Josefa Cuevas Aguilar (* 24. März 1920 in Mérida; † 2010 in Cuernavaca) war eine mexikanische Geologin. Sie war die erste Frau, die an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM) einen Abschluss erwarb und den Titel Geologische Ingenieurin erhielt.

Leben und Werk mini|Innenhof des Palacio de Minería, wo Josefa Cuevas Geologie studierte. Die Ingenieurschule befand sich innerhalb dieses Komplexes Cuevas war sie jüngste von vier Töchtern Tochter eines Grundschullehrers. Ihre Mutter war Andrea Aguilar Argüello, die 1929 ihr Studium der Primar- und Sekundarschulpädagogik abschloss und Gründerin mehrerer Kindergärten in Yucatán war. Cuevas besuchte die Grundschule, die Mittelschule und das Gymnasium mit einer Ingenieurspezialisierung im dritten Jahr.

1944 heiratete sie den Ingenieur Enrique Sansores Manzanilla und zog mit ihm nach Mexiko-Stadt, um mit ihm an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der UNAM Geologie zu studieren. Sie war eine von vier Frauen, die im Fach Ingenieurwesen eingeschrieben waren und war die Einzige, die ihren Abschluss machte. Die Fakultät für Ingenieurwissenschaften der UNAM befand sich damals noch im Palacio de Minería. 1947 erhielt sie die erste Universitätsverdienstmedaille der UNAM für ihre Leistungen. Während ihres Studiums war sie Kuratorin der mineralogischen und petrographischen Sammlungen.

Am 7. Oktober 1950 war sie die erste Frau, die ihr Studium der Geologie abschloss und die 15. Absolventin der Ingenieurfakultät der UNAM. Ihre Abschlussarbeit trug den Titel: Análisis paleomicroontológico de las formaciones encontradas en los pozos del campo de Moloacán, y correlaciones estratigráficas entre dichos pozos (Paläomikroontologische Analyse der in den Bohrungen des Moloacán-Feldes gefundenen Formationen und stratigraphische Korrelationen zwischen diesen Bohrungen) und fand einstimmige Zustimmung und lobende Erwähnung. Ihre Prüfer waren die Ingenieure Eduardo Guzmán und Federico Mina, beide Leiter der Explorationsabteilung bei Pemex, die Professoren Harmión Larios, Manuel Álvarez und Ramiro Robles Ramos sowie der Vorsitzende, Ingenieur Teodoro Flores. Am 9. Januar 1951 erhielt von der UNAM als erste Frau den Titel Geologische Ingenieurin.

Geologin bei Petróleos Mexicanos und dem Instituto Mexicano del Petróleo Bereits während ihres Studiums begann sie 1949 als Assistenzpaläontologin in der paläontologischen Abteilung der mexikanischen Erdölbehörde Petróleos Mexicanos (Pemex) zu arbeiten. Sie untersuchte geologische Formationen und analysierte Sedimentproben, um die Mikrofauna und Stratigraphie des mexikanischen Untergrunds zu erforschen. Ihre Arbeit führte dazu, dass sie sich auf planktonische und benthische Foraminiferen des Tertiärs spezialisierte.

Ihre Arbeit bei PEMEX konzentrierte sich zunächst auf die Südzone, die den gesamten Südosten Mexikos umfasste. Sie untersuchte die dortigen geologischen Formationen und wurde Expertin für die tertiäre Fauna benthischer und planktonischer Foraminiferen. Sie wurde zur leitenden Paläontologin am paläontologischen Hauptquartier der Südzone ernannt, wo sie von 1953 bis 1966 tätig war. 1966 verlagerte sich ihr Forschungsschwerpunkt nach Tampico in die Nordzone. Sie behielt ihre Position als leitende Paläontologin bei und erweiterte in dieser neuen Region ihr Wissen um die Mikrofauna von Proben aus den nordmexikanischen Bundesstaaten Veracruz, Tamaulipas, San Luis Potosí, Coahuila und Baja California. Die Proben stammten erneut aus dem Tertiär, zeigten aber auch Proben aus der Kreidezeit.

Im Dezember 1969, nach rund 20 Jahren bei PEMEX, wurde sie von dem Instituto Mexicano del Petróleo (IMP) zur Leiterin der Abteilung für Tertiär-Mikropaläontologie ernannt. Am IMP analysierte sie weiterhin Sedimentproben aus dem ganzen Land und vertiefte so ihre Kenntnisse der Mikrofauna und Stratigraphie Mexikos. In ihrer Abteilung erstellten sie Kataloge planktonischer und benthischer Foraminiferen, einschließlich deren Altersangaben und Informationen zu deren Lebensraum. Diese Arbeiten ermöglichten es stratigraphische Einheiten zu definieren, die die Interpretation paläogeographischer Studien und deren Zusammenhang mit dem Vorkommen von Kohlenwasserstoffen erleichterten.

Sie forschte bis zu ihrer Pensionierung 1978 am IMP, danach zogen sie und ihr Ehemann nach Cuernavaca. Bis 1998 arbeitete sie gemeinsam mit ihrem Mann als freiberufliche Geologin für Pemex und schulte das technische Personal der Abteilung Explorationsmanagement.https://www.revista.unam.mx/vol.12/num10/art91/art91.pdf

Cuevas starb 2010 im Alter von 90 Jahren in Cuernavaca.

Auszeichnungen und Ehrungen 1950: Verdienstmedaille der Universität UNAM 1990: Anerkennung durch die Mexikanische Geologische Gesellschaft für ihre Beiträge zu den Geowissenschaften

Literatur Julia Tagüeña, Ana Ma. Sánchez: La mujer y la ciencia. El Faro, año III, núm. 36, 2004. Ana Ma. Sánchez: La ciencia y el sexo, colección Divulgación para Divulgadores, DGDC-UNAM, 2004. Ernesto López-Ramos: Contribución a la historia de la geología en México. Boletín de la Sociedad Geológica Mexicana.

Weblinks Ana María Sánchez y Julia Tagüeña. La primera geóloga mexicana. Revista Digital Universitaria. (PDF) (spanisch)

Einzelnachweise

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