Hermann Christoph Friedrich Müller oder Hermann Christian Friedrich Müller sowie Christian Friedrich Hermann MüllerAngaben im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek und Herrmann Müller (geboren 18. Juni 1834 in Berlin; gestorben 18. Mai 1889 in Hannover) war ein deutscher Schriftsteller, SchauspielerPaul S. Ulrich: Deutschsprachige Theater-Almanache: Register. German-language Theater Almanacs: Index (1772–1918), Wien: Hollitzer Wissenschaftsverlag, 2023, S, 346; Google-Books und Ober-Regisseur am Königlichen Theater zu Hannover.Neuer Theater-Almanach für das Jahr 1890, S. 98; Google-Books
Leben Müller besuchte die Berliner Königstädtische Realschule, an der er bei musikalisch-theatralischen Aufführungen früh mit der darstellenden Kunst in Berührung kam. Nach dem Abitur arbeitete er kurzzeitig im stenografischen Büro der Zweiten Kammer des Preußischen Landtags. Die Widerstände seines Vaters gegen eine Theaterlaufbahn überwand er durch Führsprache von Ludwig Tieck, so dass er schon im Alter von 15 Jahren am 1. Januar 1850 Jahren in Karl von Holteis Lorbeerbaum und Bettelstab oder Drei Winter eines deutschen Dichters am Berliner Urania-Theater die Rolle des Baron von Amsel verkörperte. In den drei Folgejahren leistete er als Freiwilliger den Militärdienst und trat parallel dazu in verschiedenen Berliner Liebhaber-Theatern auf.
Auf Empfehlung des Hoftheater-Regisseurs Heinrich Blume wirkte Müller ab dem 2. Februar 1853 am Stadttheater Görlitz. Nach einem Intermezzo im Winter 1854/55 in Düsseldorf unter der Leitung von Theodor L’Arronge erhielt er im Januar 1855 für sein erstes chargiertes Fach in Hannover engagiert. Dort debütierter er als Lorenzo in Shakespeares Romeo und Julia. Mit Förderung des Oberregisseurs Wilhelm Kaiser spielte er 1858 erstmals den Mephisto in Goethes Faust, mit dem er seinen Ruf als Charakterdarsteller begründete. Im selben Jahr trat er der Freimaurerloge Zur Ceder bei.Die St. Johannis-Loge zur Ceder. Eine Festgabe zum 100jährigen Stiftungsfeste am 20. September 1877, Hannover: Hofbuchdruckerei BBr. Jänecke, 1877, S. 45 Google-Books
1867 wurde Müller durch den Intendanten des königlichen Hoftheaters in Hannover von Bronsart zum Hilfsregisseur ernannt.
Nach dem Fortgang des Regisseurs Albrecht Marcks nach Dresden übernahm Müller 1871 die Gesamtregie des Königlichen Hoftheaters in Hannover. Zu seinen herausragenden Arbeiten zählt zählte dort seine Bearbeitung und Inszenierung von Goethes Faust für die vier Abende vom 17. bis 20. März 1877. Zudem inszenierte er 1879 und 1880 erstmals in Hannover Shakespeares Königsdramen. Neben dem Mephisto verkörperte er die Rollen des Nathan, Attinhausen, Jago, Shylock, Bloom, den Dorfrichter Adam, den Falstaff, den Florentius von Rantzau sowie Bansen, Striese, Hasemann und Piepenbrink und weitere Charaktere.
Neben seinen Arbeiten als Regisseur und Schauspieler publizierte Müller zahlreiche Schriften, darunter auch vielfache Beiträge in Zeitschriften der Freimaurer. Am 25. Januar 1880 feierte er, dem für seine Leistungen der Titel des Oberregisseurs verliehen wurde, sein 25-jähriges Dienstjubiläum am Königlichen Theater in Hannover.
Am 25. März 1889 brach Hermann Müller, nachdem er schon zuvor im vergangenen Winter kränkelte, während der Vorstellung von Goethes Götz von Berlichingen auf der Bühne zusammen. Wenige Wochen später starb er in Hannover im 56. Lebensjahr. In seinem Todesjahr 1889 bewohnte er zuletzt das Haus Wiesenstraße 24.Adreßbuch. Stadt und Geschäfts-Handbuch der Königlichen Residenzstadt Hannover und der Stadt Linden, Abteilung 1, Teil 3: Alphabetisches Verzeichniß der Behörden und Anstalten, der Einwohner und Handelsfirmen, Hannover: Klindworth's Verlag, 1889, S. 579; Digitalisat über den DFG-Viewer der Deutschen Forschungsgemeinschaft
Auszeichnungen Neben der Verleihung des Titels als Ober-Regisseur wurde Müller ausgezeichnet mit der Goldenen Medaille für Kunst und Wissenschaft von Sachsen-Altenburg und der Goldenen Verdienstmedaille des Fürstentums Schaumburg-Lippe
Schriften (Auswahl) Deutschland's Siegesfeier. Vorspiel in 1 Aufzug, die zur Handlung gehörige Musik componirt und arrangirt von C. Herner, Berlin, circa 1870 Ein weiblicher Advocat. Lustspiel in 1 Aufzuge. Frei nach dem Französischen, Berlin: A. Entsch, ca. 1873 Chronik des Königlichen Hoftheaters zu Hannover. Ein Beitrag zur deutschen Theatergeschichte, Hannover: Helwing’sche Hofbuchhandlung, 1876; Digitalisat der Österreichischen Nationalbibliothek zweite Ausgabe unter dem Titel Das königliche Hoftheater zu Hannover. Ein Beitrag zur deutschen Theatergeschichte., Hannover: Helwing’sche Verlagsbuchhandlung (Th. Mierzinsky), 1884 Die St. Johannis-Loge zur Ceder. Eine Festgabe zum 100jährigen Stiftungsfeste am 20. September 1877, Hannover: Hofbuchdruckerei BBr. Jänecke, 1877; Google-Books Scherz und Ernst: Plaudereien eines alten Comödianten von Hermann Müller, Hannover: Helwingsche Verlagsbuchhandlung, 1878; Digitalisat des Münchener Digitalisierungszentrums
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Einzelnachweise
Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Bühnenautor Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Dramaturg Kategorie:Darstellender Künstler (Hannover) Kategorie:Intendant (Hannover)
Kategorie:Freimaurer (19. Jahrhundert) Kategorie:Südstadt (Hannover) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1834 Kategorie:Gestorben 1889 Kategorie:Mann