Enriqueta García Amaro de Miranda (* 22. Januar 1928 in Mexiko-Stadt, Mexiko; † 18. Oktober 1999 ebenda) war eine mexikanische Ingenieurin und Hochschullehrerin. Sie war die erste Vermessungsingenieurin Mexikos und forschte an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM). In ihrer beruflichen Tätigkeit widmete sie sich der Luftbildphotogrammetrie, einer Methode zur Kartierung von Gebieten, und erkannte den Wert von Geoinformationssystemen als Werkzeug zur Analyse von Umweltproblemen.

Leben und Werk García Amaro studierte an der Nationalen Ingenieurschule der UNAM, wo sie 1948 als beste Praktikantin ihres Jahrgangs ausgezeichnet wurde. Sie schloss ihr Studium als Topographische und Hydrographische Ingenieurin mit der Arbeit Photogrammetrie als Hilfsmittel der Topographie ab.

Am 1. August 1946 begann sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Geographischen Institut und widmete sie sich unter anderem der Luftbildfotografie und Kartographie. 1950 erhielt sie das Witbeck-Stipendium und studierte an der University of Wisconsin. Hier studierte sie bei Thomas Trewartha, der sie in die Klimatologie einführte, das sie später zu ihrem Forschungsschwerpunkt machte. Während eines zweiten Aufenthalts 1970 erwarb sie mit ihrer Arbeit Modificaciones al Sistema de clasificación de climas de Köppen para adaptarlo a las condiciones de la República Mexicana (Modifikationen der Köppen-Klimaklassifikation für die Mexikanische Republik) einen Master of Science in Geographie.

Sie gründete an der UNAM die Abteilung für Klimatologie und leitete das Institut für Physische Geographie und war Mitglied des internen Rates des Geographischen Instituts. 1977 setzte sie nach ihrer Pensionierung als hauptberufliche Seniorforscherin C ihre Tätigkeit als Forschungsberaterin am selben Institut weitere 22 Jahre fort.

1962 heiratete sie den spanischen Botaniker Faustino Miranda González, der aus Spanien eingewandert war, den Botanischen Garten der UNAM gründete und mit dem sie einen Sohn bekam. In Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann veröffentlichte sie 1961 Larrea y clima, wo der Zusammenhang zwischen Klima und Vegetationsverteilung beleuchtet wurde. Sie wandte das Köppen-System auf die Analyse der mexikanischen Vegetation an und erschloss damit neue Forschungsfelder in den Bereichen Ökologie und Klimatologie. Diese Zusammenarbeit ermöglichte den Austausch zwischen Geographen, Klimatologen und Ökologen, um die Verbreitungsgebiete von Vegetationstypen in Regionen zu analysieren, für die nur wenige Felddaten vorlagen. Dieser Ansatz ermöglichte es, die Erforschung der Vegetationsverteilung in Mexiko in den 1960er und 70er Jahren besonders schnell und effektiv voranzutreiben. Er erleichterte zudem die Zusammenarbeit zwischen Geographen, Klimatologen und Ökologen bei der Definition und Analyse der Verbreitungsgebiete von Vegetationstypen in Grenzregionen oder Gebieten mit begrenzten Felddaten erheblich. Ein Ergebnis war die umfangreiche Reihe kartographischer Darstellungen der Klima-Vegetations-Beziehungen, die nach deren Digitalisierung als Ausgangspunkt für zahlreiche Analysen dienten, darunter auch solche biogeographischer Natur.

Sie bekleidete zahlreiche institutionelle Positionen, darunter von 1962 bis 1964 die aktive Mitgliedschaft im Universitätsgericht der UNAM, von 1972 bis 1976 die Präsidentschaft des Internationalen Komitees für Geographielehre und -texte des IPGH und von 1992 bis 1994 war sie Beraterin der Vereinten Nationen über die Weltorganisation für Meteorologie.

Sie war Mitglied der Mexikanischen Akademie für Wissenschaftliche Forschung, der Botanischen Gesellschaft Mexikos, der UNESCO-Kommission für Trockengebiete und der Amerikanischen Meteorologischen Gesellschaft.

Sie veröffentlichte 25 Artikel, 10 Bücher, 14 Buchkapitel, 16 Beiträge in den Tagungsbänden nationaler und internationaler Kongresse sowie 12 Karten, wie beispielsweise die Klimakarte der Mexikanischen Republik (Erstausgabe 1970), die in 45 Blättern im Maßstab 1:500.000 vom CETENAL-Institut für Geographie (UNAM) herausgegeben wurde, sowie die Klimakarte Mexikos, die 1998 von der Nationalen Kommission für die Kenntnis und Nutzung der Biodiversität (CONABIO) veröffentlicht wurde.

García Amaro starb 1999 im Alter von 71 Jahren in Mexiko-Stadt.

Literatur L. R. Orellana, R. Vidal: Enriqueta garciae: Antología. Centro de Investigación Científica de Yucatán, Instituto de Geografía UNAM, 2005. I. Trejo: Investigaciones Geográficas. Boletín del Instituto de Geografía, UNAM No. 41, 2000. Einzelnachweise

Kategorie:Ingenieur Kategorie:Hochschullehrer (Mexiko) Kategorie:Mexikaner Kategorie:Geboren 1928 Kategorie:Gestorben 1999 Kategorie:Frau