Johannes Luder (* 1537 in Nordhausen; † 1586) war ein evangelischer Pfarrer in Genthin und Lodersleben.
Leben und Wirken Sein Großvater war Amtsschreiber in Langensalza und ein Bruder von Heine Luder, dem Großvater von Martin Luther. Der Vater Hans Luder (1491–1558) war Ratmann und seit etwa 1537 Bürgermeister der freien Reichsstadt Nordhausen, die Mutter war Ottilia Puchbach.Luther, 1883, S. 48, mit biographischen Angaben Der Bruder Matthias Luder (1520–1572) wurde Stadtschreiber in Nordhausen.
Johannes Luder bekam vom sächsischen Kurfürsten Moritz von Sachsen die Ausnahmegenehmigung, die Landesschule Pforta zu besuchen, obwohl er nicht aus diesem Territorium kam. Nach dessen Tod im Juli 1553 wandte sich der Reformator Philipp Melanchthon an den Kanzler Ulrich von Mordeisen mit der Bitte, der neue Kurfürst August möge diese Erlaubnis bestätigen.M. an Ulrich Mordeisen [in Torgau?]. - [Wittenberg], 30. Juli . In: Melanchthons Briefwechsel — Regesten online, MBW 6917.Text: No. 5441. In: Philipp Melanchthon: Philippi Melanthonis Opera Quae Supersunt Omnia (= Corpus reformatorum. Vol. 8). Edidit Carolus Gottlieb Bretschneider. Schwetschke, Halis Saxonum 1841, Sp. 131 f. () 6917, M. an Ulrich Mordeisen [in Torgau?]. In: Philipp Melanchthon: Melanchthons Briefwechsel. Kritische und kommentierte Gesamtausgabe. Band T 23, Texte 6691–7093 (Januar 1553–Februar 1554). Bearbeitet von Matthias Dall'Asta, Heidi Hein, Regine Klar und Christine Mundhenk. frommann-holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 2022, ISBN 978-3-7728-2823-2, S. 348 f. Dieses wurde dann auch bald bewilligt und Johannes Luder im September 1553 in die Landesschule aufgenommen. Danach studierte er evangelische Theologie wahrscheinlich in Wittenberg.Album Academiae Vitebergensis, II, Halis 1841, p. 235; auch III, 1905, p. 291 (Index), Johannes Luderus Mahdeburg ab September 1556, er war später im Erzstift Magdeburg (Jüterbog, Genthin) tätig Anschließend wurde er Rektor in Collwitz (oder Cottwitz?) in der Niederlausitz, dann 1561 Prediger in Jüterbog und 1564 dritter Prediger in Genthin.Max Hoffmann: Pförtner Stammbuch, 1893, S. 14, mit den Orten seiner Predigerlaufbahn; der erste Ort ist unbekannt, möglich wären Kolkwitz oder Cottbus (Cottwitz) in der kurfürstlich-brandenburgischen Exklave in der böhmischen Niederlausitz, obwohl mit diesem Gebiet ansonsten keine Beziehungen bekannt sind; möglich wäre auch Gollwitz bei Brandenburg, das dem Erzstift Magdeburg nahestand (aber nicht zur Niederlausitz gehörte) 1574 wurde Johannes Luder Pfarrer in Lodersleben bei Querfurt. 1577 unterschrieb er die protestantische Formula Concordiae als ein Vertreter aus dem Gebiet des Erzstifts Magdeburg.
Johannes Luder war mit Margarethe Mentz verheiratet.Luther, 1883, S. 49 Sie hatten mehrere Kinder, von denen Daniel Luder (1574–1628) Amtsschösser in Marienberg in Sachsen und Vorfahre eines bedeutenden schlesisch-baltischen Zweiges der Familie wurde, der bis in die Gegenwart besteht.
Literatur Johannes Luder s. Lutherus. In: Acta scholastica. , Bd. 7, Nürnberg, Verlegts Stein und Raspe, 1747, S. 54 f. () Luder (Johann) oder Lutherus. In: Johann Christoph Adelung, Heinrich Wilhelm Rotermund: Fortsetzung und Ergänzungen zu Christian Gottlieb Jöchers allgemeinem Gelehrten-Lexico. Angefangen von Johann Christoph Adelung und vom Buchstaben K fortgesetzt von Heinrich Wilhelm Rotermund. Vierter Band (Lu–Mo), Georg Jöntzen, Bremen 1813, S. 49 () Robert Luther: Genealogia Lutherorum redivia oder Nachrichten über die Familie Luther in Esthland und Russland. Reval 1883. S. 48–49, mit detaillierten biographischen Angaben Max Hoffmann: Pförtner Stammbuch 1543–1893. Berlin 1893. S. 14, mit kurzen biographischen Informationen
Einzelnachweise
Kategorie:Lutherischer Geistlicher (16. Jahrhundert) Kategorie:Person des Christentums (Sachsen-Anhalt) Kategorie:Person (Genthin) Kategorie:Person (Querfurt) Kategorie:Familienmitglied (Martin Luther) Kategorie:Geboren 1537 Kategorie:Gestorben 1586 Kategorie:Mann