mini|Josima Feldschuh (1941) Josima Feldschuh, auch: Feldszuh, Feldschu (* 26. Juni 1929; † 21. April 1943 in Pustelnik) war eine polnische Pianistin und Komponistin jüdischer Herkunft, die während der deutschen Besetzung Polens im Zweiten Weltkrieg Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung wurde.

Leben Josima Feldschuh erhielt ihren ersten Klavierunterricht von ihrer Mutter Perła (geb. Richter), die Musikwissenschaftlerin war. Der Vater, Rubin Feldshuh (auch: Feldschu, Ruben Ben-Shem), war Schriftsteller und Zionist. Er beherrschte mehrere Sprachen und arbeitete als Übersetzer für Aramäisch, Hebräisch und Jiddisch. Josima Feldschuh galt als ein Wunderkind, sie besaß ein absolutes Gehör und begann früh zu komponieren. Ihr erstes Konzert gab sie im Alter von 11 Jahren: Am 15. März 1941 spielte sie, begleitet vom Orchester des Warschauer Ghettos, das 9. Klavierkonzert von W. A. Mozart im Melody Palace und gab als Zugabe eigene Klavierwerke. Ab November 1940 musste die Familie im Warschauer Ghetto unter widrigsten Bedingungen leben, das als Sammellager für die Deportationen in das Vernichtungslager Treblinka der SS errichtet worden war. Der Familie gelang es, noch bevor die Liquidierungsaktion am 22. Juli 1942 begann,„Am 22. Juli 1942 starteten die Deutschen die ‚Umsiedlung‘ der Bewohner des Warschauer Ghettos. Im Laufe von zwei Monaten wurden 254.000 Menschen in das Vernichtungslager Treblinka deportiert, 11.000 wurden in Arbeitslager geschickt, 6.000 wurden auf der Stelle erschossen. Nur 35.000 Menschen blieben legal im Ghetto, weitere 25.000 hielten sich versteckt.“ (Museum of the History of Polish Jews Warschau: „Josima Feldschuh - a Wunderkind“, 2021, Absatz „In hiding“) sich im Warschauer Ghetto zu verstecken. Wenig später erkrankte Josima Feldschuh an einer Lungenentzündung. Im Januar 1943 konnte die Familie aus dem Warschauer Ghetto fliehen und entging so der Deportation. Josima Feldschuh war jedoch krank und sehr geschwächt, ein Arzt in Warschau stellte bei ihr Lungentuberkulose im Endstadium fest. Sie starb am 21. April 1943 in Pustelnik, wo sich die Familie versteckt hatte. Nach dem Krieg wurden ihre sterblichen Überreste zum Jüdischen Friedhof in Warschau überführt.Vgl. Museum of the History of Polish Jews Warschau: „Josima Feldschuh - a Wunderkind“, 2021.

Überliefert sind von Josima Feldschuh 17 Kompositionen, darunter „A little birdie says“, „Village musicians“, „Murmur of a stream“, sechs Mazurkas, ein Walzer und „Eastern Suite“. Ihr Notenbuch mit Reinschriften ihrer Klavierwerke ist Teil der Sammlung von Yad Vashem. Ihre Werke wurden u. a. 2019 anlässlich des 76. Jahrestags des Aufstandes des Warschauer Ghettos aufgeführt sowie im Dezember 2019 auf der POLIN-Preisverleihungsgala des Museums der Geschichte der polnischen Juden im Dezember 2019. Am 28. Januar 2026 spielte der Pianist Igor Levit, im Anschluss an die Rede der Holocaust-Überlebenden Tova Friedman, eine Nocturne, 1940 im Warschauer Ghetto komponiert, von Josima Feldschuh anlässlich des Holocaust-Gedenktages im Deutschen Bundestag.Vgl. Bayerischer Rundfunk: „Bundestag erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus“, 28. Januar 2026. Siehe auch den Eintrag in der ARD-Mediathek „Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“ (Video verfügbar bis 28. Januar 2028). Das 2025 veröffentlichte Album Non Fiction von Hania Rani ist von Josima Feldschuh inspiriert.

Weblinks Museum of the History of Polish Jews Warschau: „Josima Feldschuh - a Wunderkind“, 2021. „Feldschuh Josima - Polish Women Composers“. Webseite der Violinistin Joanna Okoń, 2022. Eintrag für Josima Feldschuh - Yad Vashem Noten von Josima Feldschuh - Yad Vashem, enthält Reinschriften der Klavierwerke mit Opuszählung

Einzelnachweise

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