Put the Bucket Down ist ein Lied des britischen Singer-Songwriters und Rockmusikers Peter Gabriel, das am 1. Februar 2026 erschien.
Geschichte Das Lied wurde in den Real World Studios in Box, Wiltshire bei Bath und im Beehive und in den Metropolis Studios in London, in den Fonoprint Studios von Paolo Fresu in Bologna (Trompete) sowie das New Blood Orchestra in den British Grove Studios in London aufgenommen und von Gabriel produziert.
Die Erstveröffentlichung des Liedes erfolgte als Single am 1. Februar 2026 mit einem Pre-Release am 31. Januar 2026 auf Apple Music. Die Single wurde als zweiter Einzeltrack des Albums o\i zum Download und Streaming durch Real World Records veröffentlicht. Hierbei handelt es sich um den sogenannten Bright-Side Mix, der von Mark „Spike“ Stent abgemischt wurde. Wie bereits bei den einzelnen Titeln des Albums i/o von 2023 wurde das erste Veröffentlichungsdatum der Single so gewählt, dass es mit einem Vollmond zusammenfiel. Am 1. Februar 2026 wurden zwei verschiedene Mixe des Titels angekündigt: Nach dem am 1. Februar 2026 veröffentlichten Bright-Side Mix (gemixt von Mark „Spike“ Stent) wurde der Dark-Side Mix (gemixt von Tchad Blake) für den darauffolgenden Neumond am 17. Februar 2026 angekündigt.
Anders als bei i/o wurden für die Titel von o\i den beiden Abmischtechnikern jedoch unterschiedliche Elemente aus den Aufnahmesessions zur Verfügung gestellt. Von Beobachtern wurde erwartet, dass die Ergebnisse deshalb unterschiedlicher als bei den entsprechenden Mixen von i/o klingen und die beiden Versionen auch unterschiedlich lang sind. Ein In-Side Mix in Dolby Atmos war am 1. Februar 2026 noch nicht angekündigt, es werden jedoch im Laufe des Jahres 2026 weitere Versionen erwartet. Hans-Martin Buff bestätigte am 3. Januar 2026, dass die Veröffentlichung weiterer Versionen der o\i-Titel in Dolby Atmos geplant sei. Im August 2026 gingen Beobachter davon aus, dass die Dolby-Atmos-Versionen der Album-Titel mit dem Album-Release im November veröffentlicht werden würden.
Am Neumond des 17. Februar 2026 wurde dann der Dark-Side Mix gemixt von Tchad Blake veröffentlicht, ebenfalls mit einem Pre-Release auf Apple Music am 16. Februar 2026, der wie erwartet eine abweichende leicht längere Spieldauer von 6:56 hat und sich auch musikalisch merkbar unterscheidet.
Artwork Das Cover-Artwork der Single zeigt Fotos des argentinischen Performance- und Installationskünstlers Tomás Saraceno und von drei verschiedenen Spinnenarten: fünf Exemplaren von der Gattung Cyrtophora citricola, eines der Gattung Nephila senegalensis und sechs der Gattung Holocnemus pluchei. Das Foto trägt den Titel „Cosmic Spider/Web“. Immer wieder kreierte Saraceno mit Hilfe dieser Tiere Objekte, die kosmischen Strukturen nachspüren – oder lässt in einem Ausstellungsgebäude Spinnenpopulationen akribisch erfassen und die Spinnenweben während der Ausstellungszeit auch nicht entfernen. Es handelt sich hier um die Ansicht der Installation Weaving the Cosmos im Civico Planetario Ulrico Hoepli in Mailand im Jahr 2019. Die Spinnennetze schwebten unter der Kuppel des Planetariums und wirkten wie Galaxiensysteme. Mit Hilfe eines Soundsystems konnten die Besucher darüber hinaus die Vibrationen der Spinnen in ihrem Netz wahrnehmen. Saraceno wurde dazu inspiriert von den Ähnlichkeiten, die Wissenschaftlern zwischen der fadenartigen Struktur des kosmischen Netzwerks und dem Geflecht von komplexen Spinnennetzen festgestellt haben.
Peter Gabriel freute sich zu Put the Bucket Down ein Kunstwerk von Tomás Saraceno und den 12 Spinnen präsentieren können, die als Miturheber genannt wurden. Das Foto integriert sich laut Gabriel in die Natur. Für ihn scheint es eine Verbindung zwischen Spinnennetzen, der Natur und dem Gehirn zu geben, sodass es für ihn genau passt. Vor der Erstellung des Werkes hörte Tomás Saraceno das Lied und wählte dieses Bild als etwas, das er dazu für passend hielt. Spinnen nicht als Bedrohung, sondern als Orakel, Architekten oder sogar Beschützer zu betrachten, ist die Grundlage von Arachnophilia, der von Tomás Saraceno gegründeten Projektgemeinschaft. Cosmic Spider/Web ist das Ergebnis des jahrzehntelangen Engagements und der Zusammenarbeit von Arachnophilia mit Spinnen und Spinnennetzen als lebenden Instrumenten, die ihrer Umgebung lauschen, vibrieren und auf sie reagieren, was eine Aufzeichnung der Koexistenz darstellt. Gabriels Auffassung nach gibt es eine Verbindung zwischen Spinnennetzen, Formen in der Natur und den Wahrnehmungen des [menschlichen] Gehirns, deswegen passt das Foto für ihn zu dem Song Put the Bucket Down. Er findet die Formen der Spinnennetze faszinierend und wunderschön und sieht eine Verbindung zwischen ihnen und anderen Formen in der Natur sowie Wahrnehmungen, zu denen das menschliche Gehirn fähig ist.
Hintergrund Der zweite Song für das Album o\i war dem Titel nach schon seit 2022 bekannt. Das Stück wurde schon während der Aufnahme-Sessions für i/o fertig gestellt und wäre auch fast schon auf diesem Album gelandet. Bereits 2023 stand Put the Bucket Down in mehreren Listen für die Musiklizensierung und -verwertung. Es wurde daraufhin erwartet, dass das Lied bereits auf i/o enthalten sein würde. Dem war jedoch nicht so, aber es war dann ein heißer Kandidat für das Nachfolgealbum.
In dem Lied sind unter anderem wieder Tony Levin an der Bassgitarre und David Rhodes an der E-Gitarre zu hören, sowie Melanie Gabriel bei dem Begleitgesang und als weiterer Mitwirkender Brian Eno, der an der Rhythmus-Programmierung mitgearbeitet hat. Bei diesem Lied kommt außerdem wieder wie zuletzt bei dem Album i/o das New Blood Orchestra mit verschiedenen Instrumenten und John Metcalfe als Dirigent und Verantwortlicher für die Orchester-Arrangements zum ersten Mal zum Einsatz.
Der Bright-Side Mix der Single wurde am zweiten Vollmond des Jahres 2026 veröffentlicht, genannt Snow Moon. Gabriel kündigte bereits bei der Veröffentlichung des ersten Titels des Albums an, dass weitere Bright-Side Mixe von Titeln des Albums von Mark „Spike“ Stent und weitere Dark-Side Mixe von Tchad Blake veröffentlicht werden. Der erste Mix aller Titel des Albums o\i wird jeweils bei Vollmond und der andere bei Neumond veröffentlicht. Diese Art der Veröffentlichungspolitik der einzelnen Lieder des Albums o\i zu in diesem Fall der ersten 13 Vollmonde des Jahres begründete er bereits 2023 bei der Veröffentlichung der 12 einzelnen Titel des vorhergehenden Albums i/o auf die gleiche Weise damit, dass die Menschen wegen der Technologie vergessen haben, woher sie kommen. Er würde eine Fusion aus Natur und technischem Fortschritt bevorzugen.
Inhalt und Bedeutung Bei der Veröffentlichung von Been Undone wurde Gabriel im Bezug auf das nach dem 24. November 2026 als komplette Veröffentlichung kommende Album o\i mit der Aussage zitiert, dass er über die Zukunft nachgedacht hätte und wie die Menschen darauf reagieren können. Wir kommen seiner Aussage nach in eine beispiellose Übergangsphase, die höchstwahrscheinlich durch drei Wellen ausgelöst wird: KI, Quantencomputing und die Gehirn-Computer-Schnittstelle. Künstler hätten die Aufgabe, in den Nebel zu blicken und, wenn sie etwas entdecken, einen Spiegel hochzuhalten. In i/o (=„input/output“) hätte das Innere einen neuen Weg nach draußen und in o\i (=„output\input“) das Äußere einen neuen Weg nach innen gefunden.
Als Nebenprojekt des Albums o\i arbeite Gabriel zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Liedes an einer Show, in deren Mittelpunkt das Gehirn steht. Eine Reihe von Songs von i/o und o\i sollten ein Teil davon sein werden. Put the Bucket Down ist einer davon. In der Erzählung existiert ein Punkt, an dem die Menschen sowohl Gedanken lesen als auch schreiben können und der Sänger sich nicht sicher ist, ob er seine eigenen Gedanken hat oder nicht. Er weiß nicht ob er sich in seinem eigenen Kopf oder in dem eines anderen befindet. Der „Bucket“ (=„Eimer“) ist all der Mist, der den Menschen ständig im Kopf herumschwirrt. Diese müssen also Eimer abstellen, um ihren Weg nach vorne zu finden. Ein erstes Bild sind ein Strand und Beobachtungen an einem Gewässer. Es gibt verschiedene Anspielungen (mit „tied to the rock“ (=„an den Felsen gebunden“)) vermutlich auf Prometheus. Insgesamt ist die erzählende Person verunsichert und weiß nicht, was sie hier erlebt und ob das Ganze zu ihr oder zu einer anderen Person gehört. In einer kurzen Zwischenpassage wird das klar formuliert: „Whose mind is this?“ (=„Wessen Verstand ist das?“). Eine Art Vor-Refrain beschwört dann mit unheilvollem „Oh“, den Eimer abzustellen. Der eigentliche Refrain stellt dann nochmals fest, wie viel Unbegreifliches eigentlich durch den Kopf geht. Aber auch: „The less you have, the more you can make of it“ (=„Je weniger du hast, desto mehr kannst du draus machen“). Deswegen muss dann der Eimer abgestellt werden. Gabriel ist fasziniert von der Idee, das es möglich werden könnte, menschliche Gedanken lesen und umgekehrt auch einschreiben zu können. Er sieht dabei aber auch die Gefahren, den Einzelnen dadurch Privatsphäre zu rauben oder ihnen gefährliche Ideen einpflanzen zu können.
Musik Peter Gabriel begann, rhythmische Elemente um das herum aufzubauen, was er als einseitigen Loop bezeichnet. Er war ziemlich begeistert davon. Als die Band dazu spielte, wirkte es lebendig, was ihm ein gutes Gefühl gab. Die Band hat zusammen mit ihm den Großteil des Songs erarbeitet. Als sie die Aufnahmen mit dem Orchester machten, bat Gabriel John Metcalfe, sich einen Part auszudenken. Dieser kritzelte ihn an diesem Tag im Tonstudio hin. Er ist sehr einfach, passt aber nach Gabriel gut zum Song. Sowohl Paolo Fresu als auch Josh Shpak spielten jeweils eine Version der instrumentalen Melodie ein. Bei dem Bright-Side Mix sind nach Bandcamp sowohl Fresu als auch Shpak an der Trompete zu hören, bei dem Dark-Side Mix nur Shpak. Insgesamt ist wieder Gabriels Stammband zu hören, wahrscheinlich sind die Aufnahmen bereits von 2021 und 2022. Nach Gabriel habe die Band den Großteil des Songs erarbeitet. Anders als bei dem Album i/o tritt die Begleitung durch das Orchester nur dezent in Erscheinung und folgt einstimmig der Gesangslinie des Refrains. Erst bei dessen allerletzten Wiederholung wird diese etwas verspielter.
Mit seinem Shuffle-Groove und seinem ansteckend eingängigen Refrain beschwört Put the Bucket Down traumähnliche Bilder von Verstandlesen, Gedankenlesen und Gedanken schreiben herauf – all das ist durch die behandelte Gehirn-Computer-Schnittstelle möglich. Die singende Figur ist sehr verwirrt …