mini|Enriqueta González Baz abgebildet auf einem Poster mit einigen repräsentativen Mathematikerinnen an der Benemérita Escuela Normal Veracruzana, April 2023 Enriqueta González Baz (* 22. September 1915 in Mexiko-Stadt, Mexiko; † 22. Dezember 2002) war eine mexikanische Mathematikerin und Hochschullehrerin. Sie war die erste Mathematikerin, die in Mexiko einen Hochschulabschluss erwarb, einen der ersten Abschlüsse in Mathematik von der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM) erhielt und eine der Gründerinnen der Mexikanischen Mathematischen Gesellschaft war. Sie forschte am Institut für Physik der UNAM und lehrte Mathematik und Versicherungsmathematik an der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität.
Leben und Werk mini|Plakat mit erfolgreichen Frauen in der Mathematik an der Benemérita Escuela Normal Veracruzana, April 2023 González Baz war die Tochter von Roberto González Baz und Carmen de la Vega und wurde in der Calle de Correo Mayor, einer Straße im historischen Zentrum von Mexiko-Stadt, geboren. Nach der Grundschule besuchte sie die Escuela número 8 für Mädchen. Ihr Vater bestand darauf, dass seine Töchter einen zweijährigen Kurs an der Escuela de Enseñanzas Especiales no 6, auch bekannt als Escuela Doméstica, absolvierten. Sie erwarb gute Englischkenntnisse und setzte ihre Ausbildung nach zwei Jahren an der Escuela Doméstica fort.
Nach dieser Hauswirtschaftsausbildung begann sie ihr Studium an der Abendschule im ehemaligen Colegio de San Ildefonsoin Mexiko-Stadt, während sie tagsüber die die Lehrerausbildungsstätte Escula Nacional de Maestros besuchte. Das Colegio de San Ildefonso war ursprünglich eine Jesuitenschule, die nach der Vertreibung der Jesuiten aus Mexiko zur Escuela Nacional Preparatoria wurde, die Schüler auf die Zulassungsvoraussetzungen der UNAM vorbereiten sollte. Nachdem sie ihr Studium an der Escuela Nacional Preparatoria abgeschlossen und sich 1937 als Oberstufenlehrerin qualifiziert hatte, schrieb sie sich im selben Jahr an der Fakultät für Physikalisch-Mathematische Wissenschaften der UNAM ein.
Mathematikstudium In dem neuen Mathematikstudiengang hielten die Dozenten oft Vorlesungen zu Themen, von denen sie wenig Kenntnisse hatten. So gab beispielsweise der Ingenieur Marianito Hernández eine Vorlesung über Wahrscheinlichkeitsrechnung und erklärte ihr und Manuela Garín, dass er das Thema gemeinsam mit ihnen lernte, da er gebeten worden war, es zu unterrichten, aber nichts über Wahrscheinlichkeiten wusste. Alberto Barajas hielt eine Vorlesung über moderne Algebra, basierend auf Notizen aus einer Vorlesung von Garrett Birkhoff, während Carlos Graef Fernández eine Vorlesung über Geometrie hielt. 1943 wurde ihr von der UNAM der Doktorgrad in den Naturwissenschaften (Doctorado en Ciencias) verliehen. Sie hatte eine Dissertation über Bessel-, Gamma- und Legendre-Funktionen verfasst, die von einem Komitee bestehend aus dem Physiker Manuel Sandoval Vallarta, Carlos Graef Fernández und Francisco Zubieta Russi begutachtet wurde. Die von der UNAM verliehenen Lehramtsabschlüsse in Mathematik, die den Schwerpunkt auf die Mathematikdidaktik legten, waren Bachelor-Abschlüsse. Vor González Baz erhielten drei Frauen diese Abschlüsse: Ana María Flores 1937, Rosa Aguirre Sánchez 1940 und Carmen Alburquerque García 1943. González Baz war jedoch die erste Mexikanerin, die Forschungsarbeiten in Mathematik veröffentlichte, welche von den Mathematical Reviews begutachtet wurden.
Anschließend absolvierte González Baz am Bryn Mawr College in den Vereinigten Staaten ein Aufbaustudium. Von 1945 bis 1947 veröffentlichte sie vier Artikel: 1945 Theoremas acerca de la convergencia absoluta de las series de Fourier und Consideraciones sobre las redes distributivas, 1946 Der Existenzsatz für ein System einer beliebigen Anzahl von Differentialgleichungen erster Ordnung (Spanisch) und 1947 Relacion entre el parametro y las dimensiones de lasolution periodica de la Ecuacion de Van der Pol. Vom 1. März bis zum 31. Dezember 1947 erhielt sie ein Stipendium von 250 Dollar pro Monat, um im Rahmen des Projekts Investigaciones sobre la Theoría de las Redes Forschungen zur Systemtheorie durchzuführen.
Forschung und Lehre Ab 1948 arbeitete González Baz am Institut für Physik der UNAM als Forschungsassistentin und arbeitete mit sechs weiteren Assistenten zusammen. Ab 1954 war sie Forschungsassistentin für experimentelle Kernphysik. Sie lehrte außerdem Mathematik an der Fakultät für Naturwissenschaften der UNAM, unterrichtete an der Nationalen Vorbereitungsschule und der Pädagogischen Hochschule und war Dozentin für Finanzmathematik an der Aktuarwissenschaftlichen Abteilung der Fakultät für Naturwissenschaften der UNAM.
González Baz war Gründungsmitglied der Mexikanischen Mathematischen Gesellschaft und nahm an deren erster Sitzung am 30. Juni 1943 teil. Von den 131 Mitgliedern waren fünf Frauen, Enriqueta González Baz, Paris Pishmish, Rita López de Llergo y Seoane, Sara Rodiles de Ayala und María Guadalupe Lomelí Cerezo.
Sie ist bekannt für ihre Übersetzung ins Spanische des Buches Topologie von Solomon Lefschetz. Ihre Übersetzung erschien unter dem Titel Elementos de topología.https://paginas.matem.unam.mx/matematicos/matematicos-a-g/matematicos-g/enriqueta-gonzalez-baz
Literatur Norma Blazquez Graf, Javier Flores: Ciencia, tecnología y género en Iberoamérica. Universidad Nacional Autónoma de México, Centro de Investigaciones Interdisciplinarias en Ciencias y Humanidades, 2005, ISBN 978-970-32-3004-4
Weblinks
Biografie bei MacTutor (englisch) Youtube-Video:LA PRIMERA MATEMÁTICA MEXICANA DE LA HISTORIA|ENRIQUETA GONZÁLEZ BAZ (spanisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Mathematiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Mexiko) Kategorie:Mathematiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Mexikaner Kategorie:Geboren 1915 Kategorie:Gestorben 2002 Kategorie:Frau