Der Flugunfall einer Convair CV-300 in Mississippi 1977 ereignete sich am 20. Oktober 1977 auf einem Charterflug von Greenville, South Carolina, nach Baton Rouge, Louisiana, den die Band Lynyrd Skynyrd angetreten hatte. Auf dem Flug kam es zum Triebwerksausfall infolge eines Treibstoffverlusts, wodurch eine Notlandung in einem Sumpf erforderlich wurde, bei der sechs Insassen der Maschine starben, darunter drei Bandmitglieder.

Maschine Bei der betroffenen Maschine handelte es sich um eine 1948 gebaute Convair CV-240-1 mit der Werknummer 3. Die Maschine wurde am 30. Dezember 1948 an Western Airlines ausgeliefert und erhielt in diesem Zuge das Luftfahrzeugkennzeichen N8401H. Am 5. Juni 1958 übernahm Lockheed die Maschine, am 26. Dezember 1958 wiederum die California Airmotive Corporation, die sie am 2. April 1959 auf das Kennzeichen N134ET ummeldete. Ab dem 4. Mai 1959 war die Maschine auf die Walker Mills Inc. zugelassen, ab dem 30. April 1965 auf die Madden Aircraft Company. und ab dem 24. Mai 1965 auf die Jessop Steel Company, bei der die Maschine am 15. November 1968 das neue Kennzeichen N139JS erhielt. Am 31. März 1970 übernahm die Penn-Eben Air Service die Maschine, am 15. April 1970 ließ Vulcan Inc. die Maschine mit dem neuen Luftfahrzeugkennzeichen N55VX wieder zu. Zum 4. September 1970 wurde die Maschine auf die Western Reserve Leasing Corporation umregistriert, zum 12. Juli 1973 ging die Maschine an die Vulcan Inc. zurück, ab dem 13. August 1975 trug sie bei dieser das neue Kennzeichen N55VM. Ab dem 2. August 1975 gehörte die Maschine zur Flotte der Wells Aircraft Inc., zum 2. September 1973 wurde sie auf die Two Jacks Inc. zugelassen. Ab dem 31. Januar 1976 war die Maschine dann auf die Irrigation Construction Inc zugelassen, ehe sie am 31. März 1977 an die L & J Company ging, in deren Besitz sie sich auch zum Unfallzeitpunkt befand. Das zweimotorige Kurzstreckenflugzeug war mit zwei Sternmotoren des Typs Pratt & Whitney R-2800 Double Wasp ausgerüstet. Bis zum Zeitpunkt des Unfalls hatte die Maschine 29.013 Betriebsstunden absolviert.

Passagiere und Besatzung Es befanden sich 23 Passagiere an Bord sowie eine dreiköpfige Besatzung, bestehend aus einem Flugkapitän, einem Ersten Offizier und einer Flugbegleiterin. Der 34-jährige Flugkapitän Walter W. McCreary verfügte über Musterberechtigungen für die Flugzeugtypen Convair CV-240, Convair CV-340, Convair CV-440 und Douglas DC-3. Er verfügte über 6.801 Stunden Flugerfahrung, wovon er 68 Stunden in der Unfallmaschine abgeleistet hatte. Der 32-jährige Erste Offizier William J. Gray Jr. verfügte über 2.362 Stunden Flugerfahrung, wovon er 38 Stunden in der Unfallmaschine absolviert hatte.

Unfallhergang Die auf die L&J Company zugelassene Convair CV-300 wurde auf einem Charterflug eingesetzt, um die Band Lynyrd Skynyrd von Greenville, South Carolina nach Baton Rouge in Louisiana zu fliegen. Die am Flughafen in Lakeland, Florida gestartete Maschine erreichte um 04:30 Uhr CDT des 18. Oktobers den Greenville Downtown Airport in South Carolina. Während ihres Aufenthalts in Greenville wurde die Maschine mit 400 Gallonen von bleiarmem 100-Oktan-haltigen Treibstoff betankt.

