mini|hochkant|Kirche St. Ägidius in Hergisdorf Die evangelische Kirche St. Ägidius ist eine im Kern spätgotische Saalkirche in Hergisdorf im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum evangelischen Pfarrbereich Helbra im Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Namensgeber der Kirche ist der Heilige Ägidius, einer der Vierzehn Nothelfer.
Geschichte und Architektur Die Kirche ist ein spätgotischer, auf einer Anhöhe gelegener, die Landschaft dominierender Bruchsteinbau mit Sandsteinquadern. Der mächtige quadratische Westturm ist inschriftlich auf das Jahr 1472 datiert. Das nur wenig breitere Schiff endet in einem dreiseitigen Ostschluss. Der umlaufende Sockel wird in der Mitte der Südseite durch eine kleine, rechteckige Vorhalle unterbrochen, die mit einem Kreuzrippengewölbe geschlossen ist. Über dem spitzbogigen Portal mit Stabwerkrahmung ist die Datierung 1512 angegeben.
Innen ist das Bauwerk ein weiter Saal mit flacher Holzdecke. Der Raum ist mit zahlreichen Gestühls- und Emporeneinbauten ausgefüllt, die letzteren sind auf der West- und Nordseite zweigeschossig ausgebildet und ruhen auf gedrehten Säulen.
Hervorzuheben ist das ehemalige Chorgestühl aus dem Jahr 1513 oder 1518, das auf der Nordseite zweireihig, auf der Südseite einreihig ausgebildet ist; die Dorsalen sind mit Segmentbogenblenden auf gedrehten Halbsäulchen ausgestaltet, darüber befinden sich spätgotisches Rankenwerk und Schriftbänder in Flachschnittechnik aus der Werkstatt des Gabriel Tuntzel.
Die Kirche steht unter Denkmalschutz und ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 08180 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt registriert.
Ausstattung Auf der Mensa befindet sich ein Retabel vom Anfang des 16. Jahrhunderts, das im Schrein eine Mondsichelmadonna im Strahlenkranz zwischen den Heiligen Katharina und Barbara zeigt. Auf den Flügelinnenseiten sind links die Heiligen Georg und Sebastian, rechts der Heilige Martin und ein weiterer männlicher Heiliger dargestellt. Die Flügelaußenseiten und die Standflügel zeigen Heiligenfiguren in Grisaillemalerei.
Die Kanzel aus Sandstein ist als eine Konsolkanzel gestaltet und zeigt Blendmaßwerk und gedrehte Ecksäulchen an der Brüstung mit der Datierung 1515. Gleichzeitig entstand der Taufstein mit kurzem, gedrehtem Schaft über glattem konischem Fuß. Der Schaft und der Halsring sind aus Astwerk gebildet, an den Ecken und an der Kuppa sind Wappenschilde zu sehen.
An der Chornordseite befindet sich ein spätgotisches Sakramentshaus auf einer gedrehten kannelierten Säule mit kielbogiger Blendmaßwerkbekrönung mit Krabben und Kreuzblumen. An der Chornordwand befinden sich zwei Grabsteine: nördlich für Johann Michael Trübel († 1716) mit Inschrift und Bergmannswerkzeug, südlich für Johann Caspar Trübel († 1699) mit einer Bergmannsfigur über der Inschrifttafel.
Die Orgel ist ein Werk von Gottlob Voigt aus den Jahren 1824/29.Informationen zur Kirche Hergisdorf auf der Website des Luthersweges
Literatur
Weblinks
St. Ägidius (Hergisdorf) Bildergalerie, kgv-helbra.de Website der Kirchengemeinde
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Mansfeld-Südharz Agidius Kategorie:Ägidienkirche Kategorie:Kirchengebäude des Evangelischen Kirchenkreises Eisleben-Sömmerda Kategorie:Saalkirche in Sachsen-Anhalt Kategorie:Gotische Kirche Kategorie:Gotisches Bauwerk in Sachsen-Anhalt Kategorie:Kirchengebäude in Europa