Klostermansfeld ist eine Gemeinde im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt.

Geografie mini|hochkant=1.2|Klostermansfeld (Luftaufnahme 2018) Lage Klostermansfeld liegt im östlichen Harz-Vorland. Dieser Landstreifen wird auch Mansfelder Land genannt, nach der nordwestlich von Klostermansfeld gelegenen Stadt Mansfeld. Neben flachhügeligen Hochflächen kommen um Klostermansfeld Täler und Gründe vor, in denen kleinere Bäche fließen. Darunter zählen die Alte Wipper im nordöstlich gelegenen Möchsgrund und der Wilde Graben im sog. Hegegrund südöstlich von Klostermansfeld. Wenige Kilometer im Nordwesten bildete das Flüsschen Wipper ein tieferes Tal aus, in dem die nächsten Landstädte Mansfeld und Hettstedt liegen. Die nächste Kleinstadt ist das sieben Kilometer südöstlich gelegene Lutherstadt Eisleben.Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt (LVermGEO): Sachsen-Anhalt Viewer. (online), aufgerufen am 8. August 2020.

In Klostermansfeld beginnend zieht sich ein Band aus Siedlungen nach Süden bis Wimmelburg. Diese gehören wie Klostermansfeld selbst zur Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra an, die ihren Verwaltungssitz in Helbra hat. Um Klostermansfeld verteilt stehen viele kleinere sowie wenige größere Altbergbauhalden. Die größten davon sind die sog. Pyramiden des Mansfelder Landes. Weiterhin gibt es viele Ackerflächen um Klostermansfeld.

Flächennutzung Die größte Ost-West-Ausdehnung der Gemeinde beträgt 5 km, vom nördlichsten zum südlichsten Punkt misst sie 4,7 km.

Flächenach Nutzungsart Gesamtflächein ha Anteil an derFläche der Gemeinde Landwirtschaftlich genutzte Fläche 566 64,2 % Siedlungsfläche 198 22,5 % Verkehrsfläche 69 7,8 % Waldfläche 48 5,4 % Gewässerfläche 1 0,1 % Insgesamt 882 100 %

Stand: 31. Dezember 2022

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind Mansfeld im Norden, Gerbstedt und die Lutherstadt Eisleben im Osten und Helbra und Benndorf im Süden.

Geschichte mini|Klosterkirche Bereits im 8. Jahrhundert war die Region um Klostermansfeld ein Ziel von Missionstätigkeiten des Klosters zu Fulda. Damals erstreckten sich hier nach Osten bis zur Saale die Grenzgebiete des damaligen Heiligen Römischen Reichs. Siedlungsreste der damals hier lebenden slawischen Völker gab es auf der sog. Siebenhitze, wo heute die Halde 81 im Südwesten des heutigen Klostermansfelds steht.Neuß (2001), S. 151.

Klostermansfeld wird erstmals am 22. Oktober 973 als Mannesfeld in einer Tauschurkunde König Ottos II. erwähnt, in der er ein Tauschgeschäft zwischen Erzbischof Adalbert von Magdeburg und dem Abt Werinher von Fulda bestätigt. Um 1040 wurde ein Benediktinerkloster in Mansfeld gegründet, das sich nach nur 19 Jahren dem Orden vom Tale Josaphat anschloss. Die Anlage wurde während des Bauernkrieges 1525 stark beschädigtNeuß (2001), S. 150–151., doch die Klosterkirche wurde wieder aufgebaut und ist jetzt eine Station der Straße der Romanik.Tourismusverband Sachsen-Anhalt e. V.: Benediktinerkloster Mariae Himmelfahrt. (online), aufgerufen am 28. Mai 2020.

Im Hegegrund südöstlich von Klostermansfeld lag im Mittelalter das Dorf Bockstal, das jedoch nur kurz bestand. Heute gibt es zwischen der alten Dorfstätte und Klostermansfeld den Haltepunkt Bockstal der Mansfelder Bergwerksbahn.

mini|Halden des Kupferschieferbergbaus in Klostermansfeld und Wasserturm Nachdem das Kloster im Jahre 1526 von Graf Gebhard von Mansfeld-Hinterort in ein gräfliches Amt umgewandelt wurde, bestand die Bevölkerung lange zunächst aus Bauern, die auf den umliegenden Feldern ihren Lebensunterhalt verdienten. Noch Anfang des 18. Jahrhunderts waren darunter 31 Kossaten und fünf Halbspänner. Durch ein Aufkommen des Bergbaus stieg die Einwohnerzahl deutlich an, so lebten im Jahre 1780 schon über 600 Menschen in Klostermansfeld.Neuß (2001), S. 156. In den Bergwerken der Umgebung wurde zunächst in mühevoller Handarbeit ein kupfer- und silberhaltiger Schiefer abgebaut. In den späteren Jahren wurden die Gruben zunehmend tiefer und an Belegschaft größer. Größere Betriebe unmittelbar in Klostermansfeld waren der Theodorschacht an der Straße nach Mansfeld und der Schacht 81 (benannt nach dem Lichtloch Nummer 81 des Schlüsselstollens) unmittelbar im Ort. Das abgebaute Material wurde in sog. Hütten in der Umgebung zu Metallen weiterverarbeitet. Eine solche Stand zum Beispiel an der Straße Hettstedt-Eisleben (heute B180), wo sie den Hegegrund kreuzt. In den späteren Jahren wanderte der Abbau in Richtung Osten zum Zirkelschacht weiter.Neuß (2001), S. 158.

Im Jahre 1879 wurde Klostermansfeld über die sogenannte Kanonenbahn an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Der Bau dieser Strecke mit der Überbrückung der Quellgründe der Bösen Sieben südwestlich von Klostermansfeld und der im Anschluss folgenden Untertunnelung des Hornburger Sattels bei Blankenheim galt damals als technische Meisterleistung.Neuß (2001), S. 156–167.

Nachdem das Mansfelder Land an Preußen gefallen war, lag Klostermansfeld an der Südgrenze des Mansfelder Gebirgskreises in der Provinz Sachsen. Der Nachbarort Benndorf lag schon im Mansfelder Seekreis.Neuß (2001), S. 157.

Am 30. September 1928 wurde der Hauptteil des Gutsbezirks Klostermansfeld mit der Landgemeinde Klostermansfeld vereinigt. In der SBZ ab 1947 bzw. in der DDR lag Klostermansfeld zunächst im neu gegründeten Land Sachsen-Anhalt.

Von 1952 bis 1994 lag Klostermansfeld im Kreis Eisleben (1952 bis 1990 im DDR-Bezirk Halle, dann im Land Sachsen-Anhalt). Nach der Kreisreform 1994 gehörte die Gemeinde zum Landkreis Mansfelder Land, seit der Kreisreform 2007 ist sie Teil des Landkreises Mansfeld-Südharz.

Bevölkerung Jahr Einwohner 1990 3.384 2005 2.791 2010 2.560 2015 2.415 2020 2.293 Jahr Einwohner 2021 2.265 2022 2.156 2023 2.115 2024 2.073 2025 2.042

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Klostermansfeld besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde aus 14 Mitgliedern und dem Bürgermeister.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 37 Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 65,5 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Freiwillige Feuerwehr Klostermansfeld 42,9 % 6 38,1 % 5 Einzelbewerber Uwe Tempelhof – – 26,0 % 1 CDU 22,5 % 3 19,8 % 3 Freie Bürger Mitteldeutschland 8,5 % 1 13,4 % 2 SPD – – 2,8 % – Wählergruppen 18,8 % 3 – – Die Linke 7,3 % 1 – – Insgesamt 100 % 14 100 % 11

Bei der Wahl 2024 entfielen auf den Einzelbewerber Tempelhof vier Sitze, von denen drei unbesetzt bleiben.

Bürgermeister 1999–2020: Uwe Tempelhof seit 2020: Frank Ochsner

Tempelhof wurde bei der Bürgermeisterwahl am 13. Januar 2013 ohne Gegenkandidat mit 100 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.

Ochsner wurde am 23. Februar 2020 mit 52,6 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 23. Februar 2020 Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61

Wappen Das Wappen wurde am 6. März 1939 durch den Oberpräsidenten der Provinz Sachsen verliehen.

Blasonierung: „Geviert; Feld 1 und 4: in Silber sechs (3:3) rote Rauten (Stammwappen der Grafen von Mansfeld); Feld 2: in Blau die schräggekreuzten goldenen Berghämmer; Feld 3: in Blau ein goldenes dreiblättriges Kleeblatt.“

Das älteste Siegel zeigt ein Kirchengebäude, belegt mit dem Schilde der Grafen von Mansfeld; ein Siegel des 18. Jh. dagegen zeigt das Kleeblatt (als eigentliches Gemeindezeichen) und die Berghämmer. Aus diesen Symbolen wurde das neue Wappen geschaffen, wobei das Bild der Kirche entsprechend den neuen Bestimmungen in Fortfall kam.

Das Wappen wurde von dem Magdeburger Staatsarchivrat Otto Korn gestaltet.

Sehenswürdigkeiten und Kultur Bauwerke mini|hochkant|St.-Joseph-Kirche

Klosterkirche: Das im Jahre 1170 gegründete, dreischiffige romanische Gotteshaus wurde im 16. Jahrhundert teilweise abgetragen und zerstört. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts erfolgte der Bau einer welschen Haube auf dem Kirchturm. Im 19. Jahrhundert wurden die Fenster wesentlich vergrößert. In den 1960er Jahren wurde die Kirche umfassend saniert und restauriert.Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt II. Regierungsbezirke Dessau und Halle. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1999, ISBN 3-422-03065-4, S. 369–371.

St.-Joseph-Kirche: Die 1894 gegründete katholische Kirche wurde im neogotischen Stile im Nordwesten des Dorfes errichtet. Sie hat einen quadratischen Turm und ist im Inneren schlicht gestaltet.

Gedenkstätten Grabstätten auf dem Ortsfriedhof für zwei namentlich bekannte Polen, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden Zwei Stolpersteine für ein durch das Regime der Nationalsozialisten ermordetes jüdisches Ehepaar, das vorher ein Kleidungsgeschäft in der Chausseestraße unterhieltVerein Eisleber Synagoge e. V.: Stolpersteine für die Familie Bluhm in Klostermansfeld.(online), aufgerufen am 7. August 2020. Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs 1914–1918 im Alten Friedhof Denkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Kriegs 1870–1871 im Alten Friedhof Gedenkstein für Luther an der Chausseestraße

Parks Alter Friedhof, zentral in Klostermansfeld gelegen, nicht mehr in seiner ursprünglichen Bedeutung genutzt. Unmittelbar neben dem Alten Friedhof befindet sich der noch als solcher genutzte Neue Friedhof.

Dialekt Klostermansfeld liegt im Zentrum eines Gebiets, in dem die sog. Mansfäller Mundart vorkommt. Dabei handelt es sich um einen Grenzdialekt zwischen dem Obersächsischen und dem Thüringischen Raum. In einer Untersuchung aus dem 19. Jahrhundert wurde dabei festgestellt, dass der Raum Klostermansfeld innerhalb des Mansfeldischen in der Mundart des Eigentlich Mansfeldischen liegt.Richard Jecht: Grenzen und innere Gliederung der Mansfelder Mundart : Mit einer Karte. S. 11f. Sammlung der ULB Halle (online). Görlitz 1986. Charakteristische für diese Mundart sind u. a. Verschiebungen der Laute o zu u (Uhstern statt Ostern), ei zu ä (Bähne statt Beine), e zu i (sihre statt sehr) und äu zu ai (Baime statt Bäume). Schon 1886 wurde angemerkt, dass die damaligen jungen Leute den alten Dialekt immer mehr verlernten und veränderten.

Wirtschaft und Infrastruktur Energie Das Umspannwerk Klostermansfeld des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz verbindet die von den Umspannwerken Wolmirstedt und Bad Lauchstädt kommenden Höchstspannungsleitungen mit den Leitungen des Verteilnetzbetreibers Mitnetz Strom.

Der Batteriespeicher der Berliner Firma Zeloshttps://vangogh.zelosdev.de Batteriespeicher zur Beschleunigung der Energiewende mit einer Kapazität von 5,7 GWh und einer Leistung von 1 GW in Klostermansfeld soll im Sommer 2028 ans Netz gehen; das ist fast die doppelte Kapazität der derzeit weltweit größten Anlage. Die Baugenehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz liegt vor; im Dezember 2025 wurde das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt.

Verkehr mini|Bahnhof Klostermansfeld Straßenverkehr Klostermansfeld liegt an der Bundesstraße 180 zwischen Eisleben und Hettstedt. Die Landesstraße L 225 zwischen Leimbach und Helbra führt durch das Ortszentrum.

Eisenbahnverkehr