Um 16:02 Uhr CDT des 20. Oktobers startete die Maschine vom Greenville Downtown Airport zum Flug nach Baton Rouge, Louisiana. Die Piloten hatten zuvor einen Flugplan ausgefüllt, der einen Flug nach Instrumentenflugregeln vorsah. Die Piloten baten um eine Flughöhe von 12.000 Fuß und gaben an, dass die Flugzeit 2 Stunden 45 Minuten betragen und der Treibstoff für 5 Stunden reichen würde. Sie erhielten außerdem eine Auskunft über die zu erwartende Wetterlage. Nach Erreichen von 12.000 Fuß Flughöhe flog die Maschine planmäßig weiter und die Piloten erhielten um 18:39 Uhr die Freigabe zum Sinkflug auf 6.000 Fuß sowie die Anweisung, anschließend diese Höhe zu halten. Gegen 18:42 Uhr meldete N55VM der Flugsicherung Houston, dass man dringend den nächst gelegenen Flughafen anfliegen müsse. Die Flugsicherung Houston fragte die Besatzung daraufhin, ob sie sich in einer Notsituation befinde. Die Piloten bestätigten dies, gaben an, wenig Treibstoff zu haben und dass die Treibstoffvorräte fast aufgebraucht seien. Die Piloten erbaten Radarvektoren für einen Anflug auf den McComb–Pike County Airport. Die Flugsicherung Houston gaben den Piloten Hinweise für einen Flug nach McComb und empfahl den Piloten, einen Kurs von 25 Grad zu fliegen. Die Piloten bestätigten die Einleitung der Kurve erst um 18:44 Uhr. Der Flugkapitän sagte um 18:44:34 Uhr über Funk, dass man keinen Notfall melden wolle, aber McComb so geradlinig und präzise wie möglich anfliegen müsse. Um 18:45:12 Uhr meldeten die Piloten der Flugsicherung Houston: „Center, Five Victor Mike, uns ist der Treibstoff ausgegangen.“ Die Flugsicherung antwortete: „Verstanden, Ihnen ist der Treibstoff ausgegangen?“ Die Piloten erwiderten: „Tut mir leid, wir haben nur Anzeichen dafür.“

Die Besatzung erklärte nicht, an welchen Anzeichen sie den Treibstoffmangel festmachte. Um 18:45:47 Uhr fragte der diensthabende Lotse der Flugsicherung Houston nach der Flughöhe der Maschine. Die Piloten antworteten, dass man sich in 4.500 Fuß Höhe befinde. Dies war der letzte aufgezeichnete Funkverkehr zwischen der Maschine und der Flugsicherung. Die Flugsicherung Houston unternahm mehrere Versuche, Kontakt mit den Piloten aufzunehmen, jedoch ohne Erfolg.

Um 18:55:51 Uhr meldete ein Flugzeug den Empfang eines schwachen Signals eines Notsenders (ELT). Das Flugzeug war in der Dämmerung in dicht bewaldetem Gelände in einer Höhe von 310 Fuß nahe der Stadt Gillsburg, Mississippi, abgestürzt. Die Piloten versuchten noch eine Landung in einem offenen Feld, doch nur 270 Meter weiter streifte die Maschine Baumkronen und stieß schließlich gegen einen großen Baum, woraufhin sie auseinanderbrach. Bei dem Unfall kamen beide Piloten, die Bandmitglieder Ronnie Van Zant, Steve Gaines und Cassie Gaines sowie der Manager der Band, Dean Kilpatrick, ums Leben.

Ursache Das National Transportation Safety Board übernahm nach dem Unfall die Ermittlungen zur Unfallursache. Der Ermittler kamen zu dem Schluss, dass der Unfall durch Treibstoffmangel und dem daraus resultierenden Ausfall beider Triebwerke gekommen sei. Die Ermittler bemängelten die schlechte Flugplanung sowie den Umstand, dass die Piloten während des Fluges nicht auf die verfügbaren Treibstoffreserven geachtet hatten. Als weiteren beitragenden Faktor nannten sie einen nicht näher geklärten Defekt im rechten Triebwerk, der einen außergewöhnlich hohen Treibstoffverbrauch zur Folge hatte.

Quellen

Abschlussbericht des National Transportation Safety Board, 19. Juni 1978. Unfallbericht CV-300, N55VM, Aviation Safety Network Betriebsgeschichte der Maschine, planelogger.com

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