mini|Töpferhaus Arnold mini|Verkaufsraum mini|hochkant|Töpferwerkstatt Das Töpferhaus Arnold ist eine Töpferei in Kohren-Sahlis, einem Ortsteil der Stadt Frohburg im Landkreis Leipzig in Sachsen.

Gebäude Das Gebäude befindet sich in der Burggasse 2. Das Wohnhaus in halboffener Bebauung ist ein Putzbau mit Satteldach und Segmentbogenportal mit originaler klassizistischer Tür. Das Ensemble mit dem traufständigen Fachwerk-Anbau ist bau- und ortsgeschichtlich von Bedeutung. Die Töpferei besteht seit 1548. Das Wohnhaus wurde nach einer Bezeichnung im Schlussstein des korbbogigen Porphyrtuffgewändes 1824 umgebaut, ist aber im Kern älter.. Abgerufen am 29. Januar 2026.

Geschichte Frühe Zeit (ab 1548) Kohren-Sahlis wird auch als sächsische Töpferstadt bezeichnet.Keramik aus Kohren. Abgerufen am 28. Januar 2026. Die Töpferei ist mit ihrer über 475-jährigen kontinuierlichen Produktion die älteste Töpferei Deutschlands.Die Töpferei auf Bildlexikon Leipzig. Abgerufen am 28. Januar 2026. Die Besitzergeschichte des Hauses ist bis 1548 dokumentiert. Ein im Haus erhaltenes Dokument listet die Eigentümer seit diesem Jahr auf. Als erster namentlich bekannter Besitzer gilt Martin Marten, der das Anwesen mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits als Töpferei betrieb.Islode Kittel, Diplomarbeit an der Humboldt-Universität: Die Frohburg-Kohrener Töpferei

Ein wichtiges Zeugnis der kontinuierlichen Nutzung ist das Zunftbuch der Kohrener Töpfer, das sich zeitweise im Töpferhaus Arnold befand und heute im nahen Töpfermuseum zu finden ist. Es umfasst Einträge von 1656 bis 1835 und belegt die langjährige Bedeutung des Hauses für das örtliche Töpferhandwerk.

17. bis 19. Jahrhundert Nach einem häufigen Wechsel der Eigentümer übernahm 1698 Hans Frommholdt die Töpferei, was durch Zunftbucheinträge belegt ist.

Im 19. Jahrhundert wurde die Töpferei unter Töpfermeister Peukert bekannt, der hier erstmals bleifreie Glasuren einsetzte. Produziert wurden vor allem Gebrauchsgeschirr und kunstvoll gestaltete Ofenkacheln. Besonders wertvolle Kachelserien entstanden zwischen 1648 und 1662.

Arnoldsche Töpferei (20. Jahrhundert) 1920 erwarb der Berliner Elektriker Paul Max Arnold die Töpferei. Nach dem Erwerb legte er sowohl die Gesellen- als auch die Meisterprüfung als Töpfer ab (1928). Die Werkstatt firmierte fortan als Töpferei Wettengel, Nachfolger Max Arnold, Töpfermeister.

In den 1920er Jahren stellte Max Arnold die Produktion überwiegend auf Reiseandenken mit kräftig farbigen Glasuren um und etablierte das Firmenlogo, ein großes A. Nach seinem Tod 1947 führte zunächst seine Witwe Alma Arnold den Betrieb weiter, bevor 1948 Rudolf Arnold die Leitung übernahm und 1949 Töpfermeister wurde.

DDR-Zeit 1960 verließ Rudolf Arnold mit seiner Familie wegen drohender Enteignung die DDR. Der Betrieb wurde anschließend von der Stadt Kohren-Sahlis übernommen, später als Volkseigener Betrieb (VEB Kunsttöpferei) geführt.

Ab 1974 produzierte der VEB das bekannte blau-weiße Geschirr. In den 1980er Jahren arbeiteten bis zu 36 Beschäftigte in der Töpferei, einschließlich eines Betriebsteils in Frohburg.

In einer alten Zusammenstellung in der DDR-Zeit heißt es: „Haus-Nr. 9 Grundstück des VEB Kunsttöpferei(2.cat 45 Gottlob Schramm)Als Arnoldsche Töpferei bekannt, Grundstücksbesitzer werden bis 1548 nachgewiesen. Auffallend ist der starke Wechsel der Eigentümer. Im 19.Jh. wird hier unter Töpfermeister Peukert die erste bleifreie Glasur verwendet. Hergestellt wurden Gebrauchsgeschirr, Ofenkacheln in vielen Mustern, wovon die wertvollsten Kacheln zwischen 1648 und 1662 entstanden sind. In den 1920iger Jahren stellte Max Arnold die Produktion auf hauptsächlich Reiseandenken in starkfarbigen Glasuren um. Ab 1.1.1974 stellt der VEB Kunsttöpferei das begehrte blau-weiße Geschirr her.“

Zeit nach 1989 Nach der politischen Wende war die Zukunft des Betriebs zunächst ungewiss. Betriebsteile wurden geschlossen, Mitarbeitende entlassen, und die Töpferei unter Treuhandverwaltung gestellt.

1993 erfolgte auf Wunsch der Belegschaft die Rückübertragung an Christine Ruf, Tochter des letzten privaten Eigentümers. Am 1. Juli 1993 wurde die Töpferhaus Arnold GmbH gegründet. Geschäftsführer sind seither Christine Ruf und ihr Ehemann Peter Ruf, die den Betrieb zunächst ohne Gehalt führten. Durch das Engagement der Belegschaft gelang der Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft.

Gegenwart Seit 1995 gehört Karina Werner, Töpfermeisterin, zur Geschäftsführung. Ab 2004 leiteten Karina Werner und Heidi Steglich gemeinsam den Betrieb.

Nach der Rückübertragung des Hauses im Jahr 1994 wurden Anwesen und Werkstatt umfassend saniert. Die Investitionen beliefen sich seither auf rund eine Million Euro aus privaten Mitteln der Familie Ruf.

Am 8. September 2023 feierte das Töpferhaus Arnold 475 Jahre Töpfereigeschichte sowie 30 Jahre Töpferhaus Arnold GmbH. Zu diesem Zeitpunkt waren eine Meisterin, zwei Töpfergesellinnen und ein Auszubildender im Betrieb tätig. Die Werkstatt, die sich neben dem Verkaufsraum befindet, ist öffentlich zugänglich und ermöglicht den Einblick in die handwerklichen Arbeitsprozesse. Interessierte können in der Werkstatt den Mitarbeitenden bei der Herstellung, dem Glasieren und der Bemalung zuschauen oder sich auch selbst an die Drehscheibe setzten.

Weblinks

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Einzelnachweise

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