adelsgeschlecht von der Schulenburg.
Geschichte Das Geschlecht hatten seinen namensgebenden Sitz auf Burg Schulenburg,Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0058 / Kleve-Mark, Akten AA 0058, Nr. 4381, abgerufen am 2. Februar 2026.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0031 / Jülich-Berg II AA 0031, Nr. 2765, abgerufen am 2. Februar 2026. eine inzwischen abgegangene Burg an der Oude IJssel nordöstlich von Gendringen bei Silvolde, heute in den Niederlanden gelegen. Die Burg war Zentrum einer umliegenden Freiheit, der Herrschaft Schulenburg, aus der später das klevische Amt Schulenburg entstand.Theodor Ilgen: Quellen zur inneren Geschichte der rheinischen Territorien, Band 1 (= Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde, Nr. XXXVIII) , Bonn 1921, S. 407.
Die Familienmitglieder waren in die regionalen Adelsnetzwerke eingebunden. Sie hatten enge Beziehungen zu den Herzögen von Geldern, dem Hochstift Münster und den Herzögen von Kleve. Auch mit dem nahen Stift Elten pflegten sie enge Beziehungen:
Der Knappe Everhard van Sculenborch erscheint 1346 als Vasall und Bürge für Herzog Reinald III. von Geldern, Graf von Zutphen.Vereinigte Adelsarchive im Rheinland, Haag Altbestand / Archiv Schloss Haag, Altbestand, Nr. 1466, abgerufen am 2. Februar 2026. 1356 trat ein Eneric von Sculenborgh unter mehreren Bürgen einer Schuldverschreibung auf.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0588 / Hueth, Urkunden AA 0588, Nr. 23, abgerufen am 2. Februar 2026. 1359 überließ Evert von Sculenborch dem Stift Elten zwei Eigenhörige.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0231 / Elten, Stift, Urkunden AA 0231, Nr. 14, abgerufen am 2. Februar 2026.
1368 schwor Hermann Bekele dem Münsteraner Bischof Florenz von Wevelinghoven und seinem Stift, insbesondere aber der Stadt Coesfeld und Simon von Schuldenburg Urfehde.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 001u / Fürstbistum Münster, Landesarchiv / Urkunden, Nr. 773, abgerufen am 2. Februar 2026. 1369 verpfändete Bischof Florenz von Wevelinghoven mit Zustimmung des Domkapitels und nach Ratschlag seines Rates für 300 Goldschilde den Freistuhl zu Haviclo, der früher zur Herrschaft Ringenberg gehörte, an den Knappen Simon von der Schulenburg, um Simons treue Dienste für das Stift zu belohnen und seine Ansprüche auf die Ämter zu Sandwelle und zu Hastehausen abzufinden.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 101u / Domkapitel Münster / Urkunden, Nr. 0 - III R Nr. 12, Nr. 0 - III R Nr. 12 (Ergänzung), abgerufen am 2. Februar 2026. 1374 verkaufte Simon von Schulenburg dem Johann van Werthusen, Kanoniker des Martinistifts in Emmerich, eine Länderei.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0242 / Emmerich, St. Martini Stift, Urkunden AA 0242, Nr. 222, abgerufen am 2. Februar 2026. 1382 ließ Simon von Schulenberg dem Stift Elten eine Eigenhörige aufLandesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0231 / Elten, Stift, Urkunden AA 0231, Nr. 37, abgerufen am 2. Februar 2026. und 1392 verzichtete er auf seine lehnsrechtlichen Ansprüche auf das Gut zu Killer im Kirchspiel Zedam.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0242 / Emmerich, St. Martini Stift, Urkunden AA 0242, Nr. 407, abgerufen am 2. Februar 2026.
1396 reversierte Herman ter Schulenborch die Erbpachtung des Sculeborchs guet, das in den Haupthof Irthe, Salland, Provinz Overijssel, Bistum Utrecht gehörte.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0248 / Essen, Stift, Urkunden AA 0248, Nr. 1005, abgerufen am 2. Februar 2026.
1406 kaufte Mette Sculenborges einen Garten vor der Neustadt Dinslaken am Hegebroik. 1425 kauften dann die Eheleute Arnd Schulenborgh, Johanns Sohn, und Aleid einen Garten zu Dinslaken. 1484 verkauften Elsken, Witwe Rotger Schulenborges, und ihr Sohn Gaidert dem Konvent des Klosters Marienkamp ein Kämpchen op ten Hegebroicke.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0398 / Marienkamp, Urkunden AA 0398, Nr. 12, Nr. 20, Nr. 181, abgerufen am 2. Februar 2026. Aber noch 1500 besaßen die Kinder von Rotger und Johann Schulenborge einen Kamp vor Dinslaken.Stadtarchiv Kalkar, Urkunden (U) Nr. U 374, abgerufen am 2. Februar 2026.
