mini|Unterschiedlich große Schüttelröhren mini|hochkant|Schüttelröhre beim Schütteln im Dunkeln Eine Schüttelröhre ist eine Glasröhre, welche ein Gas (z. B. Luft) geringen Drucks und flüssiges Quecksilber enthält. Wird diese Röhre geschüttelt, so bewirkt die Bewegung des Quecksilbers an der Glasrohrinnenwand aufgrund des triboelektrischen Effekts eine Leuchterscheinung (Tribolumineszenz).Franz Fuchs, Friedrich Dannemann: Elektrische Strahlen und ihre Anwendung (Röntgentechnik). 3. Heft. München und Berlin 1922; Das zugrundeliegende Phänomen wurde zuerst 1675 vom Französischen Astronom Jean Picard beobachtet, es tritt auch bei anderen Restgasfüllungen auf, beispielsweise bei Neon.Britannica Editors (1998): barometric light. Encyclopedia Britannica. Online Die Farbe der Leuchterscheinung hängt vom vorliegenden Gas ab, sie ist bläulich bei Luft und rötlich bei Neon.
Da Quecksilber und das Glas unterschiedliche Elektronenaffinität besitzen fließen beim direkten Kontakt Elektronen vom Quecksilber auf die Glasoberfläche, die dadurch positiv geladenen Quecksilbertröpfchen haften an der negativ geladenen Glaswand. Kurz bevor die Haftung des Quecksilbers durch das Schütteln überwunden wird, treten wenige Pikosekunden andauernde elektrische Entladungen und ein länger anhaltender Lichtblitz auf.Sid Perkins: Mercury mystery solved when sparks fly. In: Science News Vol. 153 No. 4, 24. Januar 1998,
Die Herstellung von Schüttelröhren für Experimente und zu Demonstrationszwecken ist ab dem späten 17. Jahrhundert belegt. In Museen aufbewahrte historische Exponate weisen Längen zwischen ca. 15 und 35 cm auf.Eine gänzlich andere Erklärung der physikalischen Vorgänge findet sich bei
Einzelnachweise
Kategorie:Elektrostatik