mini|Sabine Schleiermacher (2011) Sabine Schleiermacher (* 2. Februar 1957 in Hamburg) ist eine deutsche Medizin- und Wissenschaftshistorikerin sowie Theologin, die langjährig den Forschungsschwerpunkt Zeitgeschichte am Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin leitete.

Leben Schleiermacher absolvierte ein Theologiestudium an den Universitäten Hamburg und Heidelberg, das sie mit dem Grad eines Magister Theologiae abschloss.Petra Spielberg: Personalien. Sabine Schleiermacher: Öffentliche Gesundheit im Nationalsozialismus. In Deutsches Ärzteblatt, JG 22, Heft 18 vom 5. September 2025, S. A 1065 Danach begann sie sich für medizinethische und medizinhistorische Fragen zu interessieren.Sylvia Zacharias: Das Thema: Promotionswesen in der Medizin Eugenik als "Dienst an der Schöpfung" auf https://userpage.fu-berlin.de/~fupresse Sie war zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medizin-Soziologie der Universität Hamburg tätig.

1996 wurde sie an der Freien Universität Berlin mit einer Dissertation zu dem Sozialhygieniker Hans Harmsen zum Dr. rer. medic. promoviert und war am Fachbereich Humanmedizin die erste Trägerin dieses Titels. Ab 1999 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Charité. Etwa 2009 habilitierte sie sich an der Medizinischen Hochschule Hannover für Geschichte, Theorie und Ethik in der Medizin. Von 2004 bis zum Eintritt in den Ruhestand 2022 leitete sie am Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin der Charité die Forschungsstelle Zeitgeschichte (später Forschungsschwerpunkt Zeitgeschichte). Als Gastwissenschaftlerin ist sie dem Institut weiterhin verbunden.

Ihre Forschungsschwerpunkte sind im Kontext sozialer und ethischer Fragestellungen in der Medizin insbesondere der öffentliche Gesundheitsdienst und die Gesundheitsversorgung unter den wechselnden politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen (Deutsches Kaiserreich, Weimarer Republik, NS-Staat, DDR, BRD, Deutschland unter alliierter Besatzung und nach der Wiedervereinigung). Des Weiteren forscht sie auch zur Wissenschaftsgeschichte, Geschlechtergeschichte und Bevölkerungspolitik.Sabine Schleiermacher auf https://medizingeschichte.charite.de Für ihre langjährige medizin- und wissenschaftshistorischen Forschungen wurde sie 2025 vom Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) mit der Johann-Peter-Frank-Medaille ausgezeichnet. Sie gehört seit 2025 der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin an.Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin - Neue Mitglieder, Juli 2025

Schriften (Auswahl) gemeinsam mit Hans Bergemann: Volk – Gesundheit – Staat : Gesundheitsämter im Nationalsozialismus : eine Ausstellung im Auftrag des BVÖGD und des Bundesministeriums für Gesundheit / Autoren: Hans Bergemann, Sabine Schleiermacher, Verlag Forschungsschwerpunkt Zeitgeschichte, Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin, Berlin 2019, (= Berichte und Dokumente zur Zeitgeschichte der Medizin; Band 10) "Erziehung zur Demokratie" – Leitidee der Alliierten zur Erneuerung der Universitätsmedizin und des Gesundheitswesens in Ost- und Westdeutschland nach 1945, Medizinische Hochschule Hannover, Habilitationsschrift 2009. gemeinsam mit Johanna Bleker: Ärztinnen aus dem Kaiserreich: Lebensläufe einer Generation, Deutscher Studienverlag, Weinheim 2000, ISBN 978-3-89271-898-7. Sozialethik im Spannungsfeld von Sozial- und Rassenhygiene: der Mediziner Hans Harmsen im Centralausschuß für die Innere Mission / von Sabine Schleiermacher, Matthiesen, Husum 1998, ISBN 978-3-7868-4085-5. (zugleich Dissertation Freie Universität Berlin 1996).

Herausgeberschaften gemeinsam mit Noyan Dinçkal: Kriegsgeschädigte und europäische Nachkriegsgesellschaften im 20. Jahrhundert, Brill Schöningh, Paderborn 2023, ISBN 978-3-506-72618-6. gemeinsam mit Norman Pohl: Medizin, Wissenschaft und Technik in der SBZ und DDR: Organisationsformen, Inhalte, Realitäten, Matthiesen, Husum 2009, ISBN 978-3-7868-4107-4. gemeinsam mit Udo Schagen: Wissenschaft macht Politik : Hochschule in den politischen Systembrüchen 1933 und 1945, Steiner, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-515-09315-6. Mitwirkende: Andreas Malycha, Johannes Vossen gemeinsam mit Udo Schagen: Die Charité im Dritten Reich: zur Dienstbarkeit medizinischer Wissenschaft im Nationalsozialismus, Schöningh, Paderborn / München / Wien / Zürich 2008, ISBN 978-3-506-76476-8.

Weblinks

Sabine Schleiermacher auf https://medizingeschichte.charite.de

Einzelnachweise

Kategorie:Medizinhistoriker Kategorie:Wissenschaftshistoriker Kategorie:Theologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Charité) Kategorie:Mitglied der Leibniz-Sozietät Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1957 Kategorie:Frau Kategorie:Zeithistoriker