mini|hochkant|Pierre de Porcaro (1904–1945) Pierre de Porcaro (* 10. August 1904 in Dinan, Frankreich; † 12. März 1945 im Konzentrationslager Dachau) war ein französischer römisch-katholischer Priester der Diözese Versailles, der als Untergrundpriester während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland arbeitete, von den Nationalsozialisten im KZ Dachau inhaftiert wurde und kurz vor Kriegsende dort starb. In der katholischen Kirche wird er seit dem 13. Dezember 2025 als Märtyrer und Seliger verehrt.

Leben Pierre de Porcaro wurde am 10. August 1904 in Dinan (Bretagne, Frankreich) geboren. Er wuchs in einer tief katholisch geprägten Familie auf und verspürte schon früh den Wunsch, Priester zu werden. Nach seinem Theologiestudium empfing er 1929 die Priesterweihe und wirkte anschließend als Priester im Bistum Versailles.

Priester in einer Zeit der Verfolgung Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde er zur Armee einberufen und während der deutschen Invasion in Frankreich 1940 gefangen genommen. Nach seiner Freilassung 1941 konnte er in seine Pfarrei in Saint-Germaine-en-Laye zurückkehren.

Während der deutschen Besatzung wurde Pierre de Porcaro mit einer neuen, dramatischen Realität konfrontiert: tausende französische Zwangsarbeiter wurden im Rahmen des „Service du travail obligatoire“ nach Deutschland deportiert, wo sie unter unmenschlichen Bedingungen lebten – oft ohne seelsorgliche Begleitung.

Aus tiefem Verantwortungsgefühl entschloss sich de Porcaro auf Bitten seines Bischofs Mons. Roland-Gosselin, nach Deutschland zu gehen, um diesen Arbeitern als Priester beizustehen. Tagsüber arbeitete er in Dresden in einer Kartonfabrik und nachts feierte er – obwohl die nationalsozialistischen Behörden religiöse Tätigkeiten streng verboten – heimlich die Messe, spendete Sakramente und stärkte die Menschen seelisch. Als Erkennungszeichen trug er einen speziellen Pfadfindergürtel, damit die anderen französischen Zwangsarbeiter ihn als Priester erkennen konnten.

Verhaftung und Martyrium mini|hochkant|Häftlingsausweis von Pierre de Porcaro im KZ Dachau Sein mutiger Einsatz blieb unentdeckt, bis er von einem Landsmann verraten wurde. Im September 1944 wurde Pierre de Porcaro von der Gestapo verhaftet und schließlich in das Konzentrationslager Dachau in den „Pfarrerblock“ deportiert.

Die Haftbedingungen waren extrem hart: Zwangsarbeit, Hunger, Krankheiten und Misshandlungen prägten den Alltag. Trotz seiner geschwächten Gesundheit versuchte de Porcaro, auch im Lager anderen Mut zu machen. Er erkrankte schwer an Typhus und starb am 12. März 1945, nur wenige Wochen vor der Befreiung des KZ Dachau.

Seligsprechung Im Auftrag von Papst Leo XIV. wurde Pierre de Porcaro am 13. Dezember 2025 durch Kardinal Jean-Claude Hollerich SJ in der Kathedrale Notre-Dame de Paris gemeinsam mit 49 anderen Märtyrern der Mission Saint-Paul seliggesprochen und als Märtyrer anerkannt – als ein Mann, der sein Leben aus Treue zu seinem priesterlichen Auftrag und aus Liebe zu den Verfolgten hingegeben hat.

Gedenktag Der liturgische Gedenktag ist sein Geburtstag, der 7. Juni, da sein Todestag in die Fastenzeit fällt.

Weblinks

Biographie auf der Homepage der Diözese Versailles (französisch) Biographie auf santiebeati.it (italienisch) Informationen über die Märtyrergruppe auf der Homepage der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen (italienisch)

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