mini|Präsident Donald Trump trifft sich mit dem mongolischen Präsidenten Chaltmaagiin Battulga im Oval Office des Weißen Hauses im Juli 2019. Die Beziehungen zwischen der Mongolei und den Vereinigten Staaten sind das zwischenstaatliche Verhältnis zwischen der Mongolei und den Vereinigten Staaten.
Geschichte der bilateralen Beziehungen Bereits während des Zweiten Weltkriegs hatte die Regierung des Bogd Khan mehrfach den Kontakt zu den USA gesucht, und US-Vizepräsident Henry Wallace besuchte 1944 die Mongolei – ein Besuch, der die spätere internationale Anerkennung der Mongolei (Konferenz von Jalta 1945) förderte. Präsident John F. Kennedy brachte 1962 die Idee auf, die Mongolei anzuerkennen, was jedoch von Chiang Kai-sheks nationalistischer Regierung in der Republik China abgelehnt wurde, die weiterhin Ansprüche auf die Mongolei erhob und deren Regierung von den Vereinigten Staaten als legitime chinesische Regierung anerkannt wurde. Da die Mongolische Volksrepublik zum Ostblock gehörte, waren bis zur Perestroika zur eingeschränkte Kontakte möglich. Die USA nahmen schließlich am 27. Januar 1987 diplomatische Beziehungen zur Mongolei auf.
Nach dem Ende des Kalten Krieges unterstützten die USA konsequent den Übergang der Mongolei zur Demokratie und Marktwirtschaft; Mongolen betrachten die USA seitdem als wichtigen „dritten Nachbarn“ neben Russland und China. Zahlreiche hochrangige Besuche belegen die engen Beziehungen: US-Präsident George W. Bush weilte 2005 in Ulaanbaatar, Vizepräsident Joe Biden 2011 in der Mongolei, während mongolische Präsidenten (2007, 2011) und Ministerpräsidenten (2008) ihrerseits in die USA reisten. Im Jahr 2019 erklärten beide Seiten ihre Beziehungen zu einer „Strategischen Partnerschaft“, die auf gemeinsamen Werten wie Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechten beruht. 2022 wurde erstmals ein strategischer Dialog zwischen beiden Regierungen geführt, an dem auch Partnern wie Südkorea und Japan beteiligt sind.
Kulturbeziehungen Der bilaterale Kulturaustausch hat in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen. Die USA fördern zahlreiche Bildungsprogramme in der Mongolei: Beispielsweise ermöglicht das Fulbright-Stipendienprogramm mongolischen Studierenden seit 1994 Studienaufenthalte in den Vereinigten Staaten. Über das US-Außenministerium und Partnerorganisationen erhalten mongolische Studenten und Forscher Zugang zu Hochschulen und Forschungsprojekten in den USA, und gemeinsame Programme unterstützen Bildung sowie zivilgesellschaftliche Kooperation. Auch der Tourismus und persönliche Kontakte sollen verstärkt werden. Ein im Jahr 2022 geschlossenes Open-Skies-Luftverkehrsabkommen erleichtert direkte Flugverbindungen zwischen beiden Ländern und soll dadurch den Reiseverkehr und den kulturellen Austausch weiter ausbauen.
Die Vereinigten Staaten beherbergen außerdem eine beachtliche mongolische Diaspora. Schätzungen zufolge leben rund 27.000 Menschen mit mongolischem Hintergrund in den USA (besonders in Illinois, Kalifornien sowie im Großraum Washington D.C.).
Wirtschaftsbeziehungen Die wirtschaftlichen Kontakte sind vergleichsweise klein, aber stetig gewachsen. Im Jahr 2022 betrug das bilaterale Handelsvolumen etwa 175 Millionen US-Dollar (US-Exporte 149 Mio. USD; Importe 26,4 Mio. USD). US-Investitionen in der Mongolei summierten sich im ersten Quartal 2023 auf etwa 680 Millionen USD. Wichtige US-Hilfsprogramme wie das Millennium Challenge Compact (2007–2013) stellten Gelder für Infrastruktur, Landreformen und Berufsbildung bereit. Im Jahr 2023 vereinbarten beide Regierungen auf einer Handels- und Investitionskonferenz einen neuen Wirtschafts-Kooperationsplan, der den Ausbau von Handel und Investitionen – etwa in Bergbau, erneuerbare Energien und Digitalisierung – fördern soll.
Militärbeziehungen mini|US-Verteidigungsminister Lloyd Austin und der mongolische Premierminister Luvsannamsrain Oyun-Erdene bei einem bilateralen Austausch im Pentagon, 2023 Die militärische Kooperation konzentriert sich auf Ausbildung, Beratung und gemeinsame Einsätze. Die USA haben die Modernisierung der mongolischen Streitkräfte und den Ausbau der internationalen Friedensmissionen unterstützt. Seit 2003 bestehen enge Kontakte über das Alaska State Partnership Program, in dessen Rahmen Angehörige der Nationalgarde von Alaska mongolische Truppen berieten. Mongolische Soldaten dienten unter US-geführten bzw. NATO-geführten Missionen im Ausland; sie verlegten 2009 von Einsätzen im Irak nach Afghanistan, begleitet von US-Beratern. In der NATO-geführten ISAF-Mission in Afghanistan (2009–2014) sowie in der KFOR-Mission auf dem Balkan (2005–2007) stellten mongolische Truppen mit Unterstützung der USA Friedenssicherungsdienste bereit. Die Mongolei nimmt zudem an verschiedenen NATO-Programmen teil.
Diplomatische Vertretungen Die Mongolei unterhält eine Botschaft in Washington, D.C. (2833 M Street NW) sowie Generalkonsulate in San Francisco (465 California Street) und seit 2022 auch in Chicago. Ferner gibt es eine ständige Vertretung bei den Vereinten Nationen in New York. Die Vereinigten Staaten haben seit 1988 eine diplomatische Mission in der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar (Denver Street #3).
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