Margaretha von Schulenburg, Witwe des Vullinck/Vullinghes von dem Brinke, wurde 1411 von Graf Bernhard von Bentheim mit dem Raseler Zehnten im Kirchspiel Etten belehnt.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Bur.B / Lehensachen, Urkunden und Akten, Nr. Bur.B - Urk. 674, abgerufen am 2. Februar 2026.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0053 / Kleve-Mark, Urkunden AA 0053, Nr. 1037, abgerufen am 2. Februar 2026. In zweiter Ehe war Margaretha/Griete von der Schulenburg 1439 und noch 1449 mit dem Knappen Johann von Asbeck verheiratet. Ihre Eltern waren die 1443 noch lebenden Simon von der Schulenburg und Gertrud; ihr Bruder hieß Everhard von der Schulenburg. 1465 und 1468 erscheint Margaretha, die ein Haus in Coesfeld besaß, als Witwe.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, F 004u / Grafschaft Schaumburg / Urkunden, Nr. 22, abgerufen am 2. Februar 2026.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, U 143u / Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.), Hagenbeck / Urkunden, Nr. 207, abgerufen am 2. Februar 2026.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Bur.A / Allgemeine Regierungssachen der Grafschaften Bentheim und Steinfurt, Nr. Bur.A - Urk. 142, abgerufen am 2. Februar 2026.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, U 143u / Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.), Hagenbeck / Urkunden, Nr. 203, Nr. 208, Nr. 259, Nr. 264, abgerufen am 2. Februar 2026.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, U 142u / Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.), Gemen / Urkunden, Nr. 221, abgerufen am 2. Februar 2026.
Gegen Mitte des 15. Jahrhunderts hatte die Familie ihren Stammsitz Burg Schulenburg verloren. Möglicherweise als Folge dessen, dass der Kölner Erzbischof Diderich van der Schulenburgh gefangen genommen und dem Johann von dem Altenhaus zu Padberg für eine Lösegeldzahlung überlassen hatte, Dietrich von der Schulenberg aber nicht mehr als 500–600 Gulden Lösegeld zahlen konnte, was seine Nachbarn 1446 bestätigten.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Pad.Uk / Padberg, Urkunden, Nr. Pad.Uk - 157, abgerufen am 2. Februar 2026. 1462 jedenfalls besaßen Dietrich, Herr zu Wisch, Heinrich, Herr zu Hament und Wisch, und Goswin von Raesfelt je ein Drittel der Burg Schulenburg. 1464 reversierte Goswins von Raesfeld, dass das Schloss Schulenburg stets ein Offenhaus des Herzogs von Kleve sein solle, wie es dies vordem unter Evert von Schulenburg und dessen Söhnen gewesen war. Noch im selben Jahr kaufte Herzog Johann I. von Kleve das für ihn strategisch wichtige Schloss Schulenburg und übertrug es amtsweise an Adolf von Medevort (urkundlich 1460–1482; erscheint 1489 †). Aber offenbar hatten die von der Schulenburg ihren Stammsitz nicht freiwillig aufgegeben. Dies führte zu jahrelangen Verwicklungen und der Herzog von Kleve bemühte sich um eine Absicherung seines neuen Eigentums Schloss Schulenburg. So übertrug Dietrich von Schulenburg 1466 alle Rechte an dem Schloss Schulenburg, das seinen Voreltern angeblich widerrechtlich entwendet worden war, dem Herzog Johann I. von Kleve. Und aus dem Jahr 1467 ist ein Schwörbrief des Johann von Schulenburg und ein Vergleich wegen Ansprüchen des Herzogs von Geldern auf das Schloss Schulenburg überliefert.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0053 / Kleve-Mark, Urkunden AA 0053, Nr. 2175, Nr. 2212, Nr. 2214, Nr. 2220, Nr. 2232, Nr. 2241, Nr. 2260, abgerufen am 2. Februar 2026.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Bur.D / Familiensachen (einschl. der durch Heirat oder Erbschaft erworbenen Güter), Nr. Bur.D - Urk. 273, abgerufen am 2. Februar 2026.
Dirck van der Schulenborch erscheint urkundlich 1468 und 1478, sowie 1505 zusammen mit seinem Bruder Arnt, als diese dem Konvent des Klosters Marienkamp in Dinslaken eine Rente übergaben, die 1442 von Rutger Schulenberch und dessen Ehefrau Elseken gekauft worden war.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Lob.Wer.Uk / Ober- und Niederwerries, Urkunden, Nr. Lob.Wer.Uk - 93, Nr. Lob.Wer.Uk - 132, abgerufen am 2. Februar 2026.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0398 / Marienkamp, Urkunden AA 0398, Nr. 54, Vorgang zu Verzeichnungseinheit AA 0398 / Marienkamp, Urkunden AA 0398, Nr. 54, abgerufen am 2. Februar 2026. 1533 erscheint noch ein Sweder van der Schulenborch bastert, Richter zu Emmerich (Emmerkem), wohl Sohn des damals bereits verstorbenen, 1494 noch als Zeuge für den Grafen von Bentheim auftretenden Sweder van der Schulenborch.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, A 115u / Kommende Mülheim / Urkunden, Nr. 55, abgerufen am 2. Februar 2026.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 227u / Stift St. Mauritz, Münster / Urkunden, Nr. 214, abgerufen am 2. Februar 2026.
Wappen Blasonierung: In Rot drei (2:1) rechtsspringende silberne (goldgekrönte) Löwen. Auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Helmdecken zwei silberne Bärentatzen, die je einen roten Apfel (Kugel?) halten.Spießen (1901–1903), S. 116.
Teilweise siegelte die Familie auch mit nur einem Löwen im Schild.
Literatur Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden. Band 2, Heberle, Köln 1853, S. 136 (hhu.de). Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 116 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 289 (hhu.de).
Einzelnachweise
Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht