Didube () ist ein Stadtteil der georgischen Hauptstadt Tiflis, der dem gleichnamigen Stadtbezirk Didube angehört. Er liegt zwischen dem linken Ufer der Kura und der Eisenbahnstrecke.დიდუბე. Nationalbibliothek Georgiens. Hauptverkehrsachse ist die Akaki-Zereteli-Allee, zudem ist der Bezirk über die Metrostation Didube an den Nahverkehr angebunden. Das Didube-Pantheon, ein Friedhof, befindet sich im Stadtteil. Didube ist traditionell industriell geprägt.

Der Name „Didube“ leitet sich von „Didi Dube“ ab, was „großes Tal“ oder „abgesunkenes Gelände“ bedeutet.დიდუბე. Georgian Encyclopedia

Geschichte Archäologische Ausgrabungen in Didube förderten Siedlungen der Kupferzeit und frühen Bronzezeit (Ende 4. Jahrtausend v. Chr.) sowie frühe Funde der Kura-Araxes-Kultur zutage. Entdeckt wurden handgefertigte Tongefäße, Keramik mit geprägten Mustern, Obsidianwerkzeuge, Pfeilspitzen, Dolche und Knochenartefakte.

Didube wurde im 12. Jahrhundert erstmals erwähnt als Ort der Feierlichkeiten nach der Hochzeit zwischen Königin Tamar und Dawit Soslan. Im 12. Jahrhundert war Didube königlicher Besitz. Hier befanden sich eines der Paläste des Königs und die Palastkirche. In den folgenden Jahrhunderten wurde Didube unbewohnt.

Erst im 17. Jahrhundert siedelten sich unter König Wachtang V. wieder Menschen in Didube an, und auch Wasser aus Awtschala wurde erneut hierhergeleitet. Im 17. und 18. Jahrhundert entwickelte sich Didube zu einem Vorort. Auf einer Karte des deutschen Gelehrten und Reisenden Johann Anton Güldenstädt von 1772 sind die Ruinen der Festungsmauern von Didube verzeichnet.

Anfang des 19. Jahrhunderts bestanden in Didube zwei Bewässerungskanäle: der aus Awtschala hergeleitete Kanal Ru und der sogenannte „Gartenkanal“ aus der Kura. 1818 wurden im nördlichen Teil von Didube deutsche Kolonisten (Wolgadeutsche) angesiedelt; dieser Bereich erhielt den Namen Alexandersdorf. 1872 teilte der Bau der Bahnstrecke Tiflis–Poti das Viertel in zwei Teile. Eisenbahnarbeiter siedelten sich ohne Genehmigung auf den gegenüberliegenden Flächen an, weshalb dieser Bereich den Namen „Nazaladewi“ (russ. Nachalowka) erhielt.

Die Gegend ist seit den 1870er-Jahren ein Teil von Tiflis.

Im Dezember 1905 fand der bewaffnete Aufstand der Arbeiter im Zuge der Russischen Revolution 1905 auch in Didube Widerhall. Am 23. Dezember drang das kaiserliche Militär in das Viertel ein, doch die bewaffneten Arbeitermilizen leisteten Widerstand und zwangen die Truppen zum Rückzug. Daraufhin eröffnete das Militär Artilleriefeuer auf das gesamte Viertel, wobei zahlreiche Menschen ums Leben kamen.

Einzelnachweise

Kategorie:Stadtteil von Tiflis