Johann Peter Balthasar Kreuser (auch Johann Kreuser; Pseudonym Hans Wohlgemuth; * 4. August 1795 in Köln; † 18. Oktober 1870 ebenda) war ein deutscher Gymnasiallehrer und Schriftsteller.

Leben Kreuser besuchte von 1817 bis 1820 die Berliner Universität. In dieser Zeit soll er auch Johann Wolfgang von Goethe kennengelernt haben. 1820 erhielt er eine Anstellung am Kölner Marzellengymnasium. Dort wirkte er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1860. Er erhielt den Titel Professor.

Kreuser war 1823 an der Wiederbegründung des Kölner Karnevals beteiligt. Über 18 Jahre war er Vorstandsmitglied des Zentral-Dombau-Vereins zu Köln. Er erfreute sich in Köln großer Beliebtheit als Redner und Dichter und wurde unter anderem vom Kölner Oberbürgermeister Hermann Joseph Stupp oder dem Bischof von Paderborn Konrad Martin geschätzt. Außerdem trat er schriftstellerisch mit diversen Monographien, unter anderem zum Kirchenbau, sowie mit Rezensionen, Aufsätzen und Gedichten in Zeitschriften in Erscheinung. Mit dem Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner war er freundschaftlich verbunden. Mit dem Domwerkmeister Vincenz Statz verband ihn ein schwieriges Verhältnis, was dazu führte, dass dieser an Schloss Haag einen Wasserspeier mit den Gesichtszügen von Kreuser fertigen ließ.

Auf dem Melaten-Friedhof wurde ihm 1872 von seinen Freunden und Schülern eine Marmorsteele mit Porträtmedaillon gestiftet, die von Peter Fuchs gefertigt wurde. Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurde der obere Abschnitt des Grabsteins einschließlich des Reliefs rekonstruiert.

Werke (Auswahl) Der Hellenen Priesterstaat mit vorzüglicher Rücksicht auf die Hierodulen, Kupferberg, Mainz 1822. Homerische Rhapsoden oder Rederiker der Alten, DuMont-Schauberg, Köln 1833. Kölner Dombriefe oder Beiträge zur altchristlichen Kirchenbaukunst, Duncker und Humblot, Berlin 1844. Über christliche Bildnerei: ein Fingerzeig für Dombaukünstler, Köln 1846. Der christliche Kirchenbau: seine Geschichte, Symbolik, Bildnerei, nebst Andeutungen für Neubauten, 2 Bände, Henry & Cohen, Bonn 1851. Das heilige Meßopfer: geschichtlich erklärt, 2. Auflage, Schönigh, Paderborn 1854. Mahnendes und Unaufgeklärtes: Liebesbüchlein in Reimen, Manz, Regensburg 1857. Die Maler-Brüder: Eine neuere Künstlergeschichte, Wagner, Innsbruck 1861. Bildnerbuch als Leitfaden für Kunstschulen, Künstler, geistliche und weltliche Kunstfreunde zur Wiederauffrischung altchristlicher Legende Schönigh, Paderborn 1863. Dreikönigenbuch: zur siebenhundertjährigen Feier der Einbringung der heiligen Dreikönige, Cohen, Bonn 1864. Wiederum christlicher Kirchenbau: apostolische Baugesetze, Symbolik-Vorlesungen, 2 Bände, Weger, Brixen 1868.

Literatur

Wilhelm Pökel: Philologisches Schriftsteller-Lexikon, Krüger, Leipzig 1882, S. 145.

Weblinks

Kölsche Orgenale: Professor Kreuser (Johann Peter Balthasar Kreuser) bei der Kölsch Akademie

Einzelnachweise

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