mini|=Delia Fiallo (2012)
Delia Fiallo (geboren am 4. Juli 1924 in Pinar del Río; gestorben am 29. Juni 2021 in Coral Gables) war eine kubanische Schriftstellerin und Drehbuchautorin. Sie lebte in Miami und schrieb in spanischer Sprache. Sie wird zu den bedeutendsten Vertreterinnen des zeitgenössischen Liebesromans gezählt.
Aufgrund ihrer Beiträge zum Genre des literarischen Melodrams in den späten 1970er und Mitte der 1980er Jahre wird sie als die „Mutter der lateinamerikanischen Telenovela“ angesehen. Ende der 1980er Jahre erreichten ihre Sendungen zusammen über 100 Millionen Zuschauer.
Biographie Delia Fiallo kam 1924 in Pinar del Río im Westen Kubas zur Welt. Sie studierte Philosophie an der Universität von Havanna und erwarb dort 1948 ihren Abschluss. Sie begann 1949 in Havanna mit dem Schreiben von Radio- und Fernsehserien und schuf mit „Soraya“ ihre erste Adaption für eine Telenovela, die 1957 in Kuba veröffentlicht wurde. Sie verließ Kuba 1966 zusammen mit ihrer Familie und ging ins Exil nach Miami, wo sie der Großteil ihrer Romane entstand. Eine Zeit lang lebte sie in Venezuela, um die Produktionen ihrer Werke für Venezuela und später für Radio Caracas Televisión (RCTV) zu betreuen. Über ihren Landsmann Enrique Cuscó konnte sie Kontakt zu den Eigentümern des Senders aufnehmen, der 1967 ihre erste Telenovela in diesem Land ausstrahlte: „Lucecita“.
Fiallo veröffentlichte mit „Cristal“ im Jahr 1985 ihre letzte Telenovela, ihr letztes Projekt, „La Felicidad“, wurde nie fertiggestellt. Sie setzte sich zur Ruhe und verkaufte die Rechte an ihren Werken an Televisa. Deren Adaptionen, so erklärte sie mehrfach, hatten ihr nicht gefallen.
Delia Fiallo heiratete 1952 den Radioregisseur Bernardo Pascual. Sie waren 67 Jahre lang verheiratet, bis Pascual im März 2019 starb. Sie war Mutter von fünf Kindern und hatte 13 Enkelkinder. Laut Fiallo hatte sie seit ihrem Exil weder ihr Heimatland Kuba noch Venezuela seit der Wahl von Hugo Chávez im Jahr 1998 besucht. Fiallo starb im Juni 2021 im Alter von 96 Jahren in ihrem Haus in Coral Gables, Florida.
Telenovelas El ángel perverso Die Protagonistin der ursprünglichen Radionovela ist Angelina, eine bösartige Frau, die sich Behinderte ausgibt, um ihren Ehemann Gustavo zu unterdrücken, aber schließlich auffliegt. Um jedoch den Standards der Telenovelas mit einer positiven Protagonistin zu entsprechen, war Fiallo gezwungen, eine neue Figur in das erste Drehbuch einzuführen – Lucecita, eine uneheliche Tochter von Angelinas Vater. Sie beginnt als Dienstmädchen in dem Haus zu arbeiten und hat eine Liebesaffäre mit Gustavo.
Die Geschichte sollte eigentlich nach Angelinas Tod bei einem Unfall enden, mit Gustavo und Lucecita, die glücklich verheiratet sind und eine Tochter haben. Aufgrund des Erfolgs schrieb Fiallo jedoch eine Fortsetzung, in der Gustavo nach einem Unfall unter Amnesie leidet und Angelinas Krankenschwester Mirtha (die heimlich in ihn verliebt war) ihn und das Mädchen vom Land mitnimmt, um ihn glauben zu machen, sie sei seine Frau. Lucecita hingegen gibt die Hoffnung, ihren Mann und ihre Tochter wiederzufinden, nicht auf und kommt als Dienstmädchen zu den Aldamas, einer Familie von unglücklichen Millionären, die durch Lucecita ihr Glück wiederfinden. Fünf Jahre später kehren Gustavo, Mirtha und das Mädchen zurück, und Lucecita beginnt als Dienstmädchen in ihrem Haus zu arbeiten, um in der Nähe ihrer Tochter zu sein. Gustavo, der immer noch unter Amnesie leidet, verliebt sich in Lucecita, ohne zu wissen, dass sie eigentlich seine echte Frau ist. Diese Version der Geschichte wurde in allen nachfolgenden Adaptionen beibehalten, die alle sehr erfolgreich waren. Lucecita – Venezuela (1967) mit Marina Baura und José Bardina Estrellita, esa pobre campesina – Argentinien (1968) mit Marta González und Germán Krauss Lucecita – Venezuela (1972) mit Adita Rivera und Humberto García Lucecita – Argentinien (1976 film) Virginia – Venezuela (1984) mit Alba Roversi und Miguel Ángel Landa Estrellita mía – Argentinien (1987) mit Andrea del Boca und Ricardo Darín Lucerito – Kolumbien (1992) mit Linda Lucía Callejas und Guillermo Gálvez Luz María – Peru (1998) mit Angie Cepeda und Christian Meier
La señorita Elena Elena, eine schöne Lehrerin, kommt in die Villa eines eleganten Richters, um dort als Gouvernante zu arbeiten. Sie vollbringt Wunder, inspiriert seine Kinder und verändert durch Verständnis und Unterstützung den Lauf der Dinge für die Familie. La señorita Elena – Venezuela (1967) mit Marina Baura und José Bardina La señorita Elena – Venezuela (1975) mit Ada Riera und José Luis Rodríguez „El Puma“ Atrévete – Venezuela (1986) mit Caridad Canelón und Pedro Lander Vivo Por Elena – Mexiko (1998) mit Victoria Ruffo und Saúl Lisazo
Tu mundo y el mío Emilia, die viele Jahre lang im Überfluss gelebt hat, ist aufgrund von Misswirtschaft und Pech gezwungen, ein bescheidenes Leben zu führen. Mit ihren Englischkenntnissen gelingt es ihr, ihre Familie durch Übersetzungsarbeiten zu unterstützen. Sie findet Liebe in den Armen eines jungen Mannes, und obwohl ihre Familie sie nicht unterstützt, kehrt sie in ihr früheres Leben zurück. Rosario – Venezuela (1968) mit Marina Baura und José Bardina Emilia – Venezuela (1979–1980) mit Elluz Peraza und Eduardo Serrano Tu mundo y el mío – Argentinien (1987) mit Nohely Arteaga und Daniel Guerrero Fabiola – Venezuela (1989) mit Alba Roversi und Guillermo Dávila Zweiter Teil von Gardenia – Venezuela (1990) mit Caridad Canelón und Orlando Urdaneta Paloma – Kolumbien (1994–1995) mit Nelly Moreno und Edmundo Troya María Emilia, querida – Peru (1999) mit Coraima Torres und Juan Soler
Lisa, mi amor Die Sekretärin eines erfolgreichen Geschäftsmannes liebt ihren Chef heimlich und schenkt ihm Loyalität, Verständnis und Unterstützung. Im Verlauf der Serie erkennt er, dass er dasselbe für sie empfindet. Lisa, mi amor – Venezuela (1970) mit Marina Baura und José Bardina Buenos días, Isabel – Venezuela (1980) mit Flor Núñez und José Bardina Bianca Vidal – Mexiko (1983) mit Edith González und Salvador Pineda Inés Duarte, secretaria – Venezuela (1990–1991) mit Amanda Gutiérrez und Víctor Cámara Secretos del alma – Mexiko (2008) mit Ivonne Montero und Humberto Zurita Amor Secreto – Venezuela (2014) mit Alejandra Sandoval und Miguel de León
Esmeralda Die Tochter einer mächtigen Familie wird bei ihrer Geburt mit einem armen Waisenkind vom Land vertauscht. Sie ist blind, aber sehr schön und besitzt als Beweis für ihre Herkunft und ihr Vermögen smaragdgrüne Ohrringe. Esmeralda – Venezuela (1971) mit Lupita Ferrer und José Bardina Esmeralda – Mexiko (1997), mit Leticia Calderón und Fernando Colunga Esmeralda – Brasilien (2004–2005) mit Bianca Castanho und Cláudio Lins Sin tu mirada – Mexiko (2017–2018) mit Claudia Martin und Osvaldo de Leon
María Teresa Ein hübsches Mädchen, das Blumen verkauft, trifft einen Pianisten aus reichem Hause. Sein Vater wurde ermordet, am Ende wird eine Tante von María Teresa als Täterin entlarvt. María Teresa – Venezuela (1972) mit Lupita Ferrer und José Bardina Primavera – Venezuela (1988) mit Gigi Zanchetta und Fernando Carrillo Rosangelica – Venezuela (1993) mit Sonya Smith und Víctor Cámara Rosalinda – Mexiko (1999) mit Thalía und Fernando Carrillo Rosalinda – Philippines (2009) mit Carla Abellana und Geoff Eigenmann
Peregrina Eine Stiefmutter wird die Enkelin ihres Mannes los, indem sie sie in einen Zirkus bringt. Jahre später kehrt der Zirkus in die Stadt zurück und die Enkelin ist nun Mutter von Zwillingen, die eine verrückte Liebe auslösen. Peregrina – Venezuela (1973) mit Rebeca González und José Bardina La muchacha del circo – Venezuela (1988) mit Catherine Fulop und Fernando Carrillo Kassandra – Venezuela (1992) mit Coraima Torres und Osvaldo Ríos Peregrina – Mexiko (2005–2006) mit África Zavala und Eduardo Capetillo
Una muchacha llamada Milagros Ein junges Mädchen lebt traumatisiert, nachdem es von einem Mann vergewaltigt wurde, in den es sich später verliebt. Una muchacha llamada Milagros – Venezuela (1974–1975) mit Rebeca González und José Bardina Mi amada Beatriz – Venezuela (1987) mit Catherine Fulop und Miguel Alcántara Cuidado con el ángel – Mexiko (2008–2009) mit Maite Perroni und William Levy
Mariana de la noche Mariana wird im Dorf als zukünftige „Schwarze Witwe“ angesehen, weil sie aus unerklärlichen Gründen Pech mit ihren Verehrern hat. Es stellt sich heraus, dass ihr Stiefvater dafür verantwortlich ist, da er sie alle vertreibt. Schließlich kommt Marianas wahre Liebe, um für sie zu kämpfen. Mariana de la noche – Venezuela (1976) mit Lupita Ferrer und José Bardina Selva María – Venezuela (1988) mit Mariela Alcalá und Franklin Virgüez Mariana de la Noche – Mexiko (2003–2004) mit Alejandra Barros und Jorge Salinas
La Zulianita Ein hübsches Mädchen muss ihr Dorf verlassen und zieht in die Stadt, wo sie als Dienstmädchen bei einer wohlhabenden Familie arbeitet. Sie trifft ihre große Liebe, wodurch ein leidenschaftliches Dreiecksverhältnis entsteht, in das die ganze Familie verwickelt ist. La zulianita – Venezuela (1977), mit Lupita Ferrer und José Bardina María de nadie – Argentinien (1985), mit Grecia Colmenares und Jorge Martínez Maribel – Venezuela (1989), mit Tatiana Capote und Luis José Santander Morelia – Mexiko–US (1994–1995), mit Alpha Acosta und Arturo Peniche Un refugio para el amor – Mexiko (2012), mit Zuria Vega und Gabriel Soto
Rafaela Obwohl ihre Mutter in der Liebe sehr unglücklich war und in Armut lebte, ist Rafaela stets bereit, alle Hindernisse zu überwinden. Sie wird Ärztin, trifft die Liebe ihres Lebens, entdeckt, dass sie die Tochter eines wohlhabenden Arztes ist, und lebt glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Rafaela – Venezuela (1977) mit Chelo Rodríguez und Arnaldo André Roberta – Venezuela (1987) mit Tatiana Capote und Henry Zakka Alejandra – Venezuela (1994) mit María Conchita Alonso und Jorge Schuber Rafaela – Mexiko (2011) mit Scarlet Ortiz und Jorge Poza
María del mar María Celeste wächst ohne den Schutz eines Vaters oder einer Mutter auf. Sie weiß nicht, dass ihre Mutter nach der Vergewaltigung durch den bösen Leonidas Parra Montiel den Verstand verloren hat und verzweifelt auf der Suche nach ihrer Tochter durch die Straßen des Dorfes irrt. Der gutaussehende Victor Manuel Galindez kommt in die Stadt und verliebt sich in María Celeste und rettet eine schöne, aber seltsame Frau aus dem Meer. María del Mar – Venezuela (1978) mit Chelo Rodríguez und Arnaldo André Mar de amor – Mexiko (2009–2010) mit Zuria Vega und Mario Cimarro
Ligia Sandoval Von ihrem Freund betrogen und verlassen wird Ligia Sandoval alleinerziehende Mutter und lebt mit ihrer Patin und einer jugendlichen Schwester in einem bescheidenen Wohnviertel. Ligias Sohn wird als ihr jüngerer Bruder ausgegeben. Der männliche Protagonist ist Luis Gerardo, ein junger Arzt, der sich der Forschung verschrieben hat und unglücklich verheiratet ist. Er beschließt, sich scheiden zu lassen, doch leider erblindet seine Frau bei einem Autounfall. Ligia Sandoval – Venezuela (1981) mit Lupita Ferrer und José Bardina Todo Por Tu Amor – Venezuela (1997) mit Jeannette Rodríguez und Jean Carlos Simancas
Mi mejor amiga Mi mejor amiga – Venezuela (1981) mit Flor Núñez und Félix Loreto
La heredera Cristina, ein Waisenmädchen, verlässt ihr bescheidenes Dorf und begibt sich nach Caracas, wo sie bei ihrer bösen Tante Luisa Zambrano und ihren Cousins unterkommt. Sie hofft, trotz ihrer Behinderung an einem Fuß eine erfolgreiche Puppenspielerin im orthopädischen Kinderkrankenhaus zu werden. Sie weiß nicht, dass sie die Tochter von Ezequiel Zambrano ist, einem mächtigen Geschäftsmann, der seit Jahren verzweifelt nach ihr sucht. Zembrano bringt sie zu der Liebe ihres Lebens, dem Anwalt Alfredo Mendez, der Rache für seine Vergangenheit sucht, die ihn Tag und Nacht verfolgt.