Inge Wulff (geboren 14. Februar 1933 in Hamburg; gestorben 26. Mai 1997 ebenda) war eine deutsche Malerin der Art brut.
Leben Inge Wulff wurde am 14. Februar 1933 in Hamburg geboren. Als sie 15 Jahre alt war, kam sie in das Stadthaus Schlump, eine Außenstelle der Alsterdorfer Anstalten. In ihrer Freizeit besuchte sie ab 1984 das vom Künstler Rolf Laute (1940–2013) gegründete Kelleratelier der Schlumper, in dem Menschen mit Behinderungen sich zum gemeinsamen Kunstschaffen trafen. Inge Wulff besaß ein großes künstlerisches Talent und begeisterte sich für Malerei und Zeichnung. Noch bis 1993 arbeitete Wulff in der Montage- und Verpackungsabteilung der Elbe-Werkstätten, da ihre Betreuer eine hauptberufliche Tätigkeit als Künstlerin für sie nicht befürworteten.
Durch die Unterstützung des 1985 gegründeten Fördervereins „Freunde der Schlumper“ und der Unterstützung der Behörde für Arbeit, Gesundheit und Soziales Hamburg konnte 1993 das Projekt „Schlumper von Beruf“ gegründet werden. Dadurch konnte den Künstlerinnen und Künstlern des Projektes ermöglicht werden, hauptberuflich im Kunstprojekt tätig zu sein. Inge Wulff wurde dadurch hauptberuflich zur Künstlerin und blieb in dem Projekt bis 1997. Ihre Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt.
Inge Wulff starb am 26. Mai 1997 in Hamburg. Ihr Grabstein befindet sich im Garten der Frauen auf dem Friedhof Ohlsdorf.
Werk Zu Inge Wulff schrieb die Kunsthistorikerin Maike Bruhns: „Hochbegabt, Kompositionen aus großen Formen teils in reiner Farbfeldmalerei, teils mit gegenständl. Elementen versehen, Strichmänner, Kinderzeichnungen.“ Auch Günther Gercken äußerte sich zu Inge Wulff: „Sie besaß eine künstlerische Hochbegabung. Ihre Bilder komponierte sie aus großen Formen und bereicherte sie mit ihrer persönlichen Schrift oder figürlichen Einzelheiten. Sie hat Bilder geschaffen, die unsere Welt bereichern und weiter bestehen werden.“
Im 2005 erschienenen Ausstellungskatalog „Die Schlumper. Kunst in Hamburg“ wurden die Werke von Inge Wulff mit folgenden Worten vorgestellt: „Ihre ausgewogenen Kompositionen fand sie unmittelbar im Malprozess. Die bildnerischen Entscheidungen, die uns wohlüberlegt erscheinen, wurden weitgehend vom Unbewussten gesteuert. Die großen Formen bereicherte sie mit kleinen Details und mit Schriftelementen. Sie vermied es, dass die Kombination der verschiedenen Bildelemente additiv wirkt; im Gegenteil verstand sie es, Kleinteiligkeit und Großformigkeit zu einer überzeugenden Gesamtkomposition zu vereinen. In dunklen Rahmenbildern füllte sie die weißen Flächen mit primitiven Figuren von Menschen und Tieren. Ihre Bilder, die zunächst abstrakt erscheinen, sind in Wirklichkeit gegenständlich. Wenn man sich in ihre eigenwillige Formensprache eingesehen hat, erkennt man, dass sie in ihren Bildern Gesehenes und Erlebtes schildert.“
Ausstellungen (Auswahl) 1989: Kampnagelfabrik, Hamburg 1991: Kehdinger Kunstverein, Freiburg an der Elbe 1993: Kulturbrauerei, Berlin 1994: Dithmarscher Landesmuseum, Meldorf 1995: Marstall, Ahrensburg 1996: Bundesgesundheitsministerium, Bonn 1999: Bonn, Landesvertretung Hamburg 2001: Tymmo Kirche, Lütjensee 2001: Rathaus, Prag 2002: Cultural Center, Chicago 2002/2003: Kunsthalle Rostock, Rostock 2003: Kunstverein, Göttingen 2005/2006: Hamburger Kunsthalle, Hamburg 2008: Galleria Nazionale d’Arte Moderna, San Gimignano 2009: Kulturforum Burgkloster, Lübeck
Einzelnachweise
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