Die Chronik des Kriegs in Nahost, Oktober und November 2025 dokumentiert die Entwicklungen seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 1. Oktober bis zum 30. November 2025. Für den zeitlichen Ablauf des kompletten israelisch-palästinensischen Konflikts siehe Chronologie des israelisch-palästinensischen Konflikts.

Oktober 2025 2. Oktober Die IDF enterte die meisten Schiffe der Globalen Sumud-Flottille vor der Küste von Gaza in internationalen Gewässern. Die IDF nahm die rund 500 Aktivisten, darunter Parlamentarier, Anwälte und Greta Thunberg fest. Die Globale Sumud-Flottille war Ende August in Barcelona gestartet, um nach eigenen Angaben Medikamente und Lebensmittel nach Gaza zu bringen. Von den etwa 40 zivilen Schiffen der Globalen Sumud-Flottille konnten zwei Schiffe nach Norden abdrehen und ein Nachzügler befand sich zum Zeitpunkt der Enterung noch weit entfernt. In Italien und Kolumbien kam es zu Protesten. Die größte italienische Gewerkschaft rief für Freitag zu einem Generalstreik auf. In Kolumbien verwies der Präsident Gustavo Petro die gesamte diplomatische Vertretung Israels des Landes und kündigte das Freihandelsabkommen mit Israel auf. Die türkische Regierung sprach von einem Terrorakt. Die Staatsanwaltschaft in Istanbul nahm Ermittlungen wegen der Festnahme von 24 türkischen Staatsbürgern auf.

3. Oktober US-Präsident Donald Trump veröffentlichte eine Erklärung auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social. Darin hieß es: „Aufgrund der soeben veröffentlichten Erklärung der Hamas glaube ich, dass sie zu einem dauerhaften FRIEDEN bereit sind. Israel muss die Bombardierung des Gazastreifens unverzüglich einstellen, damit wir die Geiseln sicher und schnell herausbekommen können! Derzeit ist es viel zu gefährlich, dies zu tun. Wir befinden uns bereits in Gesprächen über die auszuarbeitenden Details. Hier geht es nicht nur um den Gazastreifen, sondern um den lang ersehnten FRIEDEN im Nahen Osten.“ Die Hamas hatte sich zuvor bereit erklärt, alle israelischen Geiseln freizulassen, über einige Aspekte des von Trump am 29. September vorgelegten Friedensplans wolle man noch weitere Verhandlungsgespräche führen.

4. Oktober Aus Otranto brachen türkische Aktivisten mit der Freedom Flotilla mit elf Schiffen der türkischen Hilfsorganisation IHH nach Gaza auf. An Bord befanden sich auch drei Mitglieder des türkischen Parlaments, Gesundheitsexperten und Medienvertreter.

8. Oktober Die IDF stoppte alle neun Schiffe eines Zusammenschlusses der Organisationen Freedom Flotilla und Thousand Madleens etwa 120 Seemeilen vor Gaza in internationalen Gewässern. Soldaten enterten die Schiffe und nahmen die etwa 150 Menschen aus 30 Ländern fest. Das Entern eines der Boote wurde live übertragen.

9. Oktober Die Hamas erhielt eigenen Angaben zufolge Garantien von der US-Regierung und Vermittlern und verkündete das Ende des Krieges. Wie Chalil Al-Haja, ein im Exil lebender Führer der Terrororganisation, mitteilte, trete nun ein „dauerhafter Waffenstillstand“ in Kraft. Zuvor habe es entsprechende Zusicherungen gegeben: „Wir haben Garantien von den Vermittlern und der US-Regierung erhalten und alle haben bestätigt, dass der Krieg vollständig vorbei ist“, sagte Al-Haja. Die Vereinbarung umfasse auch die Öffnung des Grenzübergangs Rafah in beide Richtungen. Zudem sollten inhaftierte palästinensische Frauen und Kinder freigelassen werden, sagte er. Ebenfalls freigelassen werden sollten 250 Palästinenser, die in Israel zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt wurden,Krieg in Gaza ist laut Hamas und Vermittlern beendet. zeit.de, 9. Oktober 2025. und 1722 Gaza-Bewohner, die in Israel inhaftiert (1411) oder in militärischen Einrichtungen festgehalten würden (311), ohne in den Angriff am 7. Oktober involviert gewesen zu sein. Auch die Leichen von 360 „gazäischen Terroristen“ sollten freigegeben werden. Die vorläufige Einigung sah die Freilassung der restlichen 48 israelischen Geiseln und einen schrittweisen Rückzug des israelischen Militärs aus dem Gazastreifen vor. Nach einer Einigung des israelischen Kabinetts sollte innerhalb von 24 Stunden eine Waffenruhe in Kraft treten, in den folgenden 72 Stunden sollten die Geiseln freikommen. Die ersten israelischen Truppen haben sich Medienberichten zufolge in der Nacht zum 10. Oktober aus dem Gazastreifen zurückgezogen.Israels Militär: Feuerpause in Gaza seit Mittag in Kraft. focus.de, 10. Oktober 2025.

10. Oktober Seit 12 Uhr mittags (Ortszeit) trat die Waffenruhe aus dem Gaza-Plan von US-Präsident Donald Trump zwischen Israel und der islamistischen Hamas in Kraft, teilte ein israelischer Militärsprecher mit.Israels Militär: Feuerpause seit Mittag in Kraft. sueddeutsche.de, 10. Oktober 2025. Truppen der israelischen Armee begannen, sich entlang der aktualisierten Einsatzlinien zu positionieren, um sich auf das Waffenstillstandsabkommen und die Rückkehr der Geiseln vorzubereiten.

12. Oktober Eine Sprecherin von Premierminister Netanjahu erklärte, Israel werde mit der Freilassung palästinensischer Gefangener beginnen, „sobald Israel die Bestätigung hat, dass alle Geiseln, die morgen freigelassen werden sollen, die Grenze nach Israel passiert haben“.

13. Oktober

Die überlebenden Geiseln der Hamas wurden an Israel übergeben, darunter auch vier mit deutscher Staatsangehörigkeit. Die meisten Hinterbliebenen verstorbener Geiseln warteten weiterhin auf eine Leichenübergabe. Es wurden zunächst vier der 28 Leichname übergeben. Nach Angaben der israelischen Regierung wurde ein internationales Gremium eingerichtet, um die sterblichen Überreste der Geiseln im Gazastreifen ausfindig zu machen, falls sie nicht übergeben werden sollten. Im Gegenzug für die Freilassung der 20 noch lebenden Geiseln hat Israel nach eigenen Angaben mehr als 1.900 palästinensische Häftlinge aus Gefängnissen entlassen.Israel nach Geisel-Rückkehr im Freudentaumel. br.de, 13. Oktober 2025.

15. Oktober Bis zum 15. Oktober exekutierte die Hamas 30 mutmaßliche Gangmitglieder öffentlich und verbreitete Videos davon. US-Präsident Trump lobte dies. Es ist fraglich, ob Trumps Feststellung zu den Exekutionen im Gazastreifen stimmte, denn bisher ist ungewiss, wen die Hamaskämpfer tatsächlich erschossen haben. Es ist ebenso möglich, dass mit den Erschießungen ein Exempel statuiert werden sollte, um Proteste gegen die Hamas, die es bereits gab, schon im Keim zu ersticken.Trump lobt Hamas für Exekutionen von „Gangmitgliedern“. n-tv.de, 15. Oktober 2025.

18. Oktober Das von der Hamas geführte Gesundheitsministerium teilte mit, dass die Leichen von 29 Menschen in den letzten 48 Stunden in Krankenhäusern in ganz Gaza eingetroffen seien. Damit habe sich die Zahl der palästinensischen Todesopfer in Gaza auf 68.116 erhöht.Gaza health ministry says 68,116 Palestinians killed since October 2023. dawn.com, 18. Oktober 2025. Fünfzehn Leichen von Palästinensern wurden von Israel im Gazastreifen übergeben.Israel returns 15 Palestinian bodies to Gaza: health ministry. dawn.com, 18. Oktober 2025.

19. Oktober Israel und die Hamas warfen einander vor, die Waffenruhe gebrochen zu haben. Israel meldete zwei tote Soldaten nach einem Panzerfaust-Angriff im Süden des Gazastreifens, angeblich durch die Hamas. Diese wiederum bestritt, am Angriff beteiligt gewesen zu sei. Im Norden des Gazastreifens tötete die IDF bewaffnete Palästinenser. Die israelische Luftwaffe bombardierte angebliche Hamas-Ziele. Nach Angaben von Krankenhäusern wurden 14 Palästinenser getötet. Israel stoppte – laut Angaben aus Sicherheitskreisen – die Lieferung humanitärer Hilfsgüter in den Gazastreifen. Der Finanzminister Bezalel Smotrich forderte auf X Krieg. Am Abend teilte Israels Militär mit, die Waffenruhe werde wieder eingehalten. Um 16:30 Uhr Ortszeit traf eine Rakete den Standort der Medienproduktionsfirma Palestine Media Production, die mit dem ZDF zusammenarbeitet. Dabei wurde ein Mitarbeiter des Unternehmens und der achtjährige Sohn eines Mitarbeiters getötet. Zudem wurde ein weiterer Mitarbeiter verletzt und mehrere Fahrzeuge des Unternehmens wurden zerstört. Die israelische Armee wollte den Vorfall auf Nachfrage des ZDF prüfen.

22. Oktober Der Internationale Gerichtshof erklärte in einem Rechtsgutachten, Israel sei dazu verpflichtet, ausreichende Hilfslieferungen in den Gazastreifen zu lassen und hierzu mit dem Palästinenserhilfswerk der Vereinten Nationen (UNRWA) zusammenzuarbeiten. Israels UN-Botschafter Danny Danon bezeichnete das Gutachten als „beschämend“. „Sie werfen Israel vor, nicht mit Uno-Organen zusammenzuarbeiten […] Sie sollten sich selbst Vorwürfe machen. Diese Organe sind zu Brutstätten für Terroristen geworden. Nehmen Sie zum Beispiel die UNRWA […] eine Organisation, die die Hamas jahrelang unterstützt hat.“ Das aus elf Richtern bestehende Gremium des IGH erklärte, Israel habe seine Behauptung, UNRWA sei von der Hamas unterwandert, nicht substanziiert. Das Rechtsgutachten ist nicht bindend, hat aber ein erhebliches moralisches und diplomatisches Gewicht. Israel kündigte an, es werde die Zusammenarbeit mit UNRWA verweigern.

23. Oktober Die BBC berichtete basierend auf Videos und Satellitenbildern, die von israelischen Truppen zur Sichtbarmachung der vereinbarten Rückzugslinie („gelbe Linie“) aufgestellte Markierungen lägen „Hunderte von Metern tiefer im Gazastreifen als die erwartete Rückzugslinie“. Von der BBC befragte Experten, darunter Andreas Krieg vom King’s College London, sprachen von einer Puffer- oder Kill-Zone, einem durch die Markierungen definierten „Niemandsland“, in dem dann auf jeden geschossen würde. Die israelischen Streitkräfte hatten sich bereit erklärt, sich in der ersten Phase des Waffenstillstands auf eine Grenze zurückzuziehen, die im Norden, Süden und Osten des Gazastreifens verläuft. Diese Grenze wurde auf den vom Militär veröffentlichten Karten durch eine gelbe Linie markiert.

27. Oktober Das ZDF bestätigte, dass der am 19. Oktober bei einem israelischen Luftangriff getötete Mitarbeiter der Partnerfirma Palestine Media Production (PMP), der Ingenieur Ahmed Asad Muhammad Abu Matar, der Terrororganisation Hamas angehört hatte. Nach dem Luftschlag hatten israelische Militärkreise erklärt, Abu Matar sei kein ziviles Opfer gewesen, sondern Kommandeur der Hamas. Nachdem das ZDF nach dem Angriff das israelische Vorgehen gegen angeblich unbeteiligte Medienschaffende kritisiert hatte, kündigte der Sender aufgrund der neuen Erkenntnisse an, die seit 1996 bestehende Zusammenarbeit mit der in Gaza ansässigen Produktionsfirma PMP „bis auf Weiteres einzustellen“.Imanuel Marcus: ZDF räumt ein: In Gaza getöteter Mitarbeiter war Hamas-Mitglied www.juedische-allgemeine.de, 27. Oktober 2025.

28. Oktober Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ordnete neue Luftangriffe auf den Gazastreifen an. Augenzeugen berichten von Explosionen und Panzerfeuer in Gaza-Stadt und Deir al-Balah. Die Ankündigung der Angriffe erfolgte, kurz nachdem Israel erklärt hatte, die Hamas habe auf israelische Streitkräfte im südlichen Gazastreifen gefeuert. Beide Seiten warfen einander Verletzungen des Waffenstillstands vor. Wegen der verzögerten Rückgabe toter Geiseln an Israel hatten Spannungen zuletzt zugenommen.

29. Oktober Bei israelischen Luftangriffen wurden über Nacht mindestens 104 Palästinenser getötet, darunter laut dem Zivilschutz in Gaza auch mehrere Dutzend Kinder. Die Opferzahlen wurden von Agence France-Presse (AFP) durch eine Auswertung der Berichte von Medizinern aus fünf Krankenhäusern in Gaza, die die Toten und Verletzten aufgenommen hatten, bestätigt. Stunden später fand in Beit Lahiya im Norden des Gazastreifens ein weiterer Angriff statt. Dieser habe einem Waffenlager gegolten, ließen die israelischen Streitkräfte verlauten. Das Al-Schifa-Krankenhaus meldete zwei Tote.

31. Oktober