Max von Schmieder (* 1. April 1908 in München; † 23. Januar 1999 in Meisham im Landkreis Rosenheim) war ein deutscher Agrarwissenschaftler und erfolgreicher Sportler im Skeetschießen.
Leben Beruflicher Werdegang Max von Schmieder wurde als Sohn des August von Schmieder (1867–1971) und dessen Ehefrau Mary Lang-Puchhof (* 1885, Tochter des Reichsrats Karl Friedrich von Lang-Puchhof) geboren. Bevor er 1922 Schüler am Gymnasium Schondorf am Ammersee wurde, erhielt er Privatunterricht. 1927 machte er das Abitur und ging anschließend in eine landwirtschaftliche Lehre auf einer Domäne in Sachsen, bis er 1929 für ein Semester an der Georg-August-Universität Göttingen und anschließend an der TU München-Freising in Weihenstephan ein Studium der Agrarwissenschaften absolvierte, das er 1931 als Diplomlandwirt abschloss. 1933 promovierte er mit der Dissertation „Kritische Untersuchungen über das Wesen, die Anwendbarkeit und Übereinstimmung einiger Schnellmethoden zur Feststellung der Phosphorsäurebedürftigkeit des Ackerbodens“ zum Dr. agr. Zunächst widmete er sich nicht in erster Linie dem väterlichen Saatzuchtbetrieb, sondern legte sein Augenmerk auf den Tennissport. In der Zeit betrieb er ein Büro für Werbegrafik und Design in München. 1937 meldete er sich freiwillig zur Luftwaffe, wo er als Flakschütze ausgebildet wurde. Er musste Kriegsdienst leisten, nahm am Polenfeldzug teil und war bis März 1940, als er aus der Wehrmacht entlassen und „unabkömmlich“ gestellt wurde, bei der Fliegerhorstkompanie in Lodsch stationiert. Ihm wurde im Reichsnährstand eine interessante Aufgabe zugewiesen, mit der er in der „Beratungsstelle für Futterpflanzensämereien“ des „Reichsverbandes der Deutschen Pflanzenzucht“ die Produktion von Futterpflanzensaatgut organisierte. Zu seinen Verdiensten zählt der Ausbau der Saatzucht und die Gewinnung von neuen Vermehrern von Saatgut in Westdeutschland, vor allem in Unterfranken und Schleswig-Holstein. 1955 erhielt er als erster deutscher Züchter mit der Sorte „Rasengold“ die Zulassung als Rasensorte. mini|Schloss Steinach, Wohnsitz der Familie Max von Schmieder
Sportliche Erfolge Er engagierte sich im Tennissport, wo er in der ersten Mannschaft des Renommierclubs „Iphitos“ spielte und 1931 südbayerischer Mannschaftsmeister wurde. Auch nach dem Krieg blieb er dem Tennissport treu und spielte für Rot-Weiss in Straubing in der 1. Mannschaft auf Platz 1. 1953 und 1954 wurde er Straubinger Stadtmeister im Herren-Einzel. Noch größere Erfolge erzielte er im Wurfscheibenschießen. Diesen Sport brachten die Amerikaner nach dem Krieg nach Deutschland. 1960 wurde er Deutscher Mannschaftsmeister und erreichte bei den schwäbischen Meisterschaften den 1. Platz. 1961 holte er bei der Europameisterschaft in Bern mit der Mannschaft die Bronzemedaille und belegte im Einzelwettkampf den 10. Platz, nahm an der Weltmeisterschaft in Oslo teil und war internationaler österreichischer Staatsmeister und süddeutscher Meister. 1962 wurde er Erster im Qualifikationsschießen für die Weltmeisterschaften in Kairo, belegte den 2. Platz im Länderkampf Deutschland gegen die USA und wurde süddeutscher, bayerischer und niederbayerischer Meister. Zu seinen Erfolgen zählt auch die Förderung des Weltmeisters und Olympiasiegers 1972 Konrad Wirnhier.
Familie Am 3. Mai 1934 heiratete er die aus Krefeld stammende Edith Pobell. Aus der Ehe gingen die Söhne Carlmax (* 1938) und Wolfgang (* 1939) hervor. Die Familie wohnte im Schloss Steinach, das er von seinem Vater geerbt hatte. Die Ehe wurde 1963 geschieden. Im Jahr darauf heiratete er Liane von Bressensdorf.
Ehrungen 1958 Ehrenbürger der Stadt Steinach 1958 Bayerische Staatsmedaille für besondere Verdienste auf dem Gebiet der Ernährungs-, Land- und Forstwirtschaft sowie der Ländlichen Entwicklung
Literatur Dr. Thomas Grundler: Max von Schmieder, in Heimatgeschichte Steinach Digitalisat
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