Donald „Don“ Wallace Norwood (* 9. April 1899 in Elgin, Illinois; † 13. Februar 1985 in Pasadena, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Erfinder und Autor. 1969 wurde er für die Entwicklung und Konstruktion des Handbelichtungsmessers Norwood Director mit dem Oscar für Wissenschaft und Entwicklung ausgezeichnet.

Leben Donald Wallace Norwood wurde im April 1899 als einer von drei Söhnen des nordirischen Immigranten Eugene Frank Norwood Sr. (1872–1912) und dessen Frau Blanche Mabel Fairchild Norwood (1874–1957) in Elgin, Illinois geboren.J. M. Moore: Moore's Who is who in California. Los Angeles, 1958, S. 552.911 Douglas Avenue. In: historicelgin.com, abgerufen am 1. Februar 2026. Die Familie zog 1911 ins kalifornische Oakland, wo Frank Norwood, Sr. bereits im Jahr darauf an einer Nierenerkrankung verstarb. Die Mutter zog mit den Kindern kurz darauf nach Pasadena, wo sie später erneut heiratete.

Donald Norwood diente 1918 kurzzeitig im United States Army Corps of Engineers und studierte danach bis 1919 am Caltech in Pasadena.News of Classes. Engineering and Science. In: Engineering and Science. Volume 3, Issue 3, März 1940, S. 14, . Ab 1920 diente Norwood in der US Air Force, wo er eine Ausbildung zum Piloten, zum Ingenieur und zum Fotografen durchlief.SMPTE Board of Governors Presents Fellow Member Awards at Conference. In: Boxoffice, Volume 102, No. 5, 13 November 1972, S. 49, Digitalisat. 1932 drehte er während seiner Stationierung in Randolph, Texas den Flugfilm Skylark, der beim American Cinematographer Amateur Movie Makers Contest 1932 mit dem Equipment Prize der Victor Animatograph Corporation ausgezeichnet wurde.Equipment Winners … Amateur Motion Picture Contest. In: American Cinematographer, Volume XIII, Number 9, Januar 1933, S. 25, .D. W. Norwood. In: amateurcinema.org, abgerufen am 1. Februar 2026. Bereits während seiner Dienstzeit in der Air Force verfasste er Artikel zu technischen Aspekten von Kameraaufnahmen, unter anderem 1933 einen Artikel zu Filmaufnahmen in der Luft, der im Magazin Movie Makers erschien.Lieut. D. W. Norwood, Army Air Corps, ACL: From the viewpoint of the gods. In: Movie Makers. Volume VIII, Number 8, August 1933, S. 324, . 1935 diente er im Rang eines 1st Lieutenant auf dem Chanute Field in Illinois als Fluglehrer.Air Corps Newsletter. Office of the Chief of the Air Corps War Department, Washington D.C., Vol. XVIII, No. 7, 15. April 1935, S. 166, Digitalisat. Im April 1939 beendete er seine Dienstzeit in Denver, Colorado im Rang eines Captain und ging zurück nach Pasadena.Air Corps Newsletter. Office of the Chief of the Air Corps War Department, Washington D.C., Vol. XXII, No. 7, 1. April 1939, S. 21, Digitalisat.

mini|Ein Norwood Director Handbelichtungsmesser, Model B Ab Mitte der 1930er Jahre hatte Norwood noch während seiner Dienstzeit in der US Air Force an der Entwicklung eines Handbelichtungsmesser zur Bestimmung der optimalen Belichtung eines fotografischen Motivs gearbeitet.John D. de Vries: History of the Norwood Director. In: johndesq.nl, abgerufen am 1. Februar 2026. Die Besonderheit bei dem von Norwood entwickelten Gerät war eine Vorrichtung, deren Betrieb auf der Messung des auf das Motiv einfallenden Lichts anstelle des von diesem reflektierten Lichts basierte. Dazu entwickelte Norwood eine durchscheinende Kugelkalotte, die als dreidimensionales Modell von Objekten der „realen Welt“ diente und das Licht zur Selenzelle durchließ, wo es zur Schätzung der Belichtung verwendet wurde.John D. de Vries: Invercones. In: johndesq.nl, abgerufen am 1. Februar 2026. Auf diese Weise wurde bei der Messung das Licht aus einer Vielzahl von Richtungen berücksichtigt; sowohl mit der Hauptlichtquelle als auch aus weiteren Lichtquellen. Als Halbkugel verwendete er während seiner Tests zunächst eine halbe Babyrassel seines Sohnes.Peter Moore, David L. Miller: Is a meter in the Hand Worth Its Weight?. In: Modern Photography, Juli 1979. Seine Erfindung meldete Norwood im November 1938 beim United States Patent Office zur Patentierung ein. Das Patent für seinen Exposure Meter wurde am 10. September 1940 erteilt.

Der Kameramann Karl Freund kannte Don Norwood, dessen Sachbuch A New Approach to Exposure Control er 1943 veröffentlicht hatte.James Ollinger: The Many Lives of the Norwood Director. In: jollinger.com, abgerufen am 1. Februar 2026. Freund erwarb Anfang der 1940er Jahre für sein Unternehmen Photo Research die Rechte oder eine Lizenz für die Produktion von Belichtungsmessern, die nach dem von Norwood entwickelten Prinzip funktionierten. Photo Research brachte 1946 die erste Version des Norwood Expose Meter (später unter Sammlern als Norwood Director – Model A bekannt) auf den Markt.James Ollinger: Norwood Director (Model A). In: jollinger.com, abgerufen am 1. Februar 2026. Es gab ein Universal Model 121 für Fotografen und ein Cine Model 122 für die Filmproduktion. Nach etwa einem Jahr wechselten die Namensrechte und die Produktion des Gerätes zu Ezra Brockways New Yorker Unternehmen American Bolex, das bis dahin vor allem Produkte des Schweizer Unternehmens Paillard-Bolex importiert hatten.

Karl Freund ließ bei Photo Research ab 1947 seine eigenen Handbelichtungsmesser unter der Registered Trade Mark Spectra produzieren.Company History. In: spectracine.com (Archiv-Version), abgerufen am 1. Februar 2026.James Ollinger: Spectra Combi-500. In: jollinger.com, abgerufen am 1. Februar 2026. Im Oktober 1957 schaltete Photo Research Anzeigen in Branchenmagazinen, laut denen es ihnen aufgrund „vertraglicher Verpflichtungen gegenüber Herrn Donald W. Norwood“ in den letzten 10 Jahren nicht gestattet gewesen wäre, ihren ursprünglichen Belichtungsmesser Model A Exposure Meter weiter herzustellen.Industrial Photography. Volume 6, Oktober 1957, S. 63, . Nachdem der Vertrag mit Wirkung zum 10. September 1957 nun aber ausgelaufen wäre, dürfe man ab dem 1. Oktober 1957 wieder eine verbesserte Version des ursprünglichen Modells unter dem Namen Spectra Professional anbieten. Weitere Details der Vereinbarung zwischen Photo Research, American Bolex und Don Norwood wurden nicht öffentlich.

American Bolex brachte Ende 1948 die verbesserte und neu designte Model-B-Version des Norwood Director auf den Markt.Popular Photography. Volume 23, Number 5, November 1948, S. 114, Digitalisat.James Ollinger: Norwood Director (Model B). In: jollinger.com, abgerufen am 1. Februar 2026. Ab 1950 wurde das Norwood Director Model C verkauft, auf dessen Typenschild nun Director Products Corp., New York als Hersteller angegeben war.The Norwood Director Model C. In: photobutmore.de, abgerufen am 1. Februar 2026.James Ollinger: Norwood Director (Model C). In: jollinger.com, abgerufen am 1. Februar 2026. Ab 1952 wurde das neue Model D des Norwood Director als Produkt des Herstellers Brockway Director Corporation verkauft.James Ollinger: Norwood Director (Model D). In: jollinger.com, abgerufen am 1. Februar 2026. Das Model D bot die neuartige Color-Matic-Funktion an. Später wurde das Model D des Norwood Directors in Norwood M-2 umbenannt. Diesem folgte noch das von Donald W. Norwood komplett neu designte Model M-3.James Ollinger: Norwood M-3. In: jollinger.com, abgerufen am 1. Februar 2026.

1956 oder 1957 wurden die Rechte zur Herstellung des Norwood Director vom japanischen Unternehmen Sekonic erworben, die es ab 1958 in Japan herstellten und unter dem Namen Sekonic L-28 Studio S in den Markt brachten.James Ollinger: Sekonic L-28. In: jollinger.com, abgerufen am 1. Februar 2026. In den späten 1950er Jahren gründete Norwood in Pasadena das Unternehmen Helio-Tech, bei dem er den 1958 vorgestellten Norwood Super-Director entwickelte.Douglas A. Kerr: The "Norwood Director" family of photographic exposure meters. Issue 7, 8. Oktober 2022, S. 34, PDF.James Ollinger: Norwood Super Director. In: jollinger.com, abgerufen am 1. Februar 2026. Mit Auslaufen von Norwoods Patent 1960 brachten auch andere japanische und deutsche Unternehmen vergleichbare Handbelichtungsmesser auf den Markt.

Bei der Oscarverleihung 1969 wurde Donald W. Norwood „für die Konstruktion und Entwicklung der Norwood-Belichtungsmesser“ mit dem Oscar für Wissenschaft und Entwicklung ausgezeichnet.Donald W. Norwood. In: awardsdatabase.oscars.org, abgerufen am 31. Januar 2026.

Don Norwood war Inhaber von 26 Patenten in den Vereinigten Staaten sowie weiterer ausländischer Patente im Bereich der Lichtmessung für die Belichtungssteuerung bei Filmaufnahmen.

Norwood war assoziiertes Mitglied der American Society of Cinematographers (A.S.C.)American Society of Cinematographers Roster 1919–1999. In: theasc.com, abgerufen am 1. Februar 2026. und Mitglied der Society of Motion Picture and Television Engineers (SMPTE). Für die Publikationen beider Organisationen, den The American Cinematographer und das SMPTE Journal, verfasste er diverse Artikel. Im Januar 1976 übergab Norwood einen Teil seiner Unterlagen als Vorlass der University of Wyoming, wo sie im American Heritage Center als Donald W. Norwood papers, 1939–1969 verwahrt werden.Guide to the Don Norwood Collection. In: uwyo.edu, abgerufen am 31. Januar 2026.

Aus seiner 1924 geschlossenen EheVital Record – Marriage Licenses. In: The Los Angeles Daily Times vom 11. Oktober 1924, Part 1, S. 18, mit Gertrude Boileau Coward Norwood (1903–1992) gingen drei Söhne (* 1926, 1931, 1939) hervor.Donald Wallace Norwood. In: familysearch.org, abgerufen am 1. Februar 2026. Norwood starb im Februar 1985 im Alter von 85 Jahren in Pasadena und wurde im Forest Lawn Memorial Park in Covina, Los Angeles County beigesetzt.

Schriften A New Approach to Exposure Control. Photo Research Corporation, San Fernando, 1943. Light Measurement for Exposure Control. Journal of the Society of Motion Picture and Television Engineers, Volume 54, Issue 5, Mai, 1950, S. 585–602, doi:10.5594/J05213.

Weblinks History of the Norwood Director bei johndesq.nl Donald W. Norwood papers, 1939–1969

Einzelnachweise

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