mini|hochkant|Stefania Wojtulanis (mit Fallschirm, 1941) Stefania Cecylia Wojtulanis-Karpińska (Spitzname Basia bzw. Barbara; * 22. November 1912 in Warschau, Russisches Kaiserreich; † 12. Februar 2005 in Los Angeles) war eine der drei polnischen Pilotinnen, die während des Zweiten Weltkriegs in der britischen Air Transport Auxiliary (ATA) dienten.

Leben mini|Beim Aussteigen aus einer RWD-8, 1938 Stefania Wojtulanis-Karpińska wurde 1912 in Warschau geboren und studierte dort Maschinenbau am Polytechnikum. Sie erwarb die Lizenzen für Segel- und Motorflugzeuge sowie Ballone und nahm in den 1930er Jahren an Luftsportwettbewerben teil. Nach dem deutschen Überfall auf Polen diente sie im September 1939 als Verbindungspilotin in der Staffel des polnischen Stabs. Sie versah Kurierdienste und überbrachte Nachrichten für die Stützpunktkommandeure im Feld. Nach dem sowjetischen Angriff auf Polen flog Wojtulanis am 18. September 1939 auf Befehl des polnischen Oberbefehlshabers der Streitkräfte mit ihrer RWD-13 über die rumänische Grenze. In Rumänien fungierte sie als Verbindungsperson zwischen der Botschaft in Bukarest und Lagern, in denen Angehörige der polnischen Luftstreitkräfte interniert waren.Gene Stanwyck-Stankiewicz: Barbara Wojtulanis-Karpinska. Polish military airplane pilot, also active in Polonia organizations. In: Polish Americans in California. Band II. National Center for Urban Ethnic Affairs & Polish American Historical Association, California 1995. Online; englisch, abgerufen am 28. Januar 2026.

Nach Abschluss ihrer Aufgaben ging Wojtulanis nach Frankreich und arbeitete im Hauptquartier der polnischen Luftstreitkräfte in Paris. General Sikorski beförderte sie dort zum Leutnant. Nach der Niederlage Frankreichs wurde sie mit dem Truppentransporter Batory von Saint-Jean-de-Luz nach Plymouth evakuiert und bis Ende 1940 dem Hauptquartier der polnischen Luftwaffe in London zugeteilt.

Wojtulanis wurde im Januar 1941 Pilotin der Air Transport Auxiliary, nachdem sie ihre Sicherheitsfreigabe erhalten hatte. In den folgenden viereinhalb Jahren überführte sie ein- und zweimotorige Jagdflugzeuge sowie zweimotorige Bomber, wie die Vickers Wellington, zu ihren Einsatzorten.niezlomni.com: 12 lutego 2005 zmarła Stefania Wojtulanis-Karpińska „Basia“. Jako pierwsza Polka wylatała 1000 godzin na samolotach bojowych. Polnisch, abgerufen am 28. Januar 2026. Die Überführung der Militärflugzeuge war nicht einfach, da während der Flüge Funkstille einzuhalten war und diese im Instrumentenflug durchgeführt wurden. Ebenso erschwerten die Wetterbedingungen über den Britischen Inseln ihre Arbeit. Wojtulanis war die erste Polin, die mehr als 1000 Flugstunden in Kampfflugzeugen absolvierte. Nachdem sie als Flugsportlerin den Spitznamen Basia erhalten hatte, flog sie jetzt unter der englischen Entsprechung Barbara. Eine weitere polnische Pilotin war Anna Leska und 1942 kam Jadwiga Piłsudska als dritte Polin zur ATA. Wojtulanis wurde im Mai 1945 aus der ATA entlassen und kehrte nach London zurück, um in der Demobilisierungsabteilung des Hauptquartiers zu arbeiten.listakrzystka.pl: Women’s Auxiliary Air Force (WAAF-PLSK). Englisch, abgerufen am 28. Januar 2026.

Wojtulanis heiratete 1946 den Brigadegeneral der Luftstreitkräfte Stanisław Karpiński (1891–1982). Im März 1958 ließ sich das Ehepaar in Los Angeles nieder. In Kalifornien studierte sie Computerprogrammierung und engagierte sich nebenberuflich in zahlreichen Organisationen, die polnische Belange unterstützten, darunter in der Vereinigung der polnischen Luftwaffenveteranen (P.A.V.A.), der Polnischen Historischen Vereinigung (P.A.H.A.) und der Kameradschaft der „Silver Wings“. Sie arbeitete auch als Korrespondentin für den Polnischen Rundfunk und war in der Polnischen Gemeinde in Los Angeles aktiv.

Nach dem Ritterkreuz des Verdienstordens der Republik Polen erhielt Wojtulanis-Karpińska 2003 das Kommandeurskreuz sowie 1997 die Auszeichnung Polonia Mater Nostra Est. Neben dem Silbernen Verdienstkreuz mit Schwertern der polnischen Exilregierung für den Feldzug von 1939 und dem Silbernen Verdienstkreuz wurde sie mit dem Kampfkreuz der Polnischen Streitkräfte im Westen, verschiedenen Medaillen sowie mit der britischen „War Medal 1939–1945“ und der „Defence Medal“ ausgezeichnet. Als einzige polnische Pilotin wurde sie 1993 im Internationalen Freundschaftswald von Atchison, Kansas mit einer Gedenktafel und einem eigenen Baum geehrt.

Literatur Henryk Karpiński: Latanie było jej pasją – Stefania Cecylia Wojtulanis-Karpińska (1912–2005). In: Przegląd Sił Powietrznych. April 2005. Henryk Karpiński: Kochała lotnictwo. In: Wiraże. 6/2005. S. 24–25.

Weblinks

Wojtulanis-Karpińska Stefania Cecylia. Datenbankeintrag in listakrzystka.pl.

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