Carola Sara Lola Kronheimer-Sinz (geboren 25. März 1910 in München; gestorben 1993 in Sonthofen, Schwaben) war eine deutsche Pianistin, Sängerin, Klavierlehrerin und Landwirtin.

Leben Lola Kronheimer wurde am 25. März 1910 in München geboren. Ihr Vater war ein angesehener jüdischer Kaufmann, der mütterlicherseits einer Musikerfamilie entstammte. Das Gymnasium brach sie nach sechs Jahren ab, um eine musikalische Ausbildung absolvieren zu können. An der Staatlichen Akademie der Tonkunst wurde sie 1928 aufgenommen, die Hochschule für Musik in München schloss sie 1931 ab mit einem Meisterklassen-Examen beim Pianisten August Schmid-Lindner. Danach trat sie unter anderem mit Erna Forster in einer Uraufführung eines Werks von Karl Höller für zwei Klaviere auf.

1933 wurde sie von den Nationalsozialisten aus der Reichsmusikkammer ausgeschlossen. Danach konnte sie nur noch im Rahmen des Jüdischen Kulturbundes in München, Nürnberg, Augsburg und Würzburg auftreten. Um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren, gab sie privaten Klavierunterricht. Nach dem Erlass der Nürnberger Rassengesetze 1935 galt sie als „Geltungsjüdin“. Dadurch wurde sie vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen, zugleich wurde der Kulturbund Deutscher Juden aufgelöst. Ihr Partner Wolfgang von Bartels starb 1938. Danach lebte Kronheimer bei ihrer kranken Mutter. Sie arbeitete als Korrepetitorin für die Pianistin Rosl Schmid, für eine Münchner Arztpraxis schrieb sie die Rechnungen und war ständige Mitarbeiterin des Cellisten Rudolf Metzmacher. Nach dem Erlass zum Tragen des Judensterns musste sie Zwangsarbeit in der Hutfabrik von Otto Brettschneider in München leisten. Kurz bevor sie im Februar 1945 deportiert werden sollte, half ihr Brettschneider, mit gefälschten Papieren als „Lina Bockmeier“ auf einem Bauernhof in Beilenberg im Allgäu unterzutauchen.

Nach dem Krieg heiratete Lola Kronheimer den Landwirt Andreas Sinz. Sie nahmen drei Adoptivkinder auf. Lola Kronheimer-Sinz arbeitete nun als Landwirtin und betrieb einen Lebensmittelladen und eine Gastwirtschaft. Es war ihr ein Anliegen, zur Versöhnung beizutragen. Sie unterstützte NS-Belastete, die ihr in der Zeit des Nationalsozialismus geholfen hatten, bei der Entnazifizierung. Dazu sagte sie in einem Interview:

Ihr Ehemann starb im Jahr 1987. Nach seinem Tod machte sich Lola Kronheimer-Sinz von ihren Verpflichtungen frei und knüpfte an ihre Kontakte in München aus der Vorkriegszeit an. Sie fuhr oft nach München, um Konzerte zu hören und Musikerinnen und Musiker zu treffen, die sie noch aus der Zeit vor dem Krieg kannte. Im Jahr 1991 zog sie von Beilenberg nach Sonthofen.

Lola Kronheimer-Sinz starb 1993 in Sonthofen. Sie wurde in Beilenberg mit einem FrauenOrt, einem bayernweiten Projekt des bayerischen Familienministeriums, geehrt.

Literatur

Weblinks FrauenOrt in Beilenberg für Lola Kronheimer-Sinz Eintrag für Lola Kronheimer-Sinz Haus der Bayrischen Geschichte

Einzelnachweise

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