mini|Verbreitungsgebiet des Braunaugenvireos mini|Braunaugenvireo in der Hand gehalten

Der Braunaugenvireo (Vireo bellii) ist eine Vogelart aus der Familie der Vireos (Vireonidae).Braunaugenvireo, in Avibase – Die Weltvogel-Datenbank. Abgerufen am 25. Januar 2026.P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF

Der Vogel brütet in den mittleren und südwestlichen Teilen der USA (Colorado, South Dakota, Iowa, Wisconsin südlich bis Arkansas, Louisiana und Texas) und in Nordmexiko. Das Überwinterungsgebiet umfasst südliches Baja California Sur und südliches Sonora südlich entlang der Westküste Mexikos über Colima und Oaxaca bis Zentralamerika einschließlich El Salvador, mitunter bis Honduras und Nicaragua.

Der Lebensraum umfasst dicht bewachsene Flächen mit Bäumen und Sträuchern, auch Ufergebiete, Mesquiten, strauchbewachsene Brachen.B. E. Kus, S. L. Hopp, R. R. Johnson, B. T. Brown und B. M. Reiley: Bell’s Vireo (Vireo bellii), version 2.0. In: P. G. Rodewald (Herausgeber): Birds of the World. 2022, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Vireo bellii

Der Artzusatz bezieht sich auf den US-amerikanischen Feldornithologen John Graham Bell (1812–1889).J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.

Merkmale Die Art ist 11–13 cm groß und wiegt etwa 7–10 g. Kopfkappe und Nacken sind gräulich braun, die Oberseite grünlich olivfarben, die Flanken sind grünlich gelb, die Unterschwanzdecken und die Schulterfedern sind schwefelgelb. Die kurzen, gerundeten Flügel lassen den Schwanz lang erscheinen. Der dünne Augenring ist weiß. Von den beiden blassen Flügelbinden ist der untere deutlicher ausgebildet. Der Oberschnabel ist besonders am Schnabelfirst gräulich schwarz oder blass braun, ebenso der Unterschnabel, der Schnabelwinkel gelblich. Die Iris ist dunkelbraun, die Beine und Füße sind dunkel graublau bis schwarz. Jungvögel haben einen rosafarbenen Schnabel, rosa braune Beine und Füße. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Jungvögel sind matter gefärbt, an der Unterseite weißer, auch sind die Flügelbinden deutlicher, bei der Unterart (V. b. pusillus) sind Gesicht und Stirn blass weißlich, Flügel und Schwanz grün. Die Nominatform ist heller und farbenprächtiger als die anderen Unterarten.

Der Vogel unterscheidet sich vom ähnlichen Sängervireo (Vireo gilvus) durch geringe Größe und schlankeren Körper, durch die Flügelbinden und die deutlichere „Brille“. Der etwas ähnliche Grauvireo (Vireo vicinior) hat einen anderen Lebensraum, ist größer mit runderem Kopf und breiter weißer „Brille“. Die geringere Größe, Färbung und Flügelzeichnung unterscheiden den Braunaugenvireo von anderen Gattungsvertretern ebenso wie vom Blasskleintyrannen (Camptostoma imberbe). Die Art der Nahrungssuche kann an das Rubingoldhähnchen (Corthylio calendula) erinnern, der Gesang ist aber deutlich unterschiedlich.

Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt:IOC World Bird List Shrikes, vireos, shrike-babblersAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 Gruppe bellii/medius (polytypisch): V. b. medius , 1903H. C. Oberholser: Vireo bellii medius. In: Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 16, S. 17, 1903, Biodiversity Library – Südwesttexas südlich bis Nordzacatecas und San Luis Potosí, überwintert wohl entlang der zentralen Pazifikküste in Mexiko, Scheitel braun, Nacken grauer, Mantel olivgrau, Flanken blasser gelb, Unterschwanzdecken und Axillae weiß oder gelblich weiß, Schwanz etwas länger V. b. bellii , 1844, Nominatform V. b. arizonae , 1903R. Ridgway: Vireo bellii arizonae. In: Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 16, S. 108, 1903, Biodiversity Library – brütet in Südostkalifornien, Südnevada, Südwestutah bis Sonora, Chihuahua und Westtexas, überwintert wohl in Nordwestmexiko, auch in der Kapregion von Baja California Sur, ähnlich wie V. b. medius, aber braungrau an Kopfkappe, Nacken und Mantel, Flanken blass graugelb, Unterschwanzdecken weiß, Schwanz und Beine etwas länger V. b. pusillus ,1866E. Coues: Vireo pusillus. In: Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia, Band 18, S. 76, 1866, Biodiversity Library – brütet von Südkalifornien bis Baja California, überwintert etwas weiter südlich, ähnlich V. b. arizonae, aber Rücken überwiegend grau, nur Bürzel und Oberschwanzdecken leicht oliv überhaucht, Bauch fast weiß, leicht gelbliche Flanken, Flügel und Schwanz etwas länger. Syn. Vireo pusillus albatus , 1901J. Grinnell: The California Least Vireo. In: Condor, Band 3, S. 187, 1901, Digitalcommons

Aufgrund genetischer Untersuchungen wurde vorgeschlagen, die Gruppe bellii/medius wie hier aufgeführt zu belassen, aber den V. b. pusillus mit V. b. arizonae als eigenständige Art Vireo pusillus, „Least Vireo“ abzuspalten unter Mitnahme der dann als Vireo pusillus arizonae zu bezeichnenden Unterart.L. B. Klicka, B. E. Kus, P. O. Title und K. J. Burns: Conservation genomics reveals multiple evolutionary units within Bell’s Vireo (Vireo bellii). In: Conservation Genetics, Band 17, Heft 2, S. 455–471, 2015, Springer VlgAOS Classification Committee: Proposal: Split Bell’s Vireo (Vireo bellii) into two species, 2017, Proposal Set 2017-C Allerdings konnte sich dieser Vorschlag (bislang) nicht durchsetzen.

Stimme Die Lautäußerungen werden als kurze, etwa 1 bis 2 Sekunden lange schnelle Folge von verschiedenen Lauten mit beträchtlicher Variabilität beschrieben. Hinzu kommen schnatternde Alarmrufe und leise Kontaktlaute.

Lebensweise Die Art ist ein Standvogel. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten und Spinnentieren, die überall, bevorzugt aber in unterer und mittlere Höhe in den Baumwipfeln gesucht werden. Das Nest findet sich meist relativ dicht über dem Boden in typischer Weise an eine Astgabel oder einen kleinen Ast gehängt.U.S.Fish&Wildlife Service

Die Brutzeit beginnt Anfang Juni in Minnesota, das Gelege besteht meist aus 4 Eiern, die von beiden Elternvögel über 14 Tage ausgebrütet werden.MN Department of natural resources

Hauptsächlicher Brutparasit ist der Braunkopf-Kuhstärling (Molothrus ater).

Gefährdungssituation Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur J. J. Audubon: Vireo bellii. In: The Birds of America, from drawings made in the United States and their territories. 2. Auflage, Octavo, Band 7, S. 333, Abbildung 485, 1844, Biodiversity Library J. M. Budnik, F. R. Thompson, M. R. Ryan: Effect of Habitat Characteristics on the Probability of Parasitism and Predation of Bell's Vireo Nests. In: The Journal of Wildlife Management, Band 66, Heft 1, S. 232–239, 2002

Weblinks

Macaulay Library

Gesang in You Tube

Einzelnachweise

Kategorie:Vireos