Piber ist eine Ortschaft und gleichnamiges Dorf in der Weststeiermark in der Stadtgemeinde Köflach im Bezirk Voitsberg in der Steiermark. Piber ist zugleich auch der Name einer Katastralgemeinde von Köflach. Die Ortschaft hat Einwohner (Stand: ). Piber ist vor allem als Standort des Gestüts Piber bekannt, in dem die als Lipizzaner bekannten weißen Pferde gezüchtet werden.

Lage und Geographie Piber liegt im nordöstlichen Teil der Stadtgemeinde Köflach, nordöstlich des Stadtgebietes. Der Ort selbst liegt im Tal des Gailbachs, am Übergang der Erhebungen der Stubalpe zum Köflach-Voitsberger Becken.

Direkt südöstlich von Piber verläuft die Piberstraße (L345), die Bärnbach über Piber mit Köflach verbindet.

Auf dem Gebiet der Katastralgemeinde bestehen neben der gleichnamigen Ortschaft Piber auch noch die Rotte Knobelberg sowie die Streusiedlung Piber-Zerstreute Häuser.

Geschichte Eine Besiedlung auf dem Gebiet des heutigen Ortes lässt sich durch den Fund von Tonscherben in einer Höhle bei Piber bis in die Latènezeit zurückverfolgen. Aus der Römerzeit haben sich mehr als 20 Römersteine erhalten, von denen die meisten nachträglich an den Wänden der Pfarrkirche Piber angebracht wurden. Der heutige Ort Piber entstand im Mittelalter. Bereits vor dem Jahr 1000, als das Gebiet den Eppensteinern gehörte, wurde hier vermutlich eine Befestigung zum Schutz der Übergänge über die Stubalpe errichtet. Spätestens nach dem Jahr 1000 erfolgte eine planmäßige Besiedlung. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort um 1063 als eine Kirche zu Pibera genannt wird. Eine weitere Erwähnungen datiert um 1150 als Piber. Der Ortsname leitet sich dabei von einem ursprünglichen Gewässernamen ab, der sich aus dem althochdeutschen Wörtern bibar für Biber und aha für Bach zusammensetzt. Der Namensteil aha wurde bereits früh zu -a reduziert und fiel später ganz weg. Für die Deutung dieses Namens spricht auch das größere Vorkommen an Bibern, das sich für das 12. Jahrhundert in der Gegend nachweisen hat lassen. Die vom Historiker und Volkskundler Ernst Lasnik und dem Historiker Heinrich Purkarthofer vorgebrachte Herleitung des Ortsnamens vom gotischen Wort piper als Bezeichnung für eine kreisrunde Wallanlage dürfte wenig wahrscheinlich sein.

Bis zur Abschaffung der Grundherrschaften im Jahr 1848 gehörten die Bewohner Pibers im Verlauf der Jahrhunderte zu verschiedenen Herrschaften. Die meisten der Bewohner waren der Propsteiherrschaft Piber, die dem Stift St. Lambrecht gehörte, untertan. Diese Propsteiherrschaft wurde ab 1418 immer weiter ausgebaut. Wegen Geldnot wollte das Stift die gesamte Herrschaft 1493 an Helfreich von Kainach verkaufen. Dieser Verkauf scheiterte aber an der fehlenden Zustimmung durch den Kaiser. Neben der Herrschaft Piber hatten noch die Herrschaften Altkainach, Greißenegg, Obervoitsberg sowie Reiteregg (mit dem Amt Gößnitz) Untertanen im Ort. Einige Bewohner gehörten zur Pfarrgült von Köflach. Der Ort war Teil des Werbbezirks Piber.

Mit der Konstituierung der freien Gemeinden im Jahr 1850 wurde der Piber eine freie Ortsgemeinde. Am 1. Jänner 1952 wurde die Gemeinde Piber zusammen mit Köflach, Gradenberg und Pichling zur Stadtgemeinde Köflach zusammengelegt.

Wirtschaft und Infrastruktur mini|links|Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Piber

Piber ist land- und forstwirtschaftlich geprägt, aber auch der Tourismus durch das Lipizzanergestüt Piber spielt eine wichtige wirtschaftliche Rolle. In der Vergangenheit war auch der Bergbau auf Braunkohle von größerer Bedeutung. Diese wurde vermutlich seit der Zeit um 1760 bis 1935, zuletzt von der Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergbaugesellschaft (GKB), bei Piber abgebaut.

Die Freiwillige Feuerwehr Piber im Ort wurde je nach Quelle 1919 gegründet. Im Jahr 1970 nahm eine Gruppe der FF Piber als erste Damengruppe Österreichs bei einem Landesfeuerwehrleistungsbewerb teil, was für den Landesfeuerwehrverband der Auslöser war, Frauen bei der Feuerwehr als Mitglieder zu erlauben.Eine Reise durch die bewegte Geschichte der FF Piber am Portal der Stadt Köflach abgerufen am 19. Juli 2026

Der Ort ist nach Piber eingepfarrt und die Kinder besuchen die Schulen in Köflach. In den 1930er-Jahren gab es eine landwirtschaftliche Fortbildungsschule in Piber.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Teil des Bundesgestütes mit der Pfarrkirche Piber im Hintergrund Zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern in Piber gehört die romanische Pfarrkirche Piber, die zu Beginn des 13. Jahrhunderts errichtet wurde. In direkter Nachbarschaft zur Kirche befindet sich das barocke Schloss Piber, das zwischen 1696 und 1728 nach Plänen von Domenico Sciassia an der Stelle eines älteren Propsteihofes des Stiftes St. Lambrecht erbaut wurde. Neben diesen beiden Gebäuden liegt das Lipizzanergestüt Piber in dem die als Lipizzaner bekannten weißen Pferde gezüchtet werden.

Daneben gibt es noch einige religiöse Kleindenkmäler die von regionsgeschichtlicher Bedeutung sind. Das sogenannte Richtkreuz an der Straße zwischen Piber und Köflach wurde vermutlich an der Stelle des alten Hochgerichts errichtet. Es handelt sich dabei um einen nachbarocken Tabernakelbildstock aus dem 18. Jahrhundert mit gemauertem Pyramidendach. Die Nischen sind in blau gehalten und enthalten Öldruckbilder von Heiligen. Vom Preßlerkreuz an der Grenze zu Gradenberg gibt es Erzählungen über Geistererscheinungen.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1066 Kategorie:Geographie (Köflach) Kategorie:Ort im Bezirk Voitsberg Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Kainach (Mur) Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Voitsberg Kategorie:Pack- und Stubalpe Kategorie:Ehemalige Gemeinde in der Steiermark Kategorie:Gemeindegründung 1850 Kategorie:Gemeindeauflösung 1951