Cornelis van Zwieten (* um 1620 in Leiden; † 1673 ebenda) war ein niederländischer Maler des Goldenen Zeitalters und Schüler bzw. bedeutender Nachfolger von Jan van Goyen. Bekannt wurde er insbesondere für seine Landschaftsbilder mit Gehöften an Sandwegen und bäuerlichen Staffagen.
Familie Cornelis van Zwieten (teils auch ''Swieten'' geschrieben) war ein Sohn von Thomas Gerritsz. van Zwieten († 1625) und dessen Frau Neeltje Pieters Vergeyl († 1671). Sein Bruder war Gerrit Thomasz. van Zwieten (1619–1669), als dessen Trauzeuge er bei der Heirat am 22. Juli 1661 mit Catharina Jansdr. van Berckenrode († 1717) fungierte. Gerard van Swieten war ein Enkel aus dieser Ehe. Cornelis van Zwieten selbst heiratete am 7. Januar 1668 Francona Finckesteyn.
Wirken in der Stadt Leiden Er gilt als Schüler (nicht nachgewiesen), zumindest aber als Anhänger des großen Leidener Malers Jan van Goyen (1595–1656), der allerdings bereits 1632 nach Den Haag gezogen war und dort seine Werkstatt unterhielt. Ein Leben als dortiger Meisterschüler könnte erklären, warum van Zwietens erstes Werk bereits auf das Jahr 1641 datiert (''Dünenlandschaft mit Reisenden und Pferdewagen'', verkauft bei Sotheby's, Amsterdam, 13. November 2007, Los 32), er als Steuerzahler in seiner Heimatstadt Leiden aber erst seit dem 18. März 1648 nachweisbar ist. Die Lukasgilde in Leiden führt ihn ebenfalls erst 1648 als Mitglied, er wurde sodann bereits zum Vorsteher gewählt. Er muss zu diesem Zeitpunkt also schon über ein gewisses Renommee verfügt haben. 1658/1659 führte die Gilde ihn als Hauptmann (''Hoofdman'') und 1660 schließlich als Vorsitzenden (''Dekan''), was ein deutliches Zeichen der künstlerischen Wertschätzung seiner Zeitgenossen war. Zu den Mitgliedern der Leidener Lukasgilde gehörten damals u. a. Frans van Mieris der Ältere, Quiringh van Brekelenkam und Gerard Dou. Die Jahre 1660 bis 1662 gehören zu seinen schaffensreichsten. Archivarisch erhalten ist das Testament, welches er mit seiner Frau am 31. Mai 1670 abfasste. Wohnort war zu diesem Zeitpunkt Leiderdorp, welches heute zu Leiden gehört, damals aber ein selbständiges Dorf vor den Toren Leidens war. Öffentlich dokumentiert ist er das letztes Mal am 15. August 1671 in dem Jahr, auf das auch sein letztes Bild datiert, eine ''Landschaft mit Scheune, Bauern und Vieh'', das im Internationalen Kunsthaus, Berlin, am 19. November 1932 als Los 113 versteigert wurde und früher in der Eremitage hing. In Leiden begraben wurde er Anfang 1673.
Stil und Schule Cornelis van Zwieten hinterließ nur eine zweistellige Anzahl von Bildern, die er meist mit C.V.Z. und Jahreszahl signierte. Unsignierte Werke wurden leicht mit denen von Jan van Goyen und Salomon van Ruysdael verwechselt. Insbesondere die reduzierte Farbpalette seiner Gehöfte an Sandwegen, die dadurch erzeugten tonalen Landschaften und die oft verwendete perspektivische Diagonale führten zu diesen Verwechselungen, trafen aber auch den Geschmack zahlreicher Generationen von Kunstsammlern.
mini|Hügellandschaft mit Bauernhöfen, Rijksmuseum SK-A-2834 mini|Landschaft mit Bauernhaus auf einem Hügel, Städel, Frankfurt
Gemälde in bedeutenden Sammlungen (Auswahl)
Hügelige Landschaft mit Bauernhaus, 41,5 × 60 cm, 1653, Rijksmuseum Amsterdam, Inv.-Nr. SK-A-2834 Landschaft mit einem Bauernhaus auf einem Hügel, 33,2 × 33,9 cm, Städel, Frankfurt, Inv,-Nr. 1188 Flusslandschaft mit Hütten und Vieh, 25 × 37 cm, Kunsthaus Zürich, Inv.-Nr. 525 Flusslandschaft mit Kirche und Dorf, 25 × 37 cm, Kunsthaus Zürich, Inv.-Nr. 524 Landschaft mit Bauernhäusern, 35,5 × 48,3 cm, Museum De Lakenhal, Inv.-Nr. S 467 Italienische Landschaft mit Ruine, 39 × 32,8 cm, 1664, Museum De Lakenhal, Inv.-Nr. S 465
Literatur
Fr. D.O. Obreen, Archief voor Nederlandsche kunstgeschiedenis : verzameling van meerendeels onuitgegeven berichten en mededeelingen betreffende Nederlandsche schilders, plaatsnijders, beeldhouwers, bouwmeesters, ... [etc.][1877–1890], Van Hengel & Eeltjes, Amsterdam, Vol. 5 (1882–1883), S. 201. Alfred von Wurzbach: Niederländisches Künstler-Lexikon aufgrund archivalischer Forschungen bearbeitet. Halm und Goldmann, Wien 1906–1911, Band 2. 1910. S. 686. Ulrich Thieme/Felix Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler : von der Antike bis zur Gegenwart, Seemann, Leipzig 1907–1950, Band 32 (1938), S. 353 (als van Swieten). Hans-Ulrich Beck, Künstler um Jan van Goyen – Maler und Zeichner, Davaco, Doornspijk, 1991, S. 442–445.
Weblinks
Eintrag in der Datenbank des RKD (Nederlands Instituut voor Kunstgeschiedenes) Biografie auf der Seite des Städelmuseums, Frankfurt
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Niederlande) Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren im 17. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1673 Kategorie:Mann Kategorie:Künstler (Leiden)