Die Synagoge in der niederösterreichischen Stadt Mistelbach wurde 1896 erbaut. Das Gebäude wurde 1979 abgerissen.
Geschichte Bis zum zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts lebten nur wenige Juden in Mistelbach. Erst nach ihrer völligen rechtlichen Gleichstellung 1867 siedelten sie sich vermehrt dort an. Der Architekt Friedrich Schön wurde 1895 mit dem Bau einer Synagoge beauftragt, die 1896 fertiggestellt wurde.
Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 wurde die jüdische Gemeinde im Juli desselben Jahres gezwungen, die Liegenschaft der Stadt zu „schenken“. Das Gebäude wurde in den folgenden Jahren unter anderem für Treffen der Hitlerjugend, als Vorratslager und als Unterkunft für Zwangsarbeiter genutzt. Im April 1945 wurde es von der SS in Brand gesteckt, aber nicht wesentlich beschädigt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gab die Gemeinde das Gebäude erst nach einem richterlichen Beschluss 1952 an die Israelitische Kultusgemeinde Wien zurück. Nach Mistelbach waren nur zwei Juden zurückgekehrt, daher wurde die Synagoge nicht mehr verwendet. Es gab auch keine Instandhaltungsarbeiten. Mitte der 1970er Jahre wurde sie an eine Privatperson verkauft und 1979 abgerissen. Geschichte, Bilder. Abgerufen am 28. Januar 2026.
Architektur Von dem Gebäude sind außer Fotos von außen so gut wie keine Unterlagen, besonders keine Baupläne, mehr vorhanden. Es war nicht wie üblich streng von Westen (Eingangsbereich) nach Osten (Wand mit Toraschrein) orientiert, sondern die Frontseite zeigte nach Nordwesten. Der Eingangsbereich dort hatte eine Eingangstür und rechts und links daneben je ein Fenster. Darüber war über der Tür ein dreigliedriges Fenster sowie beidseitig daneben je ein Okulus. Im Giebel befand sich noch ein Rosettenfenster. Auf dem Giebel waren die Gesetzestafeln und an den Ecken kleine Türmchen. Diese sind auf späteren Bildern nicht mehr vorhanden. An den beiden Längsseiten waren unten ebenfalls Türen zum Eingangsbereich sowie Fenster. Im Stockwerk darüber waren ebenfalls Okuli und danach Fenster. Die Ostwand, hinter der sich der Toraschrein befand, hatte lediglich in größerer Höhe und am Giebel jeweils einen Okulus.
An den Ecken Richtung Osten traten die Seitenwände leicht zurück; hier gab es jeweils einstöckige Anbauten mit Türen. Im Bereich des Haupteingangs gab es mindestens eine Wendeltreppe, ob auf beiden Seiten, ist nicht bekannt. Diese führte zur Frauenempore; diese befand sich nur entlang der Westwand.
Im Hauptraum waren Sitzbänke rechts und links des Mittelgangs aufgestellt. Vor dem Toraschrein befand sich die Bima, wie im Reformjudentum üblich.Beschreibung, Bilder, Modellierungen. Diplomarbeit (TU Wien). Abgerufen am 6. Februar 2026.
Siehe auch Liste von Synagogen in Österreich Israelitischer Friedhof Mistelbach
Weblinks Beschreibung bei jüdische-gemeinden.de
Einzelnachweise
Mistelbach Mistelbach Mistelbach Kategorie:Erbaut 1896 Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in Niederösterreich Kategorie:Mistelbach (Niederösterreich)