Simsalabim – Das magische Leben des Dr. Schreiber ist ein Bühnenmusical mit Musik von Elena Kats-Chernin, Buch von Dirk Laucke, Gesangstexten von Martin G. Berger und Idee von Jens Luckwaldt. Entstanden im Auftrag der Staatsoperette DresdenProgrammheft der Uraufführung. erzählt es die Geschichte des Illusionskünstlers Helmut Schreiber alias Kalanag.
Handlung 1. Akt Während im zerstörten Hamburg des Jahres 1947 Trümmerfrauen, Besatzungssoldaten und Huren einigermaßen über die Runden zu kommen versuchen, geht im Garrison Theatre, dem vormaligen Deutschen Schauspielhaus, eine erstaunliche Show über die Bretter: Der Illusionskünstler Kalanag verzaubert sein Publikum mit Glamour, Girls und vor allem verblüffenden Tricks. Zaubern tut dieser Kalanag alias Helmut Schreiber schon seit Kindesbeinen: Eine Rückblende ins Jahr 1914 zeigt, wie sein Vater ihn von dieser nutzlosen Leidenschaft abbringen möchte, indem er den Profikünstler Ernest Thorn, derzeit auf Tourneestation in Stuttgart, zu sich nach Hause einlädt. Thorn soll dem Jungen die Schattenseiten eines fahrenden Schaustellerlebens vermitteln. Doch Thorn erliegt Helmuts magischer Geschicklichkeit und singt das Loblied ihrer Zunft.
Fünf Jahre später zaubert Helmut in einem Lazarett und kann auch die grölenden Kriegsinvaliden für sich einnehmen. Der Stabsarzt gibt ihn seinen künftigen Bühnennamen: Kalanag. Vom Magischen Zirkel, der mächtigen Interessenvereinigung der Zauberkünstler, wird der blutjunge Helmut dennoch abgewiesen. Er siedelt über nach München, wo die Bohème zuhause ist. Helmut tut sich als Wohn- und Arbeitsgemeinschaft mit dem Schauspieler Max zusammen. Dritte im Bunde ist Ruth, Tochter des Flugzeugbauers Junkers und bald schon von Helmut schwanger. Doch Helmut verdrückt sich nach Berlin, wo er und Max schnell Karriere im erblühenden Filmgeschäft machen – Max vor der Kamera, Helmut als Komparsenführer, dann als Aufnahmeleiter und schließlich Chef am Set. Zusammen führen sie bald eine eigene Filmfirma, doch der erstarkende Nationalsozialismus bringt den Bruch. Helmut schreibt nur zu bereitwillig Drehbücher im Sinn der neuen Machthaber um und sorgt nun als dessen Präsident für die Gleichschaltung des Magischen Zirkels. Max als Jude wird ins Aus gedrängt und muss schließlich außer Landes fliehen. Während Helmut-Kalanag privat für die Nazi-Größen zaubert, sinkt rings umher die Welt in Trümmer.
2. Akt Von Hamburg aus startet Kalanag nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine erstaunliche zweite Karriere, nun als Illusionist und sein eigener Tournee-Unternehmer. Aus der einstigen proletarischen Filmstatistin Anneliese wird die platinblonde Bühnenpartnerin Gloria. Zusammen tingelt das Paar um die halbe Welt, zaubert sich durch die Theatersäle und bis ins Studio des amerikanischen TV-Entertainers Ed Sullivan. Nach Verstrickungen während der Nazi-Zeit fragt niemand mehr – zuletzt eine Riege Besatzungsoffiziere, die Kalanag kurz nach 1945 verhören, von ihm jedoch getäuscht und ausgespielt werden.
Der Höhenflug endet gleichwohl. Gloria trennt sich von Kalanag, nachdem sie feststellen muss, dass sie von ihm geschäftlich übervorteilt wurde. Außerdem erfährt sie von seinem unehelichen ersten Kind, das auch noch den gleichen Namen trägt wie die gemeinsame Tochter: Brigitte. Im nun immer populäreren Fernsehen sehen die Tricks des Bühnenmagiers läppisch aus, Kalanag zieht sich in ein schwäbisches Provinznest zurück, wo seine Kusine ein Café führt. Er hegt große Pläne für ein Come-Back, doch mit der Sekretärin Marie verlässt ihn auch die letzte treue Seele. Die Geister der Vergangenheit suchen ihn heim, allen voran der betrogene Max. Wütend wendet sich Kalanag direkt an das Publikum. Sein Leben verlischt; im Raum stehen bleibt die Frage nach Schuld und nach unreflektierter Schaulust.
Musiknummern 1. Akt Ouvertüre (Orchester) „Simsalabim“ Intro (Kalanag) „Ausgehitlert“ (Ensemble) „Simsalabim“ (Kalanag, Ensemble) „Ein anderes Leben“ (Thorn) „Ich brauche Magie“ (Kalanag) Soldatenlieder (Herrenchor, Stabsarzt, Kalanag) „Magie ist unendlich“ (Herren-Ensemble) „We Make the Twenties Roar“ (Kalanag, Max, Ruth, Herren) „Das Lied vom Kuckuck“ (Kinderchor) – Kuckucksei-Charleston „Das Kuckucksei“ (Kalanag, Chor, Kinderchor) „Fußsoldat der Träume“ (Filmcrew, Max, Kalanag, Regisseur) – „Wir hatten gewagt, miteinander zu träumen“ (Max) Totale Weihnacht (Kalanag, Gloria, Chor, Kinderchor)
2. Akt „Die gloriose Gloria“ (Gloria, Frauenchor) Die Ed Sullivan Show (Kalanag, Gloria, Max, Chor) „Simsalabim“ Playoff / Alptraum (Frauenchor) „Wir brauchen Magie“ (Kalanag) „Kinder ohne Vater“ (Kalanag, Brigitte I) „Goodbye Gloria“ (Gloria, Kalanag) „Wir hatten gewagt, miteinander zu Träumen“ Reprise (Kalanag, Max) Kuckuck/Kuckucksei Reprise (Kalanag, Kinderchor) „Was würden Sie tun?“ (Kalanag) Finale (Orchester)
Produktionen Die Uraufführung des Stücks fand am 16. Mai 2026 in der Staatsoperette Dresden statt; zum Produktionsteam gehörten: Michael Ellis Ingram (musikalische Leitung), Matthias Reichwald (Regie), Jelena Nagorni (Bühne), Tanja Liebermann (Kostüme), Gabriel Pitoni (Choreografie) und Frank Hollmann (Orchestrierungen); die Hauptrollen sangen Marcus Günzel (Kalanag), Sybille Lambrich (Gloria), Gero Wendorff (Max), Dimitra Kalaitzi (Ruth/Brigitte I), Christian Grygas (Thorn), Jeannette Oswald (Mutter/Marie), Silke Richter (Trümmerlotti/Krankenschwester/TV-Regisseurin), Timo Schabel (Offizier/Bellachini/Rundfunktenor), Andreas Sauerzapf (Dragqueen/Stabsarzt/Houdini/Ed Sullivan), Tobias Zepernick (Offizier/Marvevlli/Aufnahmeleiter) und Elmar Andree (Vater/Hanussen/Filmregisseur).
Pressestimmen
Weblinks Simsalabim – Das magische Leben des Dr. Schreiber beim Musikverlag Boosey & Hawkes.
Einzelnachweise
Kategorie:Musical (Werk)
Kategorie:Musik 2026