François Fémy (* 4. Oktober 1790 in Gent; † 17. Februar 1853 in Bordeaux) war ein französisch-belgischer Komponist und Geiger.
Leben Fémy studierte am Pariser Konservatorium, wo er Schüler von Rodolphe Kreutzer war. Anschließend unternahm er eine Konzertreise, auf der er am 8. November 1812 in Kassel auftrat.Allgemeine musikalische Zeitung, Jg. 15, Nr. 8 vom 24. Februar 1813, Sp. 135–136 (Digitalisat) 1815 ließ er sich in London nieder und komponierte dort im Auftrag der Royal Philharmonic Society seine Sinfonie in E-Dur, die die Society am 13. Mai 1816 zur Uraufführung brachte.Myles Birket Foster, History of the Philharmonic Society of London: 1813–1912. A Record of a Hundred Years Work in the Cause of Music, London, New York: John Lane, 1912, S. 26 (Digitalisat)
1825 erhielt er eine Anstellung im Theaterorchester in Frankfurt am Main und gab dort am 6. Januar 1826 ein Konzert, in dem seine Werke sehr positiv beurteilt wurden. „Hr. Femy ist ohne Zweifel ein höchst beachtenswerther Tonsetzer, der nicht an dem herrschenden Melodienmangel leidet und welchem die Wissenschaft des Satzes in ihrem ganzen Umfange zu Gebote steht“.Allgemeine musikalische Zeitung, Jg. 28, Nr. 6 vom 8. Februar 1826, Sp. 100–101 (Digitalisat) Seine Oper Der Raugraf, die am 29. Januar 1827 zur Uraufführung gelangte,Anton Bing, Rückblicke auf die Geschichte des Frankfurter Stadttheaters von dessen Selbstständigkeit (1792) bis zur Gegenwart, Frankfurt am Main 1892, Band 1, S. 145 (Digitalisat) wurde dagegen kontrovers diskutiert.Berliner allgemeine musikalische Zeitung, Jg. 4, Nr. 13 vom 28. März 1827, S. 104 (Digitalisat)
Ab 1834 lebte er in Rotterdam. Dort erschien 1836 seine Sinfonie Nr. 4 im Druck, herausgegeben von der Maatschappij tot Bevordering der Toonkunst (Gesellschaft zur Förderung der Tonkunst).Cäcilia, eine Zeitschrift für die musikalische Welt, Band 18, Heft 69 (1836), S. 55 (Digitalisat)
Später kehrte er offenbar nach Frankreich zurück. Am 16. Dezember 1842 gab er ein Konzert in Toulouse.Revue et gazette musicale de Paris, Jg. 9, Nr. 52 vom 25. Dezember 1842, S. 519 (Digitalisat) Zuletzt lebte er in Bordeaux.
Werke (Auswahl) Les trois hussars, Oper, 1812Autograph in Montpellier, Archives municipales Sinfonie E-Dur, 1816 Quatuor concertant B-Dur für zwei Violinen, Viola und Violoncello, Leipzig: Hofmeister 1825 (Digitalisat) Der Raugraf, Oper, 1827 Sinfonie Nr. 4, 1836 Drei Streichquartette (Digitalisat) Streichsextett A-Dur – Reprint im Verlag Musik Bertram
Literatur Gustav Schilling, Encyclopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften, oder Universal-Lexikon der Tonkunst, Band 2, Stuttgart 1835, S. 675 (Digitalisat) François-Joseph Fétis, Biographie universelle des musiciens et bibliographie générale de la musique, 2. Aufl., Band 3, Paris 1862, S. 205 (Digitalisat) Hermann Mendel, Musikalisches Conversations-Lexicon. Eine Encyclopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften, Band 3, Berlin 1873, S. 488 (Digitalisat) Christina Bashford, The Pursuit of High Culture. John Ella and Chamber Music in Victorian London, Woodbridge 2007, S. 24–29
Einzelnachweise
Weblinks Axel Beer, Artikel „François Fémy“ auf der Website Musik und Musiker am Mittelrhein
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