Wilhelm Viktor Dietrich Luther (* 6. März 1876 in Moskau, Russisches Kaiserreich; † 9. Dezember 1940 in Narva, Estland) war ein russlanddeutscher Schiffbauingenieur, Werftdirektor und Generalmajor.

Leben und Wirken miniatur|Schlachtschiff Poltawa, das von 1906 bis 1909 unter der Leitung von Wilhelm Luther gebaut wurde Wilhelm Viktor Dietrich Luther stammte aus einer bekannten baltendeutschen Familie, deren Vorfahren mit Martin Luther verwandt waren.Ludwig Schmidt, Luthers Seitenverwandte. Eine Ergänzung zum Luther-Nachkommenbuch, Neustadt 1984, S. 212 Nr. 277 (Auszug) Sein Vater Alexander Luther war Jurist und Sekretär des evangelischen Konsistoriums in Moskau, seine Mutter Lina Frese eine Pfarrerstochter, sein Bruder Robert Luther wurde Chemieprofessor in Deutschland.

Wilhelm Viktor Dietrich Luther begann 1893 eine Ausbildung an der technischen Abteilung der Marineschule in Kronstadt, die er 1896 abschloss.Лютер Вильгельм Александрович Русская Эстония, mit detaillierten biographischen Angaben Er wurde zum Unteringenieurmechaniker (Unterleutnant) befördert und war in den nächsten Jahren auf dem Schlachtschiff Nawarin im Stillen Ozean als Techniker unterwegs. Ab 1900 war er beim Umbau des Schlachtschiffs Orjol in St. Petersburg beteiligt und erhielt 1901 einen Abschluss als Schiffsbauingenieur. 1902 arbeitete er beim Umbau der Fürst Potjomkin von Taurien in Nikolajew und danach beim Bau der Kagun.

1906 war Wilhelm Luther in leitender Funktion als Ingenieur bei der Generalreparatur der Otschakow in Sewastopol beteiligt und arbeitete ab Ende des Jahres auf der Admiralitätswerft in St. Petersburg. 1908 machte er einen Abschluss in Schiffbau an der Marineakademie in Nikolajew und wurde 1909 zum Oberstleutnant befördert. Ab diesem Jahr leitete er den Bau des Schlachtschiffs Poltawa. 1912 wurde er Assistent des Direktors der Admiralitätswerft in St. Petersburg und 1914 Assistent des Leiters in der Schiffsbauverwaltung. 1915 wurde er zum Generalmajor befördert.

Ab 1918 war Wilhelm Luther Direktor der Baltischen Werft in Tallinn im unabhängigen Estland. 1923 wurde er entlassen und zu einer Strafe von 10.000 estnischen Mark verurteilt, nachdem bei einer Revision erhebliche Mängel, vor allem das Fehlen von zahlreichen Unterlagen, festgestellt wurde. 1927 erhielt er Beihilfen von der Unterstützungskasse für ehemalige Angehörige der kaiserlich-russischen Marine.

Auszeichnungen und Familie

Wilhelm Luther erhielt den Stanislausorden 3. und 2. Klasse, den St. Annenorden 3. und 2. Klasse, eine Bronzemedaille für die hervorragende Beteiligung an der Mobilmachung 1914 und weitere russische militärische Auszeichnungen.

Wilhelm Luther war zuerst mit Elisabeth Frisch (* 1875) seit 1898 verheiratet.Ludwig Schmidt, Luthers Seitenverwandte. Eine Ergänzung zum Luther-Nachkommenbuch, Neustadt 1984, S. 212 Nr. 277 (Auszug) Sie hatten eine Tochter Ksenia (* 1900). 1906 heiratete er Elisabeth Bljunskaja (1871–1956 in Detroit), mit der er die Kinder Angelina (* 1907) und Nikolai (* 1912) hatte.Wilhelm Alexandri Luther RA (estnisch), beschränkter Zugang, angegeben in geni.com Wilhelm Viktor Dietrich Luther Erik Amburger Datenbank, mit Angaben zu Elisaweta Maksimilianowna Bljunskaja

Literatur Волков С. В. Офицеры флота и морского ведомства. Опыт мартиролога. «Русский Путь» Москва. 2004, С. 286. ISBN 5-85887-191-7

Weblinks Лютер Вильгельм Александрович Русская Эстония, mit detaillierten Angaben und Foto Wilhelm Viktor Dietrich Luther, Erik-Amburger-Datenbank

Einzelnachweise

Kategorie:Schiffbauingenieur Kategorie:Generalmajor (Russisches Kaiserreich) Kategorie:Träger des Ordens der Heiligen Anna Kategorie:Träger des Sankt-Stanislausordens (Russland) Karl Eduard Kategorie:Russlanddeutscher Kategorie:Geboren 1876 Kategorie:Gestorben 1940 Kategorie:Mann