zentriert|167px|Turandot: Plakat von 1926 Leopoldo Metlicovitz entwirft das Plakat für die Oper Turandot. zentriert|172px|Amazing Stories, Titelblatt der Erstausgabe vom April 1926, Cover von Frank R. Paul Frank Rudolph Paul zeichnet die Titelseiten für die Zeitschrift Amazing Stories. zentriert|350px|Grabstätte der Familie Monet in Giverny Claude Monet stirbt in Giverny.

Ereignisse Architektur und Design Österreich

mini|links|Das Amalienbad in den 1920er Jahren Am 8. Juli wird nach dreijähriger Bauzeit in Wien-Favoriten das Amalienbad eröffnet, die zu diesem Zeitpunkt größte und modernste Badeanstalt Mitteleuropas. Die großen Skulpturen an der Fassade des nach Plänen der Architekten Karl Schmalhofer und Otto Nadel erbauten Hallenbades schuf Karl Stemolak, die keramische Innenausstattung stammt aus den kunstkeramischen Werkstätten der Brüder Schwadron. In architektonischer Hinsicht ist das Bad an die Grundrisse römischer Thermen angelehnt. Die elegante Innenausstattung erfolgt im Art-déco-Stil. Die Schwimmhalle besitzt neben Tribünen auch ein bewegliches Glasdach, das sich in drei Minuten öffnen lässt. Benannt ist das Bad nach der sozialdemokratischen Wiener Gemeinderätin Amalie Pölzer. Kurz vorher ist der Bürgerplatz davor nach dem kürzlich verstorbenen Jakob Reumann in Reumannplatz umbenannt worden.

Deutschland

5. Januar: Mit einem feierlichen Festkonzert wird die von Hans Großmann entworfene neoklassizistische Stadthalle von Mülheim an der Ruhr eingeweiht. Die Innenausstattung stammt von Emil Fahrenkamp. 9. Februar: In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wird das Majolikahäuschen im Düsseldorfer Hofgarten, ein anlässlich der Industrie- und Gewerbeausstellung von 1902 errichteter Jugendstil-Pavillon, abgerissen.

3. September: Der vom Architekten Heinrich Straumer entworfene Berliner Funkturm wird anlässlich der Eröffnung der 3. Großen Deutschen Funkausstellung Berlin in Anwesenheit von Reichsinnenminister Wilhelm Külz, den Politikern Johannes Bell und Heinrich Haslinde, dem Berliner Oberbürgermeister Gustav Böß und rund 1000 geladenen Gästen feierlich in Betrieb genommen. Die Eröffnungsreden werden im Rundfunk übertragen, eine der ersten Liveübertragungen. Das öffentlich zugängliche Bauwerk besitzt auf 50 Metern Höhe ein Turmrestaurant sowie einen Aussichtsbereich an der Turmspitze. Der Stahlfachwerkturm nach dem Vorbild des Pariser Eiffelturms wird dem Baustil der frühen Moderne zugerechnet. Er ist allerdings nicht nur knapp halb so hoch wie sein französisches Vorbild, sondern verwendet auch ein weit weniger engmaschiges Gitterwerk als sein französisches Pendant, was ihn über 16-mal leichter macht. Seine Linienführung im Seitenprofil ist im Gegensatz zum Eiffelturm nicht bogenförmig, sondern gerade. Aus dieser zeitgemäßeren Interpretation ist eine minimalistische Weiterentwicklung mit sparsamer Materialverwendung entstanden, deren Form noch stärker der Notwendigkeit der Konstruktion folgt.

Das von Karl Pregizer entworfene Stadthaus in Duisburg wird nach zweijähriger Bauzeit fertiggestellt. Der niederländische Architekt und Designer Mart Stam entwickelt den Freischwinger, einen Stuhl ohne Hinterbeine, dessen Sitzfläche unter dem Gewicht einer Person federnd nachgibt („schwingt“) und leicht nach hinten absinkt.

Italien

Sieben junge Architekten, die alle in den 1920er Jahren am Polytechnikum Mailand studiert haben und dem Faschismus nahestehen, gründen die Architekturvereinigung Gruppo 7. Ab Dezember veröffentlichen sie in der Zeitschrift La Rassegna Italiana den ersten von vier Teilen ihres Manifests des Razionalismo, der sich durch eine Rationalisierung im Sinne einer Abstraktion durch Reduktion von architektonischen Grundelementen sowie den bewussten Einsatz revolutionärer Baumaterialien wie Eisenbeton, Stahl und Glas auszeichnet. Die Gründungsmitglieder des Gruppo 7 sind Ubaldo Castagnoli, Luigi Figini, Guido Frette, Sebastiano Larco, Gino Pollini, Carlo Enrico Rava und Giuseppe Terragni. Bereits nach wenigen Monaten scheidet Castagnoli aus der Gruppe aus und Adalberto Libera rückt nach.

Spanien

mini|links|hochkant|Nachruf auf Antoni Gaudí in der Zeitung El Liberal Am 7. Juni wird der Architekt Antoni Gaudí auf dem Weg vom allmorgendlichen Besuch im Oratorium des heiligen Philipp Neri zur Baustelle der im Bau befindlichen Kirche Sagrada Família von einer Straßenbahn erfasst und bleibt bewusstlos liegen. Da er keine Ausweispapiere mit sich führt, wird er wegen seines verwahrlosten Äußeren zunächst für einen Bettler gehalten und nicht angemessen notfallmedizinisch versorgt. Erst nach einigen Stunden lässt ihn ein Polizist mit dem Taxi in das Armenhospital Hospital de la Santa Creu i Sant Pau bringen. Drei Tage später finden ihn dort sein Freund und engster Mitarbeiter Domènec Sugrañes und der Kaplan der Sagrada Família, Gil Parés. Sie lassen Gaudí daraufhin in ein Privatzimmer verlegen, wo er am 10. Juni verstirbt.

Südamerika

13. Mai: Die größte Hängebrücke in Brasilien wird eröffnet. Die Hercílio-Luz-Brücke in Florianópolis stellt die Verbindung vom Festland zur Insel Santa Catarina her.

Vereinigte Staaten

mini|Sesquicentennial Exposition, Vogelperspektive des Ausstellungsgeländes 31. Mai: Die Sesquicentennial Exposition in Philadelphia wird eröffnet, eine Weltausstellung zum 150. Jubiläum der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, und des 50. Jubiläums der Centennial Exposition von 1876. Der Hauptverantwortliche für den Entwurf der Ausstellungsgebäude ist der junge Architekt Louis I. Kahn unter Leitung von John Molitor.

Druck

25. April: Das Plakat für die Uraufführung der Oper Turandot von Giacomo Puccini nach dem gleichnamigen Theaterstück von Carlo Gozzi am Teatro alla Scala di Milano in Mailand stammt von Leopoldo Metlicovitz. April: Das US-amerikanische Pulp-Magazin Amazing Stories erscheint erstmals. Verleger und Herausgeber ist der Science-Fiction-Autor Hugo Gernsback. Markantes Erkennungsmerkmal der Frühzeit von Amazing Stories sind die von dem aus Österreich-Ungarn in die USA eingewanderten Zeichner Frank Rudolph Paul erstellten Cover. 14. Oktober: Das Kinderbuch Winnie-the-Pooh von Alan Alexander Milne erscheint erstmals im Londoner Verlag Methuen & Co. Die Illustrationen stammen von E. H. Shepard. Während Shepard den vierjährigen Sohn des Autors, Christopher Robin, als Vorlage für den kindlichen Bärenfreund porträtiert, ist er mit Christophers Plüschbär unzufrieden. Als Protagonisten zeichnet er stattdessen den abgeliebten Teddybär Growler seines inzwischen jugendlichen Sohnes Graham.

Malerei

Die Ausstellung des surrealistischen Gemäldes Die Jungfrau züchtigt das Jesuskind vor drei Zeugen: André Breton, Paul Éluard und dem Maler von Max Ernst im Pariser Salon des Indépendants löst einen Skandal aus. Im selben Jahr soll das Bild in einer Ausstellung der Kölner Sezession im Kölnischen Kunstverein gezeigt werden, wo der Kölner Erzbischof angeblich seine Entfernung verlangt und Ernst exkommuniziert.

mini|Kirchner, Die Brücke bei Wiesen Der deutsche Maler Ernst Ludwig Kirchner malt in Öl auf Leinwand das spätexpressionistische Gemälde Die Brücke bei Wiesen, das den Wiesener Viadukt südlich von Davos Wiesen darstellt. Frida Kahlo malt ihr erstes Selbstporträt, das Selbstbildnis mit Samtkleid. Die spanische Malerin Maruja Mallo fertigt das Gemälde El Mago/Pim Pam Pum. Der US-Amerikaner Alexander Calder beginnt nach seiner Übersiedlung nach Paris mit der Arbeit an seinem Cirque Calder.

Schmuckdesign

mini|links|Pahlavi-Krone 25. April: Für die Krönung Reza Pahlavis zum neuen Schah Irans ist eigens die neue Pahlavi-Krone angefertigt worden. Die Krone ist aus einem Gestell aus Gold und Silber sowie einer hutartigen Kappe aus rotem Samt angefertigt; sie ist 298 mm hoch und hat 198 mm Durchmesser. Ihr Gewicht beträgt 2080 g. Sie trägt 3380 Diamanten von insgesamt 1144 Karat. Weiterhin befinden sich 369 Perlen und fünf große Smaragde auf der Krone.

Skulptur

mini|Einweihung des Revolutionsdenkmals durch Wilhelm Pieck 13. Juni: Auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin wird das im Auftrag von Eduard Fuchs von Ludwig Mies van der Rohe entworfene noch unfertige Revolutionsdenkmal enthüllt, das den ermordeten Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg sowie den Opfern der Reichstagsunruhen von 1920 und weiteren später gestorbenen Revolutionären der Arbeiterbewegung gewidmet ist. Das Denkmal mit dem wesentlichen Element einer Wand aus vorspringenden und zurückgesetzten Hartbrandziegeln, nämlich den für expressionistische Architektur typischen Oldenburger Klinkern, wurde von Arbeitern der Bauhütte Berlin im Frühjahr errichtet. Am 11. Juli erfolgt nach der endgültigen Fertigstellung die feierliche Einweihung. Die Kommunisten Ernst Meyer, Paul Schwenk und Paul Scholze sowie Georg Ledebour halten aus diesem Anlass Ansprachen.

Künstlergruppen

Die deutsche Lyrikerin und Frauenrechtlerin Ida Dehmel gründet in Hamburg die Gemeinschaft deutscher und oesterreichischer Künstlerinnen und Kunstfreundinnen (GEDOK).

Preisverleihungen

mini|hochkant|Medaille für Träger des Leninpreises, Avers 17. August: Erstmals wird der im Vorjahr gestiftete Leninpreis als höchste zivile Auszeichnung der Sowjetunion verliehen, um herausragende Leistungen auf wissenschaftlichem, literarischem, künstlerischem oder musikalischem Gebiet zu würdigen. Zur Verleihung des Leninpreises gehören eine tragbare Medaille, eine Urkunde und eine Geldzuwendung. Der australische Archibald Prize geht zum fünften Mal an William B. McInnes. Josef Dobrowsky, Josef Floch, Anton Kolig, Hans Schachinger und Alfons Walde werden mit dem Julius-Reich-Preis ausgezeichnet. Der Möbeldesigner Carl Malmsten erhält die schwedische königliche Medaille Litteris et Artibus.

Geboren Januar bis April

1. Januar: Heinz-Josef Stammel, deutscher Pressefotograf, Journalist und Autor († 1990) 3. Jänner: Felicitas Kuhn, österreichische Bilder- und Kinderbuchillustratorin († 2022) 10. Januar: Ingeborg Bukor, deutsche Bildhauerin († 1986) 17. Januar: Robert Filliou, französischer Künstler († 1987) 22. Jänner: Hubert Aratym, österreichischer Maler († 2000) 24. Januar: Ruth Asawa, US-amerikanische Bildhauerin († 2013)

1. Februar: Vivian Maier, US-amerikanische Haushälterin und Freizeitfotografin († 2009) 3. Februar: Robert McGinnis, US-amerikanischer Illustrator († 2025) 12. Februar: Rolf Brem, Schweizer Bildhauer, Zeichner und Grafiker († 2014) 13. Februar: Kalayanapong Angkarn, thailändischer Dichter und Maler († 2012) 13. Februar: Verner Panton, dänischer Architekt und Designer († 1998) 14. Februar: Roland Dörfler, deutscher Maler († 2010) 16. Februar: Helma Schimke, österreichische Architektin und Bergsteigerin († 2018) 23. Februar: Heidi Bucher, Schweizer Künstlerin († 1993)

7. März: George Brecht, US-amerikanischer Künstler († 2008) 25. März: Johannes Exner, dänischer Architekt und Kirchenbauer († 2015) 27. März: Jacques de la Villeglé, französischer Künstler († 2022)

6. April: Gil Kane, US-amerikanischer Comiczeichner lettischer Abstammung († 2000) 9. April: Marcello Argilli, italienischer Rechtsanwalt, Journalist, Schriftsteller, Kinderbuchautor und Comicautor († 2014) 10. April: Gustav Metzger, deutscher bildender Künstler († 2017) 15. April: Anneliese Konrat-Stalschus, deutsche Textilkünstlerin 19. April: Sonja Åkesson, schwedische Schriftstellerin und Künstlerin († 1977) 22. April: James Stirling, britischer Architekt († 1992) 26. April: Michael Mathias Prechtl, deutscher Maler, Illustrator und Karikaturist († 2003) 29. April: Maria Pirwitz, deutsche Bildhauerin und Malerin († 1984) 30. April: François Morellet, französischer Künstler († 2016)

Mai bis August

2. Mai: Ingrid Seddig, deutsche Bildhauerin († 2008) 4. Mai: Geta Brătescu, rumänische Künstlerin († 2018) 5. Mai: Hans Karl Rodenkirchen, deutscher Grafiker, Designer, Künstler und Umweltaktivist († 2007)