Die Schweizer Liga gegen Tierversuche und für die Rechte des Tieres (LSCV; französisch Ligue Suisse contre l’expérimentation animale et pour les droits des animaux) ist eine Schweizer Tierschutzorganisation.
Zweck und Organisation Laut Vereinsstatuten setzt sich die LSCV für die «Bekämpfung von medizinischen, wissenschaftlichen oder kommerziellen Versuchen am lebenden Tier bis zur völligen Abschaffung» ein. Dazu unterstützt sie die Förderung neuer Forschungsmethoden. Zudem strebt die LSCV die «Anerkennung und Achtung der grundlegenden Rechte aller Wild- und Haustiere» an und steht auf politischem Weg für den Schutz von Tieren und Natur ein.
Die LSCV ist ein gemeinnütziger Verein und finanziert sich durch Spenden und Legate.
Geschichte Die LSCV wurde 1883 als Genfer Liga gegen Vivisektion (Ligue genevoise contre la vivisection) gegründet. Ausschlaggebend war die Ernennung von Moritz Schiff als Professor an der medizinischen Fakultät der Universität Genf 1876. Dieser war etwa bekannt dafür, Mäuse zum Herzstillstand zu bringen, ihre Brust aufzuschneiden und ihr Herz zu massieren, bis es wieder schlug. Weil sich der Genfer Tierschutzverein (SPA) nicht gegen Schiff wehrte, traten einige Mitglieder aus und gründeten 1883 die Genfer Liga gegen Vivisektion.
1978 ergriff die Genfer Liga zur Bekämpfung der Vivisektion das Referendum gegen das erste nationale Tierschutzgesetz (TschG). Der Verein argumentierte, dass die darin vorgesehenen Vorschriften über Tierhaltung und Tierversuche zu unverbindlich seien und dass gewisse Haltungsarten verboten werden sollten. Bei der nachfolgenden Abstimmung wurde das Gesetz vom Stimmvolk mit 81,70 % Ja-Stimmen angenommen.
Im selben Jahr erfolgte die Umbenennung in Schweizer Liga gegen Tierversuche und für die Rechte des Tieres (LSCV).
Tätigkeiten Die LSCV führt Kontrollen von Pelzprodukten durch. So deckte sie auf, dass 2017 Geschäfte in Neuenburg oder 2018 Stände an der Messe Les Automnales in Genf mangelhaft deklarierte Pelze verkauften.
Vor den Schweizer Parlamentswahlen 2023 lancierte die LSCV gemeinsam mit anderen Tierschutzorganisationen die Webplattform TierPolitik Schweiz, die einen Überblick über tierfreundliche Politiker bietet.
Im Sommer 2024 engagierte sich der Verein im Rahmen der MicarNO-Kampagne gegen den geplanten Geflügelschlachthof von Micarna in Saint-Aubin und organisierte unter anderem Sensibilisierungsaktionen in umliegenden Ortschaften.
Engagement gegen Tierversuche Die LSCV führt regelmässig Proteste vor der ETH Zürich gegen die dort stattfindenden Tierversuche durch. Besonders kritisiert werden Versuche an Makaken. Ebenfalls führt die LSCV Demonstrationen gegen Tierversuche durch, so 2015 und 2017 in Zürich oder 2018, 2019 und 2024 in Freiburg.
2016 lancierte die LSCV im Kanton Genf zwei kantonale Initiativen. Die Initiative «Pour un meilleur contrôle de l'expérimentation animale» («Für eine bessere Kontrolle der Tierversuche») wollte die Funktionsweise der kantonalen Tierversuchskommission ändern. Sie wurde am 25. November 2019 mit 64,41 % der Stimmen abgelehnt. Die Initiative «Pour une meilleure recherche médicale» («Für eine bessere medizinische Forschung») wollte den Kanton dazu verpflichten, tierversuchsfreie Forschungsmethoden im gleichen Umfang zu fördern wie herkömmliche Forschung. Sie kam nicht zustande.
Im selben Jahr reichte die LSCV eine Petition mit 34’600 Unterschriften beim Parlament ein. Sie forderte ein Verbot von belastenden Tierversuchen bei Affen.
2018 wurde bekannt, dass In Versuchen an der Universität Freiburg Affen Kokain verabreicht wurde. Als Reaktion richtete die LSCV gegen die Versuche eine Petition mit über 19’000 Unterschriften an die Universität, den Freiburger Staatsrat und den Grossen Rat.
Im April 2024 reichte die LSCV zusammen mit anderen Organisationen die Petition «Forschungsplatz Schweiz sichern» mit 40’000 Unterschriften an den Bundesrat und das Parlament ein. Diese fordert einen schrittweisen Ausstieg aus Tierversuchen.
Ende 2025 startete die LSCV eine Kampagne samt Petition gegen den erzwungenen Schwimmtest (Forced Swim Test).
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Einzelnachweise
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