Willem Lodewijk de Vreese (* 18. Januar 1869 in Gent; † 10. Januar 1938 in Voorschoten) war ein belgisch-niederländischer Lexikologe, Lexikograf und Mitautor des Woordenboek der Nederlandsche Taal.

Leben mini|Willem Lodewijk de Vreese um 1920

Willem de Vreese war Niederlandist und Mediävist. In den Jahren 1893–1895 war er im Rahmen seiner Mitarbeit am Woordenboek der Nederlandsche Taal in den Niederlanden tätig und Mitglied der Kommission für Sprach- und Literaturwissenschaft sowie der Redaktion der zugehörigen Zeitschrift der Gesellschaft der niederländischen Literatur. Den größten Teil seiner wissenschaftlichen Laufbahn verbrachte er anschließend in Gent, wo er als Professor und Bibliothekar wirkte und eine bedeutende Rolle innerhalb der Königlichen Flämischen Akademie Belgiens für Wissenschaften und Künste einnahm. Seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen befassten sich vor allem mit der mittelniederländischen Sprache und Literatur.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde W.L. de Vreese aus Belgien verbannt aufgrund seiner Rolle als Aktivist innerhalb der flämischen Bewegung während der deutschen Besatzung (1914–1918) und kehrte erneut in die Niederlande zurück und ließ sich dort dauerhaft nieder. Im Jahr 1930 wurde er erneut in die Kommission berufen und war unter anderem an redaktionellen Arbeiten sowie an der Herausgabe von Volksbüchern beteiligt. Zu seinen späteren Forschungen zählen Studien zu mittelniederländischen Handschriften, Inkunabeln und älteren, insbesondere flämischen Texten.In memoriam W.L. de Vreese. In: Tijdschrift voor Nederlandse Taal- en Letterkunde. Jaargang 57. E.J. Brill, Leiden 1938.

Einzelnachweise